Schutzwall an der A30: Bodo Meier ist sauer – Politiker schieben Problem hin und her
„Der Lärm ist und bleibt unerträglich“

Bünde (WB). Das ist das Schreckgespenst eines jeden Bauherrn: Er kauft sich ein schönes, großes Grundstück, um nach Einzug in den Neubau zu erfahren, dass durch seinen Garten eine Autobahn führen soll.

Sonntag, 09.08.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 09.08.2020, 06:00 Uhr
Bodo Meier ist sauer. Er will endlich Gleichberechtigung und auf seiner Seite der A30 einen genauso hohen Lärmschutzwall wie gegenüber. Foto: Kathrin Weege

Tatsächlich passiert ist das Anfang der 1970er Jahre Bodo Meier im Bünder Stadtteil Ahle. Und seitdem kämpft der inzwischen 74-Jährige, der in der Weberstraße wohnt, um einen wirksamen Lärmschutz. Seit 1994 gibt es zwar eine Lärmschutzwand im Süden des Gartens. Die hat aber ein großes Manko: Sie ist deutlich niedriger als die Wälle rechts und links davon. „Dadurch werden die Geräusche vom Wind direkt in diese ‚Einflugschneise‘ getragen“, sagt Bodo Meier.

Das Ergebnis sei eine Dauerbeschallung, die auch durch die immer höhere Verkehrsdichte auf der A30 unerträglich werde. Komme dann noch der Südwestwind hinzu, verstehe man im Garten sein eigenes Wort nicht mehr, der Lärm sei unerträglich.

Zu niedrige Lärmschutzwand

Dass es auch anders geht, sieht Meier, wenn er auf die gegenüberliegende Seite der Autobahn schaut. Hier ist vor einigen Jahren ein Erdwall mit aufgesetzter Lärmschutzwand errichtet worden. Dahinter ist es spürbar stiller. „Warum geht das nicht auch auf unserer Seite?“, fragt Meier, der sich auch für die Anwohner der Osnabrücker, Imperial- und Ahler Straße einsetzt.

Ein erstes Etappenziel erreichte Meier im Juli des vergangenen Jahres. Da gab es einen Ortstermin mit der Landtagsabgeordneten Angela Lück, dem Bundestagsmitglied Stefan Schwartze und dem stellvertretenden Bürgermeister Ulf Dreier. Schwartze empfahl, eine Petition zu stellen – was Meier noch im selben Monat machte. Im Januar nun schaute sich eine Delegation des NRW-Landtages die Situation vor Ort an. Neben Mitgliedern des Petitionsausschusses waren auch Vertreter des Landesbetriebes Straßen NRW zugegen.

Post aus Düsseldorf

Wenig später erhielt Meier Post aus Düsseldorf. In einem Schreiben bestätigte der Petitionsausschuss, dass es zwischen dem nördlichen und südlichen Lärmschutz an der A30 in Höhe der Weberstraße deutliche Höhen- und Qualitätsunterschiede gebe.

Diese unterschiedliche Ausgestaltung der Schutzmaßnahmen seien für die Bürger kaum verständlich. Zudem wurde in dem Schreiben bestätigt, dass die auf Meier und weitere Anwohner auf der Nordseite einwirkenden Lärmemissionen um ein Vielfaches höher seien als auf der Südseite und nach dem Eindruck des Petitionsausschusses sehr stark belasten würden.

Petition an Land und Bund

Da die Autobahn sich aber in der Baulast des Bundes befinde und Meier die gleiche Petition an den Bundestag geschickt habe, gebe man das Verfahren an den Petitionsausschuss des Bundes zur weiteren Prüfung ab.

Meier wurde empfohlen, das Ergebnis der Verkehrszählung in diesem Jahr abzuwarten und im nächsten Jahr einen erneuten Antrag auf Überprüfung der Lärmsituation zu stellen.

Daraufhin wurde Meier richtig sauer. Er setzte umgehend den heimischen Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze von dem Schreiben des NRW-Petitionsausschusses in Kenntnis. „Dass wir Bürger auf der Nordseite noch eine weitere Verkehrszählung abwarten sollen, ist nicht hinnehmbar und kann von mir nicht akzeptiert werden. Wir werden schon seit 1997 immer wieder hingehalten und vertröstet. Der Lärm wird nicht weniger“, schrieb Meier dem Bundespolitiker. Der Ball liege nun bei Schwartze. Die betroffenen Ahler jedenfalls würden die Lärmschutzmaßnahmen bis spätestens 2021 erwarten.

Ortstermin mit Bundespolitikern?

Die Antwort von Schwartze kam prompt Ende Januar. Schwartze verwies darauf, dass er in der Sache eine Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums eingeholt habe. Ferner habe auf seine Anregung der Petitionsausschuss des Bundestages einen Ortstermin geplant. Als er erfahren habe, dass der Petitionsausschuss des Landtages zu Besuch gewesen sei, habe er die Sache ruhen lasse. Er habe es aber wieder belebt und warte auf eine erneute Stellungnahme des Verkehrsministeriums. Wenn diese vorliege, solle geprüft werden, ob es einen Ortstermin von Bundespolitikern gebe.

Seitdem ist es still geworden in Sachen Petition für einen richtigen Lärmschutz. Für Meier ist nun das Ende seiner Geduld erreicht. „Wir ertragen das schon viel zu lange“, sagt er. Er möchte nur, dass es endlich weitergeht – und hofft, dass er den Bau des neuen Lärmschutzwalles noch erlebt.

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