Markus Maria Profitlich begeistert mehr als 300 Zuschauer im Stadtgarten Bünde
Von Frutariern und Eintagsfliegen

Bünde (WB). „Die ganze Welt ist eine riesengroße Gummizelle. Und alle denken: Bin ich der einzige Vernünftige in dieser Welt?“. Comedian Markus Maria Profitlich steckt in einer Zwangsjacke, während er diesen Prolog hält. Und damit im wahrsten Sinne des Wortes in der Klemme.

Donnerstag, 05.03.2020, 18:25 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 05:44 Uhr
Nach anderthalb Stunden Stand-Up-Comedy vom Feinsten, gekrönt von der „Ode an eine Eintagsfliege“, bedankte sich Markus Maria Profitlich von seinem Publikum, ließ sich sogar noch zu einer kleinen Zugabe überreden und wurde mit viel Applaus entlassen. Im Forum des Stadtgartens gab es anschließend noch die Möglichkeit, sich ein Autogramm zu holen. Foto: Sonja Töbing

Doch der Vollblutkomiker entkommt dieser Situation gekonnt mit Wortwitz, Charme und gewohnt ausdrucksstarker Mimik. Mit seinem Programm „Schwer verrückt“ hat Profitlich am Mittwochabend mehr als 300 Zuschauer im Stadtgarten Bünde begeistert.

Viel Sympathie schlug dem 59-Jährigen entgegen, als er offen über seine Parkinson-Krankheit sprach. Tatsächlich bemerkte man bei genauerem Hinsehen die ersten Symptome der heimtückischen Erkrankung. So zitterte Profitlichs rechte Hand zwischendurch immer wieder, was der Comedian jedoch geschickt zu kaschieren wusste. An dieser Stelle muss man ihm großen Respekt für seinen Auftritt zollen, denn eine solche Ein-Mann-Show kostet Kraft, gerade in einer Sparte, in der das Witzigsein oberste Priorität hat – auch dann, wenn einem selbst vielleicht gerade nicht nach Lachen zumute ist.

Absurditäten des Alltags

Das 90-minütige Programm war ein Streifzug durch die Absurditäten des Alltags. Da ging es um die gesunden Smoothies, die Profitlich nur dann trinkt, wenn sie Kotelett, Spanferkel oder Hopfen und Malz enthalten. Da ging es um Feminismus („Drehe ich jetzt statt des Wasserhahns das Wasserhuhn auf?“), Selbst-Doping für Freizeitsportler und die Vorliebe mancher Eltern für ausgefallene Vornamen. „Pepsi Carola“, „Sky Luna“ und „Always Ultra“ als Mädchennamen? Nicht mit Mensch Markus – und so wurden diese kreativen Einfälle schnellstmöglich durch den Kakao gezogen.

Auch Besuche im Supermarkt liefern Markus Maria Profitlich reichlich Stoff für sein Programm, sei es wegen der „MHD-Junkies“, die sich wegen des Mindesthaltbarkeitsdatums verrückt machen, oder wegen Glutenunverträglichkeit. „Gluten ist das Napalm der Gegenwart“, betonte der Komiker, um dann gleich klar zu stellen: „Eine solche Allergie ist nicht schön, Zöliakie ist wirklich eine beschissene Krankheit.“ Trotzdem müsse man immer bedenken, „dass es in Dortmund mehr Schalke 04-Fans gibt als Zöliakie-Erkrankte in ganz Deutschland“.

Autogramm im Anschluss

Auch die Frutarier und Veganer dieser Welt bekamen am Mittwochabend ihr Fett weg, ebenso wie die Amazon-Erfindung Alexa. „Alexa, wie heißt der vegetarische Bruder von Bruce Lee?“, fragte der 59-Jährige die imaginäre Alleswisserin. „Das weiß ich nicht“, kam es prompt zurück. „Brokkoli“, flachste Profitlich und hatte noch mehr Fragen dieser Art auf Lager, die seine Alexa zur Verzweiflung brachten.

Nach anderthalb Stunden Stand-Up-Comedy vom Feinsten, gekrönt von der „Ode an eine Eintagsfliege“, bedankte sich „Mensch Markus“ bei seinem Publikum, ließ sich sogar noch zu einer kleinen Zugabe überreden und wurde mit viel Applaus entlassen. Im Forum des Stadtgartens gab es anschließend noch die Möglichkeit, sich ein Autogramm zu holen – für viele Zuschauer die Chance, ihrem Liebling ganz nah zu kommen.

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