Delegation berät über Aktionen – Tag des Geotops am 20. September
Auch der Doberg braucht Pflege

Bünde (WB). Der Doberg ist für Bünde nicht nur ein wichtiges Naherholungsgebiet. Als Bodendenkmal und nationales Geotop ist er auch aus Naturschutzsicht von internationaler Bedeutung. Ein Geotop, das gepflegt werden muss: Mit den anstehenden Maßnahmen hat sich eine Experten-Delegation beschäftigt.

Freitag, 04.09.2020, 05:10 Uhr
Haben über Pflegemaßnahmen am Doberg gesprochen: (von links) Moritz Nagel, Julian Schütz, Klaus Nottmeyer, Karin Bohrer, Fritz Hasenburger und Dr. Rainer Ebel. Unter anderem sollen Grünflächen vom Strauchbewuchs befreit werden. Foto: Carolin Bittner

 

Für Wildbienen wertvoll

Die hohen Steilwände sind für viele Pflanzen- und Wildbienenarten besonders wertvoll. Auch aus geologischer Sicht ist der Doberg von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung und steht als nationales Geotop auf gleicher Stufe wie die Externsteine oder die Insel Helgoland. „Es gibt etwa 4000 Geotope in Deutschland aber nur 16 sind von nationaler Bedeutung“, erklärt Dr. Rainer Ebel vom Paläontologischen Arbeitskreis.

Und natürlich muss so eine wichtige Sehenswürdigkeit in Bünde gepflegt werden, um sie bestmöglich zu erhalten. 2017 wurde dafür ein Maßnahmenkonzept für das Naturschutzgebiet im Auftrag des Kreises Herford entwickelt. Dabei sollen alle Anforderungen des Naturschutzes, der Geologie und Paläontologie sinnvoll miteinander koordiniert werden. „Es ist ein Segen, dass wir dieses Pflegekonzept haben. Dadurch kann der Doberg bestmöglich erhalten werden“, so Ebel.

Welche Maßnahmen in diesem Jahr getroffen werden müssen, um den Doberg zu schützen, wurde bei einer Begehung des Naturschutzgebiets besprochen. Zu den Teilnehmern zählten Karin Bohrer (Untere Naturschutzbehörde), Julian Schütz (Wald und Holz NRW), Moritz Nagel, Klaus Nottmeyer (Biologische Station), Dr. Rainer Ebel und Fritz Hasenburger (Paläontologischer Arbeitskreis).

Steilhänge müssen freigeschnitten werden

„Wie in jedem Jahr müssen auch dieses Jahr die Steilhänge freigeschnitten werden und Baumbewuchs entfernt werden“, informiert Karin Bohrer. Die Wurzeln der Bäume würden sich in das weiche Gestein graben und dieses eventuell absprengen. Dies sei eine Gefahr für den Doberg, da dieser so nach und nach abgetragen werde. Allerdings wäre diese Arbeit der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen. Die Pflanzen kämen immer wieder.

Außerdem werden jährlich noch für das Gebiet schädliche Pflanzenarten wie etwa der Cotoneaster zurückgedrängt. „Diese Pflanze breitet sich rasant aus und verdrängt damit heimische und schützenswerte Arten“, so Bohrer. Ein weiterer wichtiger Punkt im Pflegekonzept ist die Schaffung von Sichtschneisen für Besucher. Dafür müssen Grünflächen vom Strauchbewuchs befreit werden.

Damit der Doberg bekannter wird, findet der „Tag des Geotops“ statt. Am Sonntag, 20. September, können sich Besucher von 15 bis 18 Uhr informieren.

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