Nach dem Fund von Patientenakten in Ernstmeier-Ruine wurde ein Kellerraum versiegelt
Stadt sucht Gespräch mit Kurhaus-Besitzer

Bünde (WB). Wie geht es nach dem Fund von Patientenakten in der Ruine des Kurhauses Ernstmeier weiter? „Wir wollen zunächst das Gespräch mit der Eigentümerfamilie des Gebäudes suchen“, so Bündes Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz.

Dienstag, 09.06.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 06:30 Uhr
Das verfallene Kurhaus ist immer wieder Anziehungspunkt für abenteuerlustige Jugendliche. Foto: Daniel Salmon

Wie berichtet, hatten Youtuber die Funde publik gemacht. Nach Berichten dieser Zeitung und des WDR war am Freitagmorgen das städtische Ordnungsamt aktiv geworden. Aus zwei Büroräumen der alten Randringhauser Klinik wurden eine Vielzahl an Kurmittelkarten mit Patientendaten geborgen. Ein Raum im Keller, in dem unter anderem Krankenakten lagern sollen, konnte wegen des schlechten Zustandes der Akten nicht betreten werden. „Es herrscht Gesundheitsgefahr. Darum haben wir den Raum verschlossen, damit niemand an die Unterlagen kommt“, so die Stadtsprecherin. Dokumente, die in den Fluren vor dem Kellerraum lagen, seien ebenfalls dort eingeschlossen worden. Geborgen werden sollen die Akten zunächst nicht, lautet die Aussage aus dem Bünder Rathaus.

Anziehungspunkt für Randalierer

Bauhofmitarbeiter hatten am Freitag zudem die Eingänge zu der Ruine so gut es ging verschlossen. Greiner-Rietz betont: „Eigentlich ist die Stadt auch gar nicht für die Absperrung des Gebäudes verantwortlich. Das muss der Besitzer machen.“

Allerdings ist der nach der Insolvenz des Kurbetriebs vor sich hinrottende Gebäudekomplex in der Vergangenheit immer wieder Anziehungspunkt für – vor allem jugendliche – Randalierer gewesen. Durch die zerstörten Fenster oder die nur unzureichend gesicherten Eingänge hatten sie sich Zutritt zu den Räumen der ehemaligen Klinik verschafft. Davon zeugen die zahlreichen Schäden und Schmierereien auf dem Gelände.

Mehrere Polizeieinsätze

Seit vergangenem Sommer war die Polizei zu vier Einsätzen dorthin ausgerückt, wie Uwe Maser, Sprecher der Herforder Kreispolizei, auf Anfrage erklärt: „Die Kollegen haben dann die Personalien der Anwesenden festgestellt und Platzverweise ausgesprochen. Uns ist ein Fall bekannt, bei dem auf dem Areal illegal Müll entsorgt wurde. Das hatte eine Ordnungswidrigkeitenanzeige zur Folge.“

Wie Maser betont, sei den Beamten bekannt, dass sogenannte Lost Places – also verlassene Gebäude – vor allem in den Sommermonaten Anziehungspunkte für Jugendliche seien. „Daher beziehen wir solche Objekte dann auch in unsere Streifentätigkeit ein.“ Grundsätzlich sei das Betreten des alten Kurhauses verboten. „Wer es dennoch macht, macht sich strafbar“, so der Beamte. Dann stehe immerhin der Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Raum. Verschaffe sich jemand Zutritt zum derzeit verbarrikadierten Aktenkeller, handele es sich sogar um einen Einbruch.

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