30-Jähriger zu 50 Tagessätzen in Höhe von 37 Euro verurteilt
Beleidigung kommt teuer zu stehen

Bünde   (WB). Weil er einen anderen Autofahrer genötigt und beleidigt haben soll, hat sich am Donnerstagvormittag ein 30-Jähriger vor dem Amtsgericht Bünde verantworten müssen. Der 30-Jährige ist vorbestraft, befindet sich derzeit auf Bewährung auf freien Fuß. Die Anzeige hatte der Fahrer des anderen Fahrzeugs, ein 20-jähriger Bünder, erstattet. Vor dem Gericht trat dieser als Zeuge auf.

Freitag, 10.07.2020, 05:00 Uhr
Auch wegen Nötigung im Straßenverkehr musste sich ein Bünder vor dem Amtsgericht verantworten. Dieses Verfahren wurde aber eingestellt. Foto: dpa

Nach Schilderung des 30-Jährigen, der als Drucker tätig ist, soll Folgendes passiert sein: Am 23. September 2019 sei er kurz nach Mitternacht in seinen VW Golf gestiegen, um von der Engerstraße aus zu McDonalds zu fahren. Nach dem Passieren des Kreisels an der Klinkstraße habe er einen Fahrer vor sich gehabt, der mit seinem Golf GTD mit nur 20 Stundenkilometer auf der Levisonstraße unterwegs gewesen sei. Aufgrund dieser geringer Geschwindigkeit sei er dicht aufgefahren, um nach etwa 100 Metern dann zu überholen. „Ich habe weder gehupt noch die Lichthupe betätigt, sondern bin einfach an ihm vorbeigefahren“, so der Angeklagte. Er habe vermutet, dass er einen Fahranfänger vor sich habe. Bei McDonalds habe er dann im McDrive sein Essen bestellt. Plötzlich habe der Fahrer des anderen Wagen neben ihm gestanden und ihn mit den Worten „Spinnst du? Was sollte das?“ zur Rede gestellt. Er habe den 20-Jährigen aufgefordert, ihn in Ruhe zu lassen, da er sich belästigt gefühlt habe. Es könne sein, dass er auf Beschimpfungen des 20-Jährigen selbst mit Schimpfwörtern reagiert habe.

Ganz anders stellt sich der Vorfall aus Sicht des 20-Jährigen da. Er sei keineswegs zu langsam gefahren, sondern sei auf der Levisonstraße schon wenige Meter hinter dem Kreisel mit Tempo 70 unterwegs gewesen. Der Angeklagte sei ihm so dicht aufgefahren, dass er die Scheinwerfer des Autos hinter sich nicht mehr habe sehen können. „Ich dachte, der will mich rammen.“ Anschließend habe der 30-Jährige ihn überholt. Er sei ihm gefolgt und habe ihn dann bei McDonalds zur Rede gestellt. „Ich wollte wissen, weshalb er das gemacht hat. Das hätte ganz anders ausgehen können.“ Gegenüber der Polizei hatte der 20-Jährige die Aussage gemacht, der 30-Jährige habe mit den Worten „Verpiss dich, du Bastard“ reagiert. An den genauen Wortlaut konnte er sich während der Verhandlung allerdings nicht mehr erinnern.

Als „geradezu unterirdisch“ bezeichnete die Vorsitzende Richterin das Verhalten des Angeklagten. Seine Art zu fahren löse zudem Besorgnis aus. Diese Meinung vertrat auch die Staatsanwältin. Sie wies darauf hin, dass der 30-Jährige erst zwei Wochen vor dem Vorfall in einer geschlossenen Ortschaft 44 Kilometer zu schnell gefahren sei – was 275 Euro gekostet habe und ein einmonatiges Fahrverbot nach sich zog.

Das Verfahren wegen Nötigung wurde eingestellt. Aufgrund von Beleidigung wurde der 30-Jährige aber zu 50 Tagessätzen zu je 37 Euro verurteilt.

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