In Holsen-Ahle sind neuerdings kleine und große Verkehrszähmer unterwegs
Schulweg soll sicherer werden

Bünde  (HK). Der Schulweg stellt viele Schüler und deren Eltern jedes Jahr vor eine große Herausforderung. Einerseits sollte die Selbstständigkeit der Kinder gefördert werden, andererseits sehen Eltern zu viele Gefahren, um den Nachwuchs alleine loszuschicken. Die Folge: Jede Menge „Elterntaxis“ und verstopfte Straßen vor der Schule.

Mittwoch, 02.09.2020, 05:10 Uhr
Carsten Witt von der Stadt Bünde, die stellvertretende Schulleiterin Antje Klemme und Jennifer Landwehrmeyer von der Kreispolizeibehörde vor dem Verkehrszähmer-Treffpunkt an der Luka.

Die Grundschule Holsen-Ahle schlägt vom neuen Schuljahr an einen neuen Weg ein. Die Schüler werden zu Verkehrszähmern ausgebildet und dabei unterstützt, den Schulweg selbstständig und sicher zu absolvieren. „Verkehrserziehung ist an unserer Schule immer ein wichtiges Thema. Auch wir kennen das Phänomen der Elterntaxis. Mit der Teilnahme an dem Verkehrszähmer-Programm können wir die Eigenständigkeit der Kinder fördern und deren Eltern vermitteln, dass Kinder die Schulwege durchaus alleine meistern können“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Antje Klemme.

Nicht in Watte packen

Unterstützt wird das Projekt von Jennifer Landwehrmeyer von der Kreispolizeibehörde. Die Verkehrssicherheitsberaterin hilft den Grundschülern in der Anfangsphase: „Nur wenn Kinder nicht ständig in Watte gepackt werden, können sie lernen, Gefahren einzuschätzen und zu vermeiden. Sie sollten die Chance bekommen, ihre eigenen Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln zu können. Nur so werden sie zu sicheren Verkehrsteilnehmern.“

Für die Umsetzung des landesweiten Verkehrszähmer-Programms ließ die Stadt Bünde fünf Haltestellen einrichten, die mit eigenen Schildern gekennzeichnet wurden. „Hierhin können Eltern ihre Kinder bringen, damit diese den Rest des Weges zur Schule alleine oder in der Gruppe gehen können“, sagt Carsten Witt, Abteilungsleiter des Bereiches Straßenbau bei der Stadt Bünde.

Viele Kriterien wurden bei der Auswahl der Standorte berücksichtigt, wie etwa die Breite der Gehwege, die Beleuchtung oder die Parksituation vor Ort. Zu finden sind die Schilder im Schluchtweg vor dem Sportplatz, in der Mühlenfeldstraße, im Inselweg, in der Schinkestraße und in der Straße Vor der Kirche. Aber auch wer direkt von zuhause aus zur Schule gehen möchte, erhält Unterstützung.

Gefährliche Drachenautos

Das Verkehrszähmer-Programm ist ein ganzheitliches, langfristig angesetztes Schulweg-Konzept vom Zukunftsnetz Mobilität NRW, das auf dauerhafte Verhaltensänderung setzt. „Kleine Verkehrszähmer“ können alle Kinder einer Grundschule werden, die sich bemühen, die elterlichen Autos, die manchmal zu gefährlichen „Drachenautos“ werden können, zu „zähmen“.

„Große Verkehrszähmer“ sind Erwachsene, die von ihrer Routine abweichen und die Kinder nicht mehr wie selbstverständlich mit dem Auto zur Schule bringen. „Wir freuen uns auf viele positive Erfahrungen mit den Familien und darauf, dass wir gemeinsam etwas ändern können“, bekräftigt Antje Klemme.

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