Anja Busse zieht Nager von Hand auf – alle zwei Stunden Milch – Tiere privat vermittelt 14 ausgesetzte Mäusebabys gerettet

Bünde/Enger  (WB). Sie ist eine beherzte Mäuseretterin: Anja Busse zieht 14 ausgesetzte Nagerbabys von Hand auf. Freitagmittag ist die Bünderin mit ihren beiden Hunden in einem Waldstück in Belke-Steinbeck in der Nähe der Kompostieranlage unterwegs, als Riesenschnauzer Frieda plötzlich bellt. Die 49-Jährige schaut nach, was ihre Hundedame gefunden hat.

Von Kathrin Weege
Die gescheckte Maus ist die kleinste, sie hat erst vor zwei Tagen ihre Äuglein geöffnet. Hier wird sie mit Katzenmilch aus einer kleinen Spritze gefüttert.
Die gescheckte Maus ist die kleinste, sie hat erst vor zwei Tagen ihre Äuglein geöffnet. Hier wird sie mit Katzenmilch aus einer kleinen Spritze gefüttert. Foto: Kathrin Weege

„Da saßen mehr als 15 Baby-Farbmäuse in einem Nest. Man konnte erkennen, dass das von Hand geformt war, jemand die kleinen Tiere ausgesetzt hat“, ist sich Busse sicher. Sie kann sich kaum vorstellen, wie jemand so etwas tun kann. Kurzerhand rettet sie die Tiere, von denen einige so jung sind, dass ihre Augen noch geschlossen waren.

Ohne ihre Hündin hätte sie das Nest wohl gar nicht gefunden. Busse kann 14 Babys

Anja Busse mit Riesenschnauzer Frieda. Foto: Kathrin Weege

und eine größere von den gezüchteten Mäusen einfangen. „Ein paar weitere liefen dort noch herum. Die konnte ich aber nicht packen, auch nicht bei einem weiteren Spaziergang“, berichtet sie. Sie kontaktiert Petra Mohnke-Bröder, eine befreundete Tierschützerin und holt sich Tipps.

Zu Hause angekommen, beginnt die Arbeit. Sie setzt die nur wenige Gramm schweren Tiere in eine Plastikkiste mit Einstreu. Sie schätzt, dass die Mäuse etwa zehn Tage alt sind und wohl aus mehr als einem Wurf stammen. „Die Kleinste von allen ist die einzige Gescheckte – neben sonst nur braunen und weißen Tieren. Sie hat erst vor zwei Tagen ihre Augen geöffnet“, sagt Anja Busse und nimmt das Mäusekind vorsichtig auf die Hand. Sie hält ihm eine kleine Spritze, in der sie Katzenmilch aufgezogen hat, vors Maul. Tröpfchenweise trinkt das Baby.

Alle zwei Stunden – nachts etwas weniger – hat die Bünderin die Tiere mit Milch versorgt. Eine ordentliche Arbeit. Inzwischen sind die Mäuse schon kräftiger geworden, sie können nahezu alle alleine fressen und trinken. „Sie lieben Haferflocken“, sagt Busse, die als Friseurin arbeitet. Zweimal am Tag versorgt sie die 14 Kleinen noch mit Milch aus der Spritze, sonst trinken sie Wasser aus einem Napf.

Neben ihren beiden Hunden besitzt die Bünderin auch Katzen. Daher hat sie die Mäuse sicher in der oberen Etage untergebracht. Behalten will sie die Rasselbande aber nicht. Bei der Vermittlung hat sie Glück. Nachdem Anja Busse in ihrem privaten Umfeld herumgefragt hat, finden sich direkt einige, die zwei Tiere aufnehmen möchten. Über Mund-zu-Mund-Propaganda sind inzwischen sogar alle vermittelt. „Abgegeben werden sie aber erst dann, wenn alle eigenständig fressen und trinken können“, sagt Busse.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7400030?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F