Coronavirus: einige Bürger versorgen sich kartonweise – Geschäfte in Enger und Spenge haben nachbestellt
Hamsterkäufe – leere Regale in Märkten

Enger/Spenge/Bünde (WB). Nudeln, Mehl, Zucker, H-Milch, Desinfektionsmittel – wer diese Produkte am Wochenende einkaufen wollte, dürfte sich gewundert haben. Teils waren die Regale in den Supermärkten nahezu leer geräumt. Von einigen Marken gab es allerdings immer noch Reste. Anders sah das bei Desinfektionsmitteln aus – hier war alles restlos geplündert. Ein Bild, das nicht spezifisch für Enger und Spenge, sondern die ganze Region war.

Dienstag, 03.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 09:16 Uhr
Der Marktkauf in Bünde weist seine Kunden mit Zetteln darauf hin, dass wegen der erhöhten Nachfrage an Grundnahrungsmitteln und Konserven einige Regale leer sind. Foto: Hilko Raske

Seit es die ersten Coronavirus-Fälle in NRW und – inzwischen aber unbestätigte – Verdachtsfälle in Bielefeld gab, haben die Bürger mit dem „Hamstern“ begonnen. „Bei uns war das schon am Mittwoch zu spüren“, sagt Marcel Hörmann, Leiter des E-Centers Wehrmann in Enger.

Zehnfacher Bedarf

Bilder aus dem Bünder Marktkauf kursierten am Wochenende in den lokalen Gruppen bei Facebook. Zu sehen waren leere Kühltruhen und ein Hinweisschild mit dem Text: „Sehr geehrte Kunden, wir sind nicht in der Lage, den kurzfristig fast zehnfachen Bedarf an Grundnahrungsmitteln vorzuhalten. Wir tun unser Bestes. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

„Bei Nudeln und Konserven fiel es bei uns besonders auf“, erklärte Torsten Westebbe, Leiter des Bünder Marktkaufs, auf Anfrage dieser Zeitung. Freitag hätten einige Kunden ganze Kartons von den noch nicht ausgeräumten Paletten mit Nudeln und Reis gekauft. Dennoch seien ausreichend Lebensmittel im Markt verfügbar. „Verhungern muss bei uns keiner“, sagt Torsten Westebbe.

Waren sind nachbestellt

Im Marktkauf sind die Waren umgehend nachbestellt worden und die Regale sollen sich in diesen Tagen wieder komplett füllen. Geht es allerdings mit den Hamsterkäufen so weiter, dann fürchtet Torsten Westebbe durchaus Probleme in der Logistik. Bestellen plötzlich alle Märkte deutlich mehr, seien mehr Lastwagen, mehr Fahrer von Nöten. Und noch davor in der Logistikkette: Die Lager müssten ausreichend in kürzester Zeit aufgefüllt werden. Entsprechend mehr müsse produziert werden.

„Wir haben nicht nur normal nachgeordert, sondern auch die Bestellmengen für unsere Märkte in der Region erhöht“, erklärt Julia Wehrmann, Mitglied der Geschäftsführung der Edeka-Wehrmann-Märkte.

Im Laufe des Montags, spätestens am Dienstag sollte alles wieder aufgefüllt sein, sagt sie. Bei den Produkten der günstigen Eigenmarke könnte es möglicherweise zu Engpässen kommen. „Es ist wichtig, dass wir nicht in Panikmache verfallen“, meint Wehrmann.

Verwirrung um Kita-Besuch

Das Jugendamt Herford hatte die Kitas Ende der vergangenen Woche darüber informiert, dass, wenn es erste Fälle des Coronavirus im Kreis Herford gebe, Kinder mit Erkältungsanzeichen nicht in die Einrichtungen geschickt werden dürften. Offensichtlich hat diese Mitteilung zu Missverständnissen geführt.

Bei Facebook kursierten Gerüchte, dass ab sofort keine Mädchen und Jungen, die auch nur einen Schnupfen haben, von den Eltern in die Kitas gebracht werden dürfen. „Das ist aber nicht der Fall. Das gilt erst dann, wenn das Coronavirus hier bei uns angekommen ist“, sagt Christine Schmalhorst, Personal-/Investitionsplanung der städtischen Herforder Kindertagesstätten.

Kreis informiert Eltern

Der Kreis Herford habe eine Internetseite angelegt, auf der sich Eltern und alle anderen über Aktuelles informieren können. „Einfach ‚Kreis Herford und Coronavirus‘ googeln – dann findet man alle gesammelten Informationen auf einer Seite“, erklärt Schmalhorst.

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