„Handel Bünde“ beantragt vier verkaufsoffene Sonntage
„Die Innenstadt braucht neue Impulse“

Bünde  (WB). Erst wochenlange Schließungen, im Anschluss Maskenpflicht und Abstandsregeln – viele Einzelhändler sind durch die Corona-Krise arg gebeutelt, haben deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Doch wie kann man dem Bünder Einzelhandel, der ja eines der Aushängeschilder in der Innenstadt ist, helfen? Mit dieser Frage setzt sich seit Wochen Georg Kruthoff, Geschäftsführer der Handel Bünde GbR, auseinander. Und muss dabei feststellen, dass von staatlicher Seite nicht unbedingt mit Unterstützung zu rechnen ist.

Freitag, 10.07.2020, 10:00 Uhr
Vier verkaufsoffene Sonntage hat die Handel Bünde GbR beantragt. Dadurch erhofft man sich neue Impulse für den Bünder Einzelhandel, der als Folge der Corona-Krise gelitten hat. Erster Termin soll der 6. September sein.

„Die NRW-Landesregierung will zwar zur Kompensation der Corona-Auswirkungen bis zu vier weitere verkaufsoffene Sonntage genehmigen. Hierzu soll kurzfristig auf dem Erlasswege auf Grundlage des Ladenöffnungsgesetzes NRW den Kommunen eine Möglichkeit gegeben werden, kommunale Satzungen auf den Weg zu bringen“, so Kruthoff. Als Begründung für die verkaufsoffenen Sonntage sollten ausdrücklich nicht Veranstaltungen wie Stadtfeste, sondern die Auswirkungen der Corona-Pandemie herangezogen werden können.

Vom Ansatz her sei das positiv zu bewerten, sagt Kruthoff. Allerdings: „Im Grundgesetz ist genau geregelt, wer an Sonntagen arbeiten darf und wer nicht.“ Kruthoff sieht in den Äußerungen von NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart deshalb in erster Linie eine Absichtserklärung, die sich nicht ohne weiteres umsetzen lasse. Sowohl der DGB als auch Verdi hätten dazu bereits grundsätzliche und rechtliche Bedenken angemeldet. „Die Landesregierung kann so viele Verordnungen machen wie sie will – wenn Verdi dagegen klagt, ist das erledigt.“ Für die Haltung der Gewerkschaft in dieser Sache und in diesen besonderen Zeiten hat Kruthoff kein Verständnis. „Man sollte annehmen, dass Verdi ein Interesse daran hat, Arbeitsplätze zu sichern. Und verkaufsoffene Sonntage sind ein Mittel dafür.“

Verkaufsoffene Sonntage ohne Anlassbezug würden den heimischen Handel unterstützen und neue Impulse setzen, betont der Geschäftsführer von „Handel Bünde“. Er habe deshalb bei der Stadtverwaltung Anfang Juni insgesamt vier verkaufsoffene Sonntage beantragt. „Zwei davon sind anlassbezogen – zum Zwiebelmarkt und zu ‚Ein Weihnachtsbaum für Bünde‘.“ Zu diesem Zeitpunkt seien diese Feste noch nicht abgesagt worden. Außerdem sei der Antrag auch für den 6. September und 25. Oktober gestellt worden – ohne Bindung an ein Stadtfest.

Darüber hinaus wolle man den heimischen Handel mit zwei Late-Night-Shopping-Events unterstützen. Kruthoff hofft, dass die verkaufsoffenen Sonntage nun doch noch stattfinden können. „Bünde ist als Einkaufsstadt in der ganzen Region sehr beliebt, Besucher kommen nicht nur aus dem Kreis Herford. Ein großer Pluspunkt sind die zahlreichen kostenlosen Parkplätze und die sehr attraktive Innenstadt.“

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