Erdarbeiten beendet – In wenigen Tagen wird in Bünde das Fundament gelegt
Bau der Moschee beginnt

Bünde (WB). Es wird eines der repräsentativsten islamischen Gotteshäuser der Region: Die Ditib-Gemeinde baut an der Amtshausstraße 7 für 1,5 Millionen Euro eine Moschee samt Gemeindezentrum. In den nächsten Tagen wird das Fundament gelegt.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 08:36 Uhr
Eine Ansicht vom künftigen Zentrum der Ditib-Gemeinde an der Amtshausstraße. Minarett und Moschee-Kuppel sind die sichtbarsten Zeichen. Animation: WB

„Die Corona-Pandemie hat alles verzögert“, sagt Necmettin Kayali und blickt in die Baugrube, an deren Rand sich in glühender Hitze ein Bagger zu schaffen macht. Der 46-Jährige ist Geschäftsführer des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, im zivilen Leben Mitarbeiter in der Produktion bei Brigitte-Küchen. Eigentlich habe die Baugenehmigung schon im März vorliegen sollen, doch dann sei es Ende Mai geworden. Jetzt gehe es aber richtig los: Bis Ende 2021 entsteht am Standort der alten Moschee ein Neubau mit etwa 1600 Quadratmetern Nutzfläche, „zwei- bis dreimal so groß wie früher“.

Das Gemeindezentrum ist komplett unterkellert, ein Erdgeschoss sowie zwei Obergeschosse und ein Staffelgeschoss bieten den Gemeindemitgliedern dann Raum für Gebet und Zusammenkünfte. Eine Kuppel samt Minarett sind nach außen die sichtbaren Zeichen für die Funktion des neuen Gebäudes. „Es wird aber keinen Muezzinruf geben“, sagt Kayali. Das mache eigentlich auch nur Sinn, wenn die Gläubigen in Umfeld der Moschee wohnten. „Ich zum Beispiel wohne zwei Kilometer entfernt, ich würde das gar nicht hören.“

Hälfte Moschee, Hälfte Sozialräume

Überhaupt solle das neue Gemeindezentrum ein Ort der Begegnung werden. „Nur eine Hälfte wird Moschee, die andere Hälfte sind Sozialräume, übrigens alle barrierefrei.“ Und mit Aufzug. Dort würden Religionsunterricht für den Nachwuchs, Deutschkurse, aber auch Folklore-, Theater- oder Tanzveranstaltungen angeboten. „Hier wird es zudem Räume wie in einem Jugendzentrum geben, mit Kicker und Billardtischen.“ Diese stünden dann auch Jugendlichen offen, die nicht der Gemeinde angehören. „Das hat es vorher auch schon gegeben, da bringen unsere Jugendlichen andere mit.“

Die alte Moschee in dem fast 100 Jahre alten Komplex in Ennigloh war im Januar abgerissen worden. Zunächst war die Gemeinde im Stadtgarten zusammengekommen, jetzt versammelt sie sich auf 760 angemieteten Quadratmetern in einer ehemaligen Gewerbeimmobilie an der nahen Buschstraße. „Das ist für den Übergang ideal“, sagt Kayali.

Mehr als sieben Jahr Vorlaufzeit

Dennoch sei die Vorfreude auf das neue Gemeindezentrum groß. „Vor allem im Vergleich zum Altbau. Der war ja völlig marode, ohne Dämmung. Außerdem gab es hier keine größeren Räume.“ Die Hälfte der Baukosten – anfangs habe man noch mit 1,3 Millionen Euro kalkuliert – werde über ein Darlehen finanziert. „Die andere Hälfte stemmt die Gemeinde selbst“, betont der Geschäftsführer. Von der staatlichen türkischen Religionsbehörde Ditib komme keine Geld. Um den Eigenanteil aufbringen zu können, sammelten die insgesamt 3000 Gläubigen, die auch aus Kirchlengern, Rödinghausen, Hiddenhausen und dem Umland kommen, zusätzliche Spenden bei anderen Gemeinden. „Dazu sind wir überregional unterwegs.“

Die ersten Pläne für den Neubau seien bereits vor mehr als sieben Jahren gereift. „Wir wollten eigentlich noch größer werden und dazu das angrenzende Haus an der Roon­straße 3 abreißen, das der Gemeinde auch gehört.“ Die größere Projektvariante hätte die Kosten jedoch auf 3,5 Millionen Euro steigen lassen. So bleibe das Haus zunächst vermietet. „Später einmal, wenn der Kredit abbezahlt ist, könnte dort nach einem Abriss eine Grünfläche entstehen.“ Aber dass seien noch Pläne für die Zukunft. Jetzt müsse erst einmal das Gemeindezentrum fertig werden. Wenn die Corona-Schutzmaßnahmen es zuließen, wolle die Gemeinde zu einer Grundsteinlegung einladen.

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