Dutzende Halteverbotsschilder stehen an einer Bünder Straße – aber warum?
„Ich glaub’, ich steh’ im Schilder-Wald­“

Bünde (WB). Diese Dichte an Halteverbotsschildern gibt es derzeit wohl nur in Bünde: An der Hans-Böckler-Straße in Hunnebrock – und zwar im Bereich zwischen Pestalozzistraße und Heggeweg – säumen derzeit Dutzende der markanten Verkehrszeichen die Ränder links und rechts der Asphaltpiste.

Mittwoch, 03.06.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 07:24 Uhr
Dutzende Schilder, die ein absolutes Halteverbot kennzeichnen, stehen derzeit an der Bünder Hans-Böckler-Straße. Foto: Daniel Salmon

Manch ein Verkehrsteilnehmer, der die Strecke passiert, mag bei dem Anblick denken: „Ich glaub’ ich steh’ im Schilder-Wald­“ Alle fünf bis zehn Meter ist eines der Verbotszeichen postiert. Aber warum ist das so? Braucht man wirklich so viele identische Verkehrszeichen an einer Straße, an der kaum ein Haus steht?

Vorgabe durch Straßenverkehrsordnung

Die Antwort darauf lautet anscheinend „Ja“, wie eine Nachfrage bei der Stadt Bünde ergibt. Denn derzeit wird die Asphaltdecke der Hans-Böckler-Straße erneuert – allerdings einige Meter weiter, an der Ecke zur Goerdelerstraße. „Dass wegen dieser Maßnahme so viele Schilder aufgestellt werden müssen, schreibt die Straßenverkehrsordnung vor.

Das absolute Haltverbot in diesem Bereich gilt bereits seit dem 28. Mai und wird voraussichtlich bis zum 16. Juni andauern“, informiert Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz. Zudem sei der Schilderwald für diese Zeit wichtig, um den Busverkehr zur nahegelegenen Pestalozzi-Förderschule aufrecht zu erhalten.

Kommentare

jochar  wrote: 03.06.2020 21:56
Unfassbar
Unfassbar in mehrfacher Hinsicht.

Die Aussage der Stadt Bünde wundert mich sehr. Der Teil der StVO, in dem die Wiederholung von VZ 283 vorgeschrieben wird ist mir (und ich habe beruflich damit zu tun) nicht bekannt. Würde mich um eine kleine Aufklärung der Stadt Bünde freuen.

Eine Aufstellung von Verkehrszeichen in der Masse kann für mich nur abrechnungstechnische Gründe jedoch keinesfalls Gründe der Verkehrssicherung haben. Ganz genau genommen sind die Schilder auf besagter Straße meiner Rechtsauffassung nach nahezu überflüssig. Laut gängiger Rechtsprechung muss beim Parken eine Mindestfahrbahnbreite von 3,10 m verbleiben. Lässt ein parkendes Fahrzeug nicht diesen vorgeschriebenen Platz, darf an dieser Stelle nicht gehalten oder geparkt werden. (§ 12 Abs. 1 Nr. 1 StVO).

Interessant wäre einmal, wie die Einrichtung der Beschilderung abgerechnet wird und ob die Schilder womöglich von der ausführenden Baufirma für den Zeitraum gemietet wurden ... Das würde auch die Einrichtung und den "Beginn" der Baumaßnahme am Freitag vor dem langen Pfingstwochenende logisch erscheinen lassen.

Ich möchte Nichts unterstellen, aber MIR kommt das sehr komisch vor.

Wer den Zustand der Goerdelerstraße rund um die eingerichtete Baustelle kennt, wundert sich eh, warum ein Kreuzungsbereich "bearbeitet" wird, und drumherum im 2-3 wöchigen Rhythmus erfolglos geflickt wird. Wir sprechen dort von einem Flickenteppich, der in Bünde seinesgleichen sucht.
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