Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius besucht Susanne Rutenkröger
Prominente Unterstützung

Bünde  (WB). „Jeder kann heutzutage Bürgermeister werden. Aber Bürgermeister sein – das ist etwas anderes.“ Boris Pistorius (SPD) weiß, wovon er spricht. Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport war von 2006 bis 2013 Oberhaupt seiner Geburtsstadt Osnabrück. Am Donnerstagnachmittag stattete er seiner Parteigenossin Susanne Rutenkröger einen Besuch in Bünde ab und gab ihr einige Tipps für den Kommunalwahlkampf.

Freitag, 04.09.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 18:04 Uhr
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (Zweiter von links) diskutiert auf dem Bünder Marktplatz mit (von links) Stefan Schwartze, Susanne Rutenkröger und Angela Lück. Ein Thema waren dabei Leerstände, aber auch die Belebung des zentral gelegenen Marktplatzes. Foto: Sonja Töbing

Die SPD-Bürgermeisterkandidatin freute sich sichtlich darüber, dass sich der prominente Sozialdemokrat eine Stunde Zeit für sie nahm, um mit ihr über ihre Herzensanliegen zu reden. Eines davon ist die Entwicklung der Bünder Innenstadt. „Während meiner Haustürbesuche wurde ich von vielen Bürgern auf das Thema angesprochen. Sie zeigten sich besorgt angesichts der vielen Leerstände und immer weiter verfallenen Gebäude“, berichtete Susanne Rutenkröger. Das SPD-Bürgerbüro an der Bahnhofstraße habe sie bewusst als ersten Treffpunkt ausgesucht, um mit Boris Pistorius über die Situation in diesem Bereich und mögliche Perspektiven zu diskutieren. „Das Geschäftshaus hier gegenüber und das ehemalige Bekleidungsgeschäft nebenan sehen immer ungepflegter und schäbiger aus. Aber der Besitzer, ein älterer Herr, lebt weit weg in Düsseldorf und kümmert sich nicht“, erzählte die SPD-Bürgermeisterkandidatin.

„Entwicklungen wie diese hier bringen andere negative Entwicklungen wie Kriminalität und Vandalismus mit sich. Als Kommunalpolitiker steht man vor dem Dilemma, kein Zugriff auf die Häuser und Grundstücke zu haben“, sagte Pistorius. Die Corona-Krise habe das langsame, aber stetige Sterben der Innenstädte noch verstärkt. „Aber gleichzeitig ist diese Krise auch eine große Chance, die Innenstädte zu vitalisieren“, betonte der 60-Jährige. In Osnabrück habe es während seiner Amtszeit Straßengemeinschaften der Gewerbetreibenden gegeben, die dann gemeinsam Aktionen zur Belebung der Innenstadt gestartet hätten. In den Augen Susanne Rutenkrögers eine gute Idee: „Wir müssen mehr Dampf machen und uns gemeinsam überlegen, wie wir die Attraktivität der Bünder Innenstadt steigern können.“ Und das nicht nur für ältere Menschen, sondern vor allem auch für Jugendliche. „Es fehlen Treffpunkte, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.“

Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Angela Lück und dem Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze wurde auch das Thema verkaufsoffene Sonntag angesprochen. „Das ist ein ambivalentes Thema“, gab Pistorius zu bedenken. Es sei wichtig, miteinander zu reden: „Wer mit dem Kopf durch die Wand will, holt sich meistens eine blutige Nase.“

Anschließend ging es noch für einen kurzen Abstecher zum Marktplatz. Susanne Rutenkröger wies darauf hin, dass der Platz in der letzten Zeit häufiger von Mitgliedern der sogenannten Tuning-Szene genutzt werde, aber auch immer wieder von Jugendlichen, die sich vor allem abends in dem Bereich rund um das Gymnasium am Markt aufhalten würden. „Versenkbare Poller wären eine Möglichkeit, um zu verhindern, dass in den Abend- und Nachtstunden Autos auf den Platz können“, gab Boris Pistorius eine Anregung. Weiterhin sei eine Belebung durch Gastronomie denkbar, vor allem während der Sommermonate. „Die umliegenden Restaurants sind zu weit entfernt“, betonte der niedersächsische Innenminister. Zum Schluss gab Pistorius der Bürgermeisterkandidatin noch Folgendes mit auf den Weg: „Es ist unheimlich wichtig, mit den Menschen zu reden. Wir Politiker haben uns oft zu weit von den Bürgern entfernt und erreichen sie nicht mehr.“

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