Nach Facebook-Eklat: Auch der Grünen-Landesverband zeigt sich mit den gezogenen Konsequenzen zufrieden
Türkei-Experte nimmt Entschuldigung an

Bünde (WB). Auch wenn Burak Çopur sich noch nicht wieder beim Bünder Grünen-Ratsherr Eyüp Odabasi gemeldet hat, nimmt er dessen Entschuldigung an, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung betont. Ein Wortgefecht auf Facebook zwischen den beiden hatte zuvor für einen Eklat gesorgt .

Mittwoch, 10.06.2020, 07:21 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 07:50 Uhr
Die Grünen-NRW-Spitzen Mona Neubaur und Felix Banaszak begrüßen die nach dem Vorfall gezogenen Konsequenzen. Foto: dpa

Im Verlauf der Debatte in der es ursprünglich um das Thema Rassismus ging, hatte der Bünder Lokalpolitiker den Essener Politikwissenschaftler als „Haustürke“ bezeichnet. Das hatte Konsequenzen für Odabasi, der sich einen Shitstorm wegen dieser Äußerung einfing und unter anderem auch Kritik seines eigenen Grünen-Landesverbandes erntete.

Wichtiges Signal

Burak Çopur begrüßt nun den Verzicht des Ratsherrn auf dessen sicheren Listenplatz für die Kommunalwahl: „Das ist auch nur folgerichtig, denn gerade in Zeiten der Antirassismus-Proteste weltweit kann es nicht sein, dass von einer emanzipatorischen und demokratischen Partei wie den Grüne, rassistische Begriffe wie Haustürke seitens eines Stadtrates benutzt werden.“

Laut Burak Çopur sei „Haustürke“ eine Anlehnung an den rassistischen Begriff Haussklave/„Hausnigger“, der Sklaven bezeichnet, die unterwürfig und hörig ihren Herren dienten. Vor allem in den USA sei diese Bezeichnung geprägt worden.

Laut dem Türkei-Experten sei es ein wichtiges Signal des nordrhein-westfälischen Grünen-Landesverbandes gewesen, sich so „schnell und klar“ in der Angelegenheit zu positionieren“. Burak Çopur betont: „Rassismus und Nationalismus jeder Couleur haben in demokratischen Parteien nichts zu suchen, das gilt auch für den Türkischen Nationalismus.“

Landesverband begrüßt Entscheidung

Mit den nun von Bünder Grünen und dem in der Kritik stehenden Ratsherrn gezogenen Konsequenzen in der „Causa Odabasi“ zeigen sich auch die NRW-Grünen zufrieden. Die Spitzen des Landesverbandes hatten kurzfristig Kontakt mit dem Bünder Stadtverband und dem Herforder Kreisverband ihrer Partei aufgenommen, um die Sachlage und das weitere Vorgehen zu erörtern.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärten die beiden NRW-Vorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak: „Es ist gut, dass der Vorfall ernst genommen und schnell gehandelt wurde. Die Entscheidung von Herrn Odabasi, von seinem Listenplatz zur Kommunalwahl zurückzutreten, nehmen wir mit Respekt zur Kenntnis. Seine Äußerung („Haustürke“) war unmissverständlich. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Gespräche mit Herrn Odabasi zu ähnlichen Äußerungen – eine erneute Einschätzung und Bewertung mit ihm war deshalb für uns nicht nötig.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7443316?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Nach Innenstadt-Attacke: Tatverdächtiger wieder frei
Im Krankenhaus haben Polizisten der Familie Hammoud eine Gefährderansprache gehalten. Foto: Ruthe
Nachrichten-Ticker