Reaktion auf Corona-Krise: Bünder Bürgerbüro richtet Schnellschalter ein
Ausweisausgabe am Holz-Tresen

Bünde (WB). Seit knapp sieben Wochen ist das Bünder Rathaus für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen, dringende Angelegenheiten wurden nur noch nach Terminvergabe abgehandelt. Nun gibt’s zumindest eine „Öffnung light“: Seit Montag ist am Bürgerbüro ein Schnellschalter in Betrieb.

Montag, 04.05.2020, 10:48 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 15:50 Uhr
Axel Biermann und Marion Lünenbach (unten) präsentieren den neuen Schnellschalter am Bürgerbüro. Eine vorherige Anmeldung ist hier nicht notwendig. Für aufwändigere Angelegenheiten werden weiterhin Termine vergeben. Foto: Daniel Salmon

Grund für die Schließung am 17. März war allerdings nicht nur, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Damals, zu Beginn des Shutdowns, war es im Bürgerbüro zu unschönen Szenen gekommen: Mitarbeiter waren von Kunden beschimpft, bespuckt und angehustet worden. Bürgermeister Wolfgang Koch hatte daraufhin die Reißleine gezogen. Der Zutritt zum Rathaus erfolgte für Bürger ab da an nur noch nach Terminvereinbarung.

„Für die Dinge, die man am Schnellschalter erledigt, muss man sich nicht extra anmelden. Einen Mund- und Nasenschutz muss man auch nicht tragen“, sagt Ralf Bartling, Leiter des Bereichs für Sicherheit und Ordnung im Rathaus. Für den Service wurde der alte Eingang zum Büro reaktiviert, ein provisorischer Holz-Tresen mit Spuckschutz in dem kleinen Foyer errichtet.

Auch Annahme kleiner Fundsachen

Vorwiegend soll der kleine Raum als Abgabe- und Abholstelle für verschiedensten und relativ unkompliziert abzuwickelnden Papierkram dienen. Unter anderem werden hier fortan Ausweise und Pässe ausgehändigt. Denn mittlerweile warten rund 400 neue „Persos“ auf ihre Besitzer. „Hier hat sich eine große Menge an Ausweisen angesammelt, die wir aushändigen müssen. Die Leute geben einfach ihren alten Pass ab, geben uns eine Unterschrift und erhalten den neuen“, sagt Bürgerbüro-Teamleiterin Marion Lünenbach.

Weiterhin können Anträge für den Wittekindspass, das Weser-Werre-Ticket oder Fischereischeine am Schnellschalter eingereicht werden. Die fertigen Scheine werden dann per Post verschickt. Kleinere Fundsachen werden ebenso angenommen, Hunde können an- und abgemeldet werden und auch der Verkauf von Grauen Säcken findet nun hier statt. Ebenso gibt die Mitarbeiterin Formulare – etwa für Gewerbetreibende, Meldebescheinigung oder Wohnungsgeberbescheigungen – an Bürger aus. „Die Idee für diesen Service ist bei uns im Haus entstanden“, erklärt Bartling.

Um den Publikumsverkehr corona-gerecht steuern zu können, wurden Baustellenabsperrungen vor dem Zugang zum Schalter errichtet. Bürger müssen sich anstellen – und natürlich entsprechenden Abstand zueinander halten. Geöffnet hat der Schnellschalter montags und dienstags von 8 bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 7.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 12 Uhr.

Kamera an der Klingel

Für aufwändigere Angelegenheiten ist nach wie vor eine telefonische Terminvereinbarung vonnöten – auch eine Online-Kontaktaufnahme über die Stadt-Homepage ist möglich. Ins Bürgerbüro gelangen die Kunden nun über den Rathauseingang. „Sie müssen klingeln und sich melden. Über eine Liste wird dann abgeglichen, ob sie einen Termin haben und werden dann eingelassen. Wer hier reinkommt, muss aber einen Mund-Nasenschutz tragen und sich an die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung halten. Der Einlass erfolgt einzeln, damit unsere Warteecke nicht überläuft“, sagt Ralf Bartling.

Direkt an der Klingel ist zudem eine Kameraüberwachung installiert worden – damit man sieht, wer die Stadtverwaltung besuchen möchte. Ein barrierefreier Zugang für bewegungseingeschränkte Personen, die mit dem Auto kommen, befindet sich am unteren Rathauseingang. Dort unten ist auch der reguläre Ausgang für die Besucher des Bürgerbüros.

Viel mehr Anrufe

Seit Beginn des Shutdowns und der Schließung des Bürgerbüros liefen laut Ralf Bartling die Telefone in der Servicestelle heiß. „Das war hier fast schon wie in einem Callcenter. Es liefen auch viele Anfragen auf, die wir gar nicht beantworten können: Wann ist damit zu rechnen, wann man wieder in Urlaub fahren kann? Wo muss man einen Mundschutz tragen? Oder andere Fragen zur Auslegung der Coronaschutzverordnung, zählt der Amtsleiter auf.

Weil an manchen Tagen nicht alle der neun Team-Mitglieder im Bürgerbüro selbst benötigt wurden, konnten sie das Außendienst des Ordnungsamtes bei Kontrolltätigkeiten in der Stadt unterstützen. „Aber auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen des Rathauses haben das Bonus-Team verstärkt. Teils waren vier Zweier-Teams parallel unterwegs“, so Bartling.

 

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