Mehr als 100 Aussteller bei Börse im Stadtgarten – 2000 Schüler informieren sich „Zukunft braucht Ausbildung“

Bünde (WB). Vorsichtig legt sie der Puppe das Stethoskop auf die Brust und überprüft den Herzschlag. „Alles okay“, ist das Fazit von Lara Schmid. Sie absolviert eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin. Ihren Traumjob hat sie am Freitag bei der 23. Ausbildungsplatzbörse in der Bünder Stadthalle vorgestellt. Mehr als 100 Unternehmen aus der Region haben dort ihre Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt – etwa 2000 Schüler kamen in der Zeit zwischen 13 und 17 Uhr.

Von Kathrin Weege
„Der Beruf ist vielseitig und man lernt auch viel über den eigenen Körper“, meint Lara Schmid, die bei der Stadt Bünde eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin macht. Zwei bis drei Lehrstellen werden jährlich ausgeschrieben.
„Der Beruf ist vielseitig und man lernt auch viel über den eigenen Körper“, meint Lara Schmid, die bei der Stadt Bünde eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin macht. Zwei bis drei Lehrstellen werden jährlich ausgeschrieben. Foto: Kathrin Weege

Berufe von A bis Z

Trotz des Schichtdienstes sei die Ausbildung zum Notfallsanitäter gefragt, meint Felix Heidenreich von der Stadt Bünde. „Auf zwei bis drei ausgeschriebene Stellen jährlich kommen 80 bis 100 Bewerbungen“, weiß er.

Von A wie Altenpfleger bis Z wie Zahnarzthelfer waren alle Berufsfelder vertreten. Ausbildungsplätze für dieses und das kommende Jahr wurden angeboten. Eine Jobbörse in Form von Stellwänden voll mit Angeboten wurde von fast jedem Besucher inspiziert: Ist da vielleicht schon das Richtige dabei für mich?

Viel los war auch auf der Handwerkermeile. Hier konnten die Jugendlichen direkt unterschiedliche Tätigkeiten ausprobieren. Dachdecker-Azubi Christian Vogel zeigte, wie man aus Schiefer ein Herz formen kann. „Die Handwerksunternehmen finden wieder etwas besser Azubis. Nur in der Baubranche ist es etwas schwieriger“, meint Kornelia Eickhoff (Kreishandwerkerschaft). „Für den Hausbau braucht man eben Maurer, ohne Sanitär-Handwerk gibt’s keine Toilette, kein Bad“, bringt es Stefan Lewe, Dachdeckermeister aus Enger auf den Punkt. Es sei wichtig, die Wertschätzung des Handwerks zu steigern.

Fachkräftemangel, Digitalisierung und Demografie

Eröffnet hatten die Börse Bürgermeister Wolfgang Koch, Landrat Jürgen Müller und Hanspeter Stegh, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Die Veranstaltung sei eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, meinte Koch. Stegh fasste die drei großen Herausforderungen der Zukunft für die Unternehmen zusammen: „Fachkräftemangel, Digitalisierung und Demografie. Jeder fünfte Arbeitnehmer wird in zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Dies gilt es aufzufangen.“ Die Investition in die Ausbildung sei die stärkste Ressource gegen den Fachkräftemangel. „Zukunft braucht Ausbildung“, unterstrich Stegh. Landrat Müller appellierte an die Schüler, schon auf der Ausbildungsplatzbörse den Kontakt zu den Unternehmen zu suchen, in die Firmen zu gehen und Praktika zu machen. „Findet den Beruf, der zu euch passt“, sagte der Landrat.

Die Veranstaltung in der Stadthalle ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Agentur für Arbeit Herford, der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford und der Stadt Bünde.

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