Tafel-Mitarbeiter stellen Pakete zur Abholung jetzt vor Ort zusammen
Lebensmittel von Hand gepackt

Bünde (WB). Obst und Gemüse, Brot und Brötchen, Joghurt und Aufschnitt: Wie am Fließband packen fleißige, behandschuhte Hände allerlei Lebensmittel in die grünen Kisten. 95 Menschen haben sich an diesem Tag bei der Meller Tafel in Bünde angemeldet – viel zu tun für die zwölf ehrenamtlichen Helfer.

Freitag, 05.06.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:28 Uhr
Ehrenamtliches Engagement: Zwölf Mitarbeiter der Bünder Nebenstelle der Tafel Melle haben den ganzen Donnerstag die Lebensmittelpakete zusammengestellt. Der Bedarf ist groß: 95 Menschen hatten sich angemeldet. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Vor fünf Wochen meldete sich die Nebenstelle Bünde der Meller Tafel nach der Corona-Zwangspause zurück. Aufgrund von Hygiene- und Abstandsregeln musste der gewohnte Ablauf der Lebensmittelausgabe erheblich modifiziert werden. Wo sich die Kunden sonst die Lebensmittel selbst aussuchen konnten, werden jetzt von den Bünder Tafel-Mitarbeitern einzelne Pakete fertig zusammengestellt, die vor der Fahrzeughalle am DRK-Zentrum an der Sachsenstraße einzeln abgeholt werden. Bislang geschah das Packen für die Bünder Nebenstelle in der Meller Zentrale.

„Um Melle zu entlasten, haben wir am Donnerstag damit begonnen, die Pakete für die Kunden in Bünde selber zusammenzustellen“, sagt Tafel-Vorstandsmitglied Doris Dirker.

Arbeitsaufwendiger als früher

Zurzeit ist die Lebensmittelausgabe nur über die telefonische Anmeldung in Melle möglich oder am Ausgabetag wird der nächste Termin vereinbart – spontanes Vorbeikommen ist nicht möglich. Den Kunden wird ein Zeitfenster zugewiesen, in dem sie die Waren abholen können. „Wir machen das im Viertelstundentakt, wo jeweils acht oder neun Kunden nach der Anmeldung ihre Pakete an einem gesonderten Bereich entgegennehmen“, erklärt Dirker. Das Interesse sei seit der Wiederaufnahme der Ausgabe wöchentlich steigend. „Vor fünf Wochen hatten wir 29 Kunden, jetzt sind es 95.“ Das entspreche in etwa dem Durchschnitt der Zeit vor der Coronapandemie. „Irgendwann wollen wir zurück zum alten Ablauf, aber wir können noch überhaupt nicht abschätzen, wann das sein wird – dieses Jahr vielleicht gar nicht mehr.“

Während draußen die ersten Pakete abgeholt werden, packen die Helfer drinnen in der Fahrzeughalle unermüdlich weiter. „Diese Art der Lebensmittelausgabe ist natürlich viel zeitaufwendiger, aber so können wir sie gewährleisten“, sagt Petra Lorscheter, die seit zwei Jahren bei der Meller Tafel ehrenamtlich mit anfasst. „Es bedeutet viel Arbeit, wir werden heute den ganzen Tag zu tun haben“, betont auch Doris Dirker. Es seien meistens Stammkunden, die sich zur Lebensmittelausgabe anmeldeten, aber auch einige neue Kunden seien jetzt mit dabei.

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