Bünder (33) soll Marihuana-Plantage betrieben und mit Kokain gehandelt haben
Prozessauftakt nach Drogenrazzia

Bünde (WB). Er soll im großen Stil mit Betäubungsmitteln gedealt und eine Marihuana-Plantage in Löhne betrieben haben: Daher muss sich ein 33-jähriger Bünder in wenigen Wochen vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

Mittwoch, 06.05.2020, 10:20 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 10:30 Uhr
Der Angeklagte soll mit einem Kumpel im großen Stil Marihuana angebaut haben. Foto: dpa

Der Prozess vor der I. Strafkammer – Auftakt ist am 25. Mai – steht im Zusammenhang mit einer groß angelegten Polizei-Razzia im November vergangenen Jahres . Damals waren im gesamten Kreis Herford und im angrenzenden Lipperland Wohnungen und Häuser durchsucht worden. Vor mehreren Gerichten in der Region sollen gegen die mutmaßlichen Beteiligten Verfahren eröffnet werden.

Mindestens seit Mitte 2018 soll auch der Bünder Peter K. (Name geändert) – so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft – im Drogenmilieu unterwegs gewesen sein. Damals soll er von einem Dealer in seiner Heimatstadt ein Kilogramm Kokain erworben haben. Kaufpreis: rund 40.000 Euro. Die Drogen, die der 33-Jährige auf Kommissionsbasis gekauft haben soll, wollte er mit Gewinn weiter veräußern. Aber dazu sollte es nicht kommen. Denn laut Anklageschrift wurde dem Bünder das Koks von einem Unbekannten gestohlen. Um die Schulden bei seinem Dealer tilgen zu können, soll der Angeklagte in der Folgezeit immer weitere Straftaten begangen haben.

Deal in Spanien eingestielt

So soll Peter K. im Auftrag seines Gläubigers im Februar 2019 unter anderem nach Spanien gereist sein und dort einen Marihuana-Deal eingefädelt haben. Die Betäubungsmittel – immerhin zehn Kilogramm Gras – seien dann im Folgemonat an den 33-Jährigen ausgeliefert worden.

Ebenfalls seit vergangenem Februar soll Peter K. mit einem Komplizen, der sich in einem gesonderten Verfahren vor Gericht verantworten muss, eine Marihuana-Plantage im Keller des Löhner Kaiser-Centers betrieben haben. Und scheinbar kümmerten sich der Bünder und sein Kumpel gut um die empfindlichen Pflanzen. Denn bei einer Ernte sollen etwa 51 Kilo Marihuana abgefallen sein.

Aber allzu lange war die Plantage letztlich nicht im Betrieb. Denn bereits im April rückte ein Polizeiaufgebot in Löhne an und hob die Drogenanpflanzung aus. Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Beamten 1000 Töpfe, in denen Marihuana angepflanzt wurde, aus dem Gebäude getragen haben. „Eine anonyme Anzeige hatte zu dem Einsatz geführt“, berichtet Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg.

Sechs Verhandlungstage angesetzt

Doch von seinen kriminellen Machenschaften soll Peter K. trotzdem nicht abgelassen haben: Noch Ende November soll er für seinen Dealer rund 13 Kilo Marihuana und 1,7 Kilo Kokain in Empfang genommen, verkaufsfertig verpackt und teilweise veräußert haben. Mittlerweile sitzt der 33-Jährige in U-Haft und wartet auf den Beginn seines Prozesses.

Insgesamt sind für das Verfahren sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil vor dem Landgericht könnte am 26. Juni fallen.

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