Grünes Licht vom Bünder Rat: Bürger erhalten einen Zuschuss von bis zu 50 Euro
Stadt gibt Baum-Gutscheine aus

Bünde (WB). Manchmal dauert’s etwas länger: Fast ein Jahr nachdem die Bünder CDU und UWG mit einem entsprechenden Antrag die Förderung privater Baumpflanzungen auf die politische Agenda hoben, hat der Stadtrat nun grünes Licht für ein entsprechendes Verfahren gegeben.

Montag, 06.07.2020, 08:02 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 08:50 Uhr
Die Stadt ordert die Bäume für die Pflanzwilligen und gibt sie an zwei Tagen im November gegen Vorlage der Gutscheine aus. Foto: dpa

In mehreren Ausschuss- und Ratssitzungen stand das Thema letztlich seit Oktober 2019 auf dem Tagesplan. Immer wieder gab’s Kritik, Verbesserungsvorschläge – und vor allem lange Diskussionen.

Die beiden Fraktionen hatten ursprünglich mit Blick auf das Thema Klimaschutz gefordert, die Stadt Bünde möge ein geeignetes Förderprogramm zur Unterstützung von Baumpflanzungen auf privaten Grundstücken entwickeln. Volumen: 25.000 Euro. Das Programm sollte vorerst auf ein Jahr begrenzt und optional nach erfolgter Evaluation verlängert werden.

Zuschuss für mindestens 500 Bäume

In der Planungsausschuss-Sitzung im Oktober 2019 verständigten sich die Politiker darauf, dass jeder Pflanzwillige maximal 50 Euro als Zuschuss für den Baumkauf von der Stadt erhalten solle. Größerer Bürokratieaufwand solle vermieden werden. Für mindestens 500 Baumpflanzungen würde das Geld im Fördertopf reichen.

Zwei Monate später präsentierte die Verwaltung den Planungsausschussmitgliedern eine entsprechende Richtlinie, für die diese sich – nach einigen kleineren Modifikationen – auch zunächst aussprachen.

Als die finale Entscheidung im Stadtrat einige Tage später anstand, erschien den Politikern das von der Stadt vorgeschlagene Prozedere aber zu kompliziert. Denn zunächst hätte ein Pflanzwilliger einen Antrag mit „unmaßstäblichem Lageplan mit Eintrag des Baumstandorts“ bei der Stadt einreichen sollen. Lägen die Bewilligungsvoraussetzungen vor, wäre ein Bewilligungsbescheid, aus dem die Höhe des voraussichtlichen Zuschusses hervorgeht, erteilt worden. Nach Vorlage des Kaufbelegs hätte der Zuschuss auf das angegebene Konto des Antragstellers überwiesen werden sollen.

Kritik am Bürokratieaufwand

„Zuviel Bürokratie“, lautete die einhellige Meinung der Politiker letztlich. Ratsherr Kai Unzicker (SPD) brachte schließlich eine Gutschein-Variante ins Spiel. Die Verwaltung war wieder am Ball – und überarbeitete die Richtlinie. Nun können Bürger bis zum 30. September formlos persönlich oder telefonisch einen Antrag auf Erhalt eines 50-Euro-Gutscheins stellen. Auswählen können die Bürger aus einer langen Liste heimischer Baumarten. Bewilligt die Verwaltung den Antrag, wird der Gutschein ausgegeben, um die Bestellung der Bäume kümmert sich die Kommune. Die Bäume können dann am 6. und 7. November dieses Jahres zwischen 8 und 16 Uhr gegen Vorlage des Gutscheins am Baubetriebshof an der Südlenger Straße abgeholt werden.

Für Ernst Tilly (FDP) ist das Verfahren dennoch „überzogen bürokratisch“, vor allem die Einschränkung des Abholdatums auf zwei Tage scheinen dem Liberalen übertrieben: „Mit dem unkomplizierten Vorschlag von Dr. Unzicker hat das nichts mehr zu tun.“ Als „typisch deutsch“ bezeichnete er das vorgeschlagene Prozedere.

„Schwierige Geburt“

„Von der Wiege bis zu Bahre, nichts geht ohne Formulare“, meinte daraufhin Technischer Beigeordneter Dr. Andreas Siepenkothen. Man müsse darauf achten, dass öffentliche Gelder auch ordnungsgemäß ausgekehrt werden.

CDU-Stadtverbandschef Martin Schuster merkte an: „Dass das so häufig auf der Tagesordnung stand, lag ja nicht an der Verwaltung, sondern an uns, weil wir die jeweiligen Vorschläge nicht haben wollten, weil sie zu bürokratisch waren.“ Auch Bürgermeister Wolfgang Koch sprach rückblickend von einer „schwierigen Geburt“. Letztlich sprach sich der Rat für das Baum-Förderprogramm aus.

Diese Baumsorten werden gefördert

Für diese Baumarten können pflanzwillige Bürger den Zuschuss der Stadt Bünde beantragen: Stieleiche, Winterlinde, Spitzahorn, Rotbuche, Wildkirsche, Esskastanie, Feldahorn, Dreilappiger Ahorn, Kornelkirsche, Hahnen-Dorn, Eingriffiger Weißdorn, Zweigriffiger Weißdorn, Apfeldorn, Pflaumenblättriger Weißdorn, Holzapfel, Traubenkirsche, Gemeine Birne, Faulbaum, Scheinakazie, Eberesche, verschiedene Apfelsorten (Kaiser Wilhelm, Cox Orange-Renette, Boskop, Rote Sternrenette, Gravensteiner), diverse Birnensorten (Köstliche von Charneu, Clapps Liebling, Alexander Lucas), verschiedene Pflaumensorten (Frühzwetsche, Hauszwetsche, Königin Viktoria), Mirabelle, Reneclode, Herzkirsche, Knorpelkirsche, Sauerkirsche sowie Birnen- und Apfelquitte.

Kommentare

Namendorf  wrote: 06.07.2020 09:48
Baum-Gutscheine?
Das mi den Gutscheinen klingt in meinen Ohren wie Hohn.... wenn gleichzeitig ein Areal mit alten Bäumen am Feldmark-Friedhof platt gemacht werden soll.


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