33-Jähriger aus Kirchlengern bedroht Polizisten mit Messer und verschanzt sich
Einsatz endet unblutig

Kirchlengern (WB). Ein 33-Jähriger aus Kirchlengern hat am Donnerstag einen SEK-Einsatz ausgelöst. Der Mann habe nach Angaben der Polizei mit einem Messer zwei Streifenbeamten bedroht und wollte sich dann selbst etwas antun. Über Stunden verschanzte er sich in seinem Haus. Die Spezialkräfte konnten ihn schließlich überwältigen und das Drama unblutig beenden.

Donnerstag, 03.09.2020, 19:50 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 09:44 Uhr
Spezialkräfte der Polizei stehen auf dem Garagendach und versuchen, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Foto: Moritz Winde

Die kleine Sackgasse Auf der Lake in Häver in der Nähe der Hagedorner Straße wurde am Nachmittag abgeriegelt. Niemand durfte raus, niemand durfte rein – zum Ärger einiger Anlieger. Offenbar stuften die Behörden den 33-Jährigen als hochgefährlich ein – für sich und andere. Er soll bereits mehrfach polizeilich aufgefallen sein, unter anderem wegen Körperverletzung. „Um 14 Uhr haben wir einen Hinweis eines Bürgers erhalten, der meldete, ein Mann sei mit einem Messer vor dem Lidl an der Lübbecker Straße unterwegs“, sagte Polizeisprecher Uwe Maser. Dabei soll er Passanten bedroht haben. Eine Streifenwagen-Besatzung habe den 33-Jährigen vor seinem Haus antreffen können, sei jedoch sofort mit einem langen Messer angefeindet worden. Dann habe er sich die Klinge selbst an den Hals gehalten.

Was veranlasste den Mann zu einer solchen Kurzschlusshandlung? Die Polizei wollte sich im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen dazu nicht äußern. Nach Informationen dieser Zeitung könnte er unter dem Einfluss von Drogen gestanden haben. „Eigentlich ist das ein sehr netter Kerl. Wenn er aber das Zeug nimmt, ist er unberechenbar“, sagte ein Anwohner.

Seit 15 Uhr versuchte das SEK – etwa 25 Beamte aus Bielefeld hatten das Haus umstellt – die Situation zu deeskalieren. Eine extra ausgebildete Verhandlungsgruppe zur Gesprächsführung mit Straftätern sowie zur notwendigen polizeilichen Betreuung von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen war im Einsatz. Doch so schnell legte der 33-Jährige die Waffe nicht nieder. Auch die guten Worte seiner Mutter konnten nichts ausrichten. Mit einem Ablenkungsmanöver gelang es den Einsatzkräften schließlich, den Mann gegen 19.30 Uhr zu überwältigen. Er wurde von einer Ärztin untersucht und in eine Klinik eingewiesen.

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