Frank Schäffler (FDP) stellt Anfrage zu Ausfallzeiten Fahrstuhl-Frust beschäftigt sogar Bundesregierung

Bünde   (WB). Der Fahrstuhl-Frust an den Bünder Bahnsteigen hat jetzt sogar die Bundesregierung beschäftigt. Der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) wollte wissen, wie oft die Aufzüge seit ihrer Inbetriebnahme nicht verfügbar waren.

Von Daniel Salmon
Die Fahrstühle am Bünder Bahnhof sind in den vergangenen Monaten regelmäßig ausgefallen. Jetzt hat der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) in der Sache beim Bundesverkehrsministerium nachgehakt.
Die Fahrstühle am Bünder Bahnhof sind in den vergangenen Monaten regelmäßig ausgefallen. Jetzt hat der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) in der Sache beim Bundesverkehrsministerium nachgehakt. Foto: Daniel Salmon

Die Anfrage ins Rollen gebracht hatte die jüngste Exklusiv-Berichterstattung dieser Zeitung zu dem Thema. Ein Rolli-Fahrer hatte am Abend des 7. Februar auf dem hinteren Bahnsteig festgesessen, weil der Lift – mal wieder – nicht funktionierte. Nur dank der Feuerwehr und einer Rettungswagenbesatzung, die ihn und seinen 200-Kilo-Rolli in den Passagiertunnel schleppten, konnte er das Bahnhofsgelände überhaupt verlassen. Knapp eine Woche stand der Lift insgesamt still – und zwar nicht zum ersten Mal.

Doch das war nicht der einzige Vorfall an den Gleisen : Mehrfach steckten Reisende zudem in den Lift-Kabinen fest, mussten von der Feuerwehr befreit werden.

Schäffler hat sich jetzt des Problems angenommen. Er sagt: „Die Ausfälle der Aufzüge am Bahnhof Bünde verärgern viele Reisende.“ Von der Bundesregierung wollte er daher nicht nur eine Auskunft über die Ausfallzeiten, sondern auch wissen, was unternommen wird, um eine barrierefreie Bahnfahrt zu gewährleisten.

Die Antwort des dafür zuständigen Bundesverkehrsministerium liegt dem Liberalen nun vor. Demnach lag die Verfügbarkeit der Aufzüge im Betrachtungszeitraum von der Inbetriebnahme im Jahr 2019 bis zum 17. Februar diesen Jahres bei 95,1 Prozent für den Aufzug zu Gleis 2 und bei 96,4 Prozent für den Lift, der zu den Gleisen 3 und 4 führt.

Allerdings: Laut Schäffler betrachtet die Deutsche Bahn nur die „Kundenverfügbarkeit im Zeitraum von 6 bis 22 Uhr an 365 Tagen im Jahr“ – abzüglich der Ausfallzeit des gesamten Anlagenbestandes. Die Zeiten nach 22 Uhr und bis kurz vor 6 Uhr fließen somit nicht in die Statistik des Unternehmens ein. Konkret bedeutet das, dass der Aufzug zu Gleis 2 insgesamt 285 Stunden nicht in Betrieb war. Der Fahrstuhl zu den Gleisen 3 und 4 konnte im Betrachtungszeitraum 209 Stunden nicht genutzt werden.

Auf die Frage Schäfflers, was unternommen wird, um eine barrierefreie Bahnfahrt zu gewährleisten, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium: „Nach Auskunft der Deutsche Bahn (DB AG) sollen defekte Anlagen schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden.“

Eine Aussage, mit der der Bundestagsabgeordnete alles andere als zufrieden ist. „Das ist nicht hinnehmbar“, kritisiert Schäffler die Zustände am Bahnhof seiner Heimatstadt Bünde. Die Bahn verfehle damit ihren eigenen Zielwert, der bei einer Mindestverfügbarkeit von 97 Prozent liege. „Für Reisende, die auf funktionierende Fahrstühle angewiesen sind, ist jeder Ausfall einer zu viel. Die lapidare Ansage, dass defekte Anlagen schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden sollen, ist eine Frechheit“, ärgert sich der Liberale. Der Bundesparlamentarier fordert daher: „Die Bahn muss ihre Anstrengungen für einen reibungslosen Betrieb schleunigst intensivieren.“

Kommentar von Daniel Salmon

Knapp 500 Stunden war zumindest einer der Bahnhofsaufzüge in Bünde laut DB-Statistik jeweils nicht für Reisende nutzbar. Klingt erst mal nicht viel, zumal die Bahn zumindest an ihrem selbst gesteckten Ziel von 97 Prozent Verfügbarkeit kratzt. Man muss aber bedenken, für wie viel Ärger und Frust die Fahrstühle seit ihrer Inbetriebnahme gesorgt haben. Mehrfach steckten Personen in den Kabinen fest und mussten befreit werden. Ebenfalls häufiger konnten bewegungseingeschränkte Personen die hinteren Bahnsteige nicht verlassen – weil der Lift nicht ging. Gut, dass sich mit Frank Schäffler nun ein Politiker dieses Themas angenommen hat. Es wird Zeit, dass auch von dieser Seite Bewegung in das Thema kommt, damit der Bünder Fahrstuhl-Frust endlich aufhört.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7312399?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F