Cordesgelände: Bünder SPD für Kombination aus Jugendzentrum, Bücherei und Bürgerzentrum
Drei auf einen Streich

Bünde (WB). Wo drückt der Schuh? Diese Frage stellt Susanne Rutenkröger, Bürgermeisterkandidatin der SPD, den Bündern in der heißen Phase des Wahlkampfs derzeit fast täglich. „Dabei hat sich mir gezeigt, dass es zwei Themen sind, die die Bünder besonders bewegen. Zum einen ist es die Innenstadtgestaltung. Zum anderen sind es aber auch die städtischen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Viele wissen nicht wohin – und coronabedingt ist es sogar noch schwieriger geworden. Diese Altersgruppe ist in Bünde zurzeit echt arm dran.“

Dienstag, 01.09.2020, 09:36 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 09:38 Uhr
SPD-Bürgermeisterkandidatin Susanne Rutenkröger mit einem Plan, wie das Cordesgelände möglicherweise gestaltet werden könnte. Die SPD plädiert für eine Kombination aus Jugendzentrum, Bücherei und Bürgerzentrum. Foto: Raske

Nicht zuletzt deshalb habe sich die SPD erneut mit einer möglichen Nutzung des Cordesgeländes beschäftigt , so Rutenkröger. Die Sozialdemokraten plädieren dafür, das Areal an der Wasserbreite nicht als gewerbliche Fläche zu nutzen, sondern hier eine Kombination aus Jugendzentrum, Bücherei und Bürgerzentrum zu schaffen.

„Keine klassische Gewerbefläche“

Doch wie darf man sich das genau vorstellen? Die SPD hat eine Zeichnung beziehungsweise einen Plan anfertigen lassen, aus dem hervorgehen soll, was auf dem Gelände möglich ist. Es würde sich dabei allerdings nicht um einen konkreten Entwurf handeln, sondern vielmehr um eine Ideensammlung, betont Rutenkröger. „Das Cordesgelände ist insbesondere nach der Wohnbebauung an der Else keine klassische Gewerbefläche mehr“, stellt die SPD-Bürgermeisterkandidatin klar.

Allerdings, so die Sozialdemokratin, gebe es mit Blick auf das Cordesgelände noch Klärungsbedarf bei einigen wichtigen Fragen. „Ist eine andere Nutzung möglich und sind möglicherweise geflossene Fördergelder gefährdet?“ Ein entsprechender Prüfungsantrag sei an die Verwaltung gestellt worden – „bislang haben wir aber noch nichts gehört“.

Lösung für mehrere Probleme?

Zwei Dinge seien es, denen die Bünder SPD ein besonderes Augenmerk schenke: „Wir brauchen eine Lösung für den Standort des Jugendzentrums. Aktuell ist die Einrichtung nicht barrierefrei, liegt inmitten von Wohnbebauung und verfügt über kein ausreichendes Außengelände.“ Hinzu komme, dass der Mietvertrag für das Büchereigebäude in der Eschstraße 2022 auslaufe. Hier würde sich an einem neuen Standort eine Modernisierung in Richtung Medien- und Sozialzentrum anbieten.”

Zweitens würde die SPD die Schaffung eines Bürgerzentrums mit verschiedenen Räumlichkeiten, die man nutzen beziehungsweise buchen könne, begrüßen. So sei es denkbar, in einem derartigen Bürgerzentrum Veranstaltungen der Neuen Alten oder der Volkshochschule anbieten.

Sowohl für ein kombiniertes Jugend- und Medienzentrum sowie ein Bürgerzentrum würde sich das Cordesgelände anbieten. Beide Gebäude könnten auf der unteren Teilfläche parallel zur Wasserbreite verlaufen, während auf dem oberen Gelände beispielsweise Plätze für Sport oder Skater angelegt werden könnten.

Eventuell als „Dritter Ort“

Es gebe etliche weitere Argumente, die in diesem Zusammenhang für das Cordesgelände sprechen würden. „Die Parkmöglichkeiten wären einfach zu schaffen, eine Bushaltestelle und ein Fuß- und Radweg könnten angelegt werden.” Auch Fördermittel wären denkbar: „So unterstützt die Landesregierung unter der Überschrift ‚Dritte Orte‘ Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum.“

Aus Sicht der SPD ist das Cordesgelände also hervorragend für eine nichtgewerbliche Nutzung geeignet. „Und wenn wir auf den Steinmeisterpark, das Freibad und das Bismarckgelände schauen, hätten wir hier die Chance einer echten Quartiersentwicklung, die Bünde auch für Nicht-Bünder attraktiv machen würde“, ist sich Susanne Rutenkröger sicher.

Kommentare

Becker, Hans-Walter  wrote: 06.09.2020 09:20
Drei auf einen Streich
Das Cordes-Gelände liegt in einer geologischen Formation in Höhe des Elsesufers bis zur ersten Geländestufe an der Borriesstraße. Auch darin der Bünder Bahnhof und der Hallenbau von Hettich auf 1300 Beton-Stelzen. Dieser Tage versteckte sich ein Lokalpolitiker hinter seiner Unwissenheit als ehrenamtlicher Entscheidungsträger. Diese seien schließlich auf das angewiesen, was Fachleute ihnen sagen. Im Stadtrat sei niemand ausgewiesener Bauexperte. Einen solchen hat man jetzt im Rathaus auch kaltgestellt. Es ist eine Schande, dass man aus den Erfahrungen der Bahnbaugesellschaft mit dem Untergrund nichts lernen konnte. Ich wurde oft als "selbsternannter Bauexperte" beschimpft, dabei braucht man eigentlich als Laie nur genau hinzugucken, mal nachzufragen und den gesunden Menschenverstand anzustrengen. Es ist für Immobilienbesitzer in dem Sandstreifen nördlich der Else mit tückischem Grundwasserdruck unangenehm, wenn solche einfachen Erkenntnisse mal in der Zeitung stehn. Bahnreisende haben da nur vom Hingucken mehr erfahren, z. B. dass die Firma Klostermann in einem bis ca. 10 m Tiefe reichenden u-förmigen Spundwandrahmen die Hohlräume (Tunnel, Fahrstuhlschächte, Treppenhäuser) allseitig komplett mit Beton ummantelt hat. Dazu gibt es an den Aussenseiten Dutzende Schräganker im Erdreich ähnich wie beim Sprungbecken im neuen Freibad.
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