SEK-Einsatz in Ennigloh: 51-Jähriger soll sich nicht um kranke Katze gekümmert haben
Mann bedroht Tierschützer mit Waffe

Bünde (WB). Nachdem ein 51-Jähriger Mann am Samstag gegen 13.15 Uhr Tierschützer und Vertreter des Veterinäramts mit einer Schusswaffe bedroht hatte, rückte das Spezialeinsatzkommando der Polizei aus Bielefeld an. Nach stundenlangen Verhandlungen stürmte das SEK die Wohnung am Holtackerweg im Ortsteil Ennigloh.

Montag, 10.08.2020, 16:42 Uhr

Der Mann, der unter Betreuung steht, soll vier Katzen halten, von denen eine schwer krank sein soll. Der Tierschutzverein Herford hatte einen entsprechenden Hinweis bekommen. „Ich hatte am Freitag bereits einmal nach dem besagten Tier geschaut und es vom Nachbargrundstück aus auch gesehen“, sagt Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford. Die Katze schien unter schwerem Schnupfen zu leiden – nicht etwa vergleichbar mit einer Erkältung. Katzen werden in der Regel gegen diese für sie teils lebensbedrohende Erkrankung geimpft. „Am Samstag habe ich dann die Notfallnummer des Kreisveterinäramts gerufen und wir sind gemeinsam zu dem Grundstück gefahren“, berichtet Siekkötter. Neben ihr waren zwei weitere Tierschützer und die Kreisveterinärin vor Ort.

Mit Schusswaffe gedroht

Während die Tierschützer noch auf dem Nachbargrundstück waren, betrat die Veterinärin das Grundstück des 51-Jährigen. Noch bevor sie klingeln konnte, kam der Mann aus dem Haus und drohte mit einer Schusswaffe. Umgehend verließen Veterinärin und Tierschützer den Bereich des Hauses und verständigten die Polizei. „Da es sich um eine ernsthafte Bedrohung handelte und der Mann als sehr gefährlich einzustufen war, haben wir die Spezialeinsatzkräfte angefordert“, sagt Polizeisprecher Uwe Maser auf Anfrage. Mehrere Stunden wurde mit dem Mann verhandelt, auch sein Betreuer war vor Ort. Eine Einigung konnte aber nicht erzielt werden, so dass das Haus am Ende gegen Abend gestürmt wurde.

„Als Tierschützer muss man schon ein dickes Fell haben. Da hat man nicht nur Freunde. Mit Worten oder auch einem Messer sind wir schon öfter bedroht worden – mit einer Schusswaffe allerdings noch nie“, sagt Siekkötter.

Tiere hatten sich wild vermehrt

Für sie ist der 51-Jährige kein Unbekannter. Schon seit zwei Jahren beschäftigten sich die Tierfreunde immer mal wieder mit ihm. „Seit einem Jahr war nun aber Ruhe. Denn er hat alle seine Tiere sterilisieren lassen. Zuvor hatten sie sich wild vermehrt“, erinnert sich Siekkötter.

Kranke Katze noch nicht gefangen

Zwei der Katzen befanden sich am Samstag im Haus, zwei weitere waren draußen. „Wir konnten nur die beiden aus der Wohnung sicherstellen“, erklärt Siekkötter. Sie und ihr Team versuchen nun weiter, mit Lebendfallen die beiden anderen – darunter auch das schwer kranke Tier – einzufangen. Die zwei geretteten Katzen befinden sich jetzt in der sicheren Obhut der Tierschützer. Ob der 51-Jährige seine Tiere wieder zurückbekommen wird, darüber wird das Veterinäramt des Kreises Herford entscheiden. Das war am Montagnachmittag allerdings nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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