Innerhalb von vier Minuten wird das Bünder Freibad-Wahrzeichen abgerissen
Achtung: Sprungturm fällt!

Bünde (WB). 82 Jahre stand der Betonklotz auf der Südwestseite des Bünder Freibades. Innerhalb von vier Minuten ist der 10-Meter-Sprungturm am Donnerstagmorgen abgebrochen worden.

Donnerstag, 06.02.2020, 13:59 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 18:26 Uhr
82 Jahre stand er im Bünder Freibad, Tausende Schwimmer stürzten sich in der Zeit aus luftiger Höhe ins Wasserbecken: Am Donnerstagmorgen ist der 10-Meter-Turm im Zuge der 10 Millionen Euro teuren Badsanierung abgebrochen worden. Foto: Daniel Salmon

Es ist kurz nach 10 Uhr, als Jürgen Papenbrock vom Abrissunternehmen Wimmelbücker zu den Steuerknüppeln in der Kabine seines Baggers greift. Der Ausleger der 30-Tonnen-Maschine fährt hoch. Vorsichtig, fast schon zärtlich, tippt er gegen den oberen Teil des Turms. Kaum zwei Minuten zuvor hatte der 50-Jährige mit einem anderem Aufsatz für seine Baumaschine, einem Hydraulikhammer – auch „Specht“ genannt – einige Löcher in die Unterseite des Betonkolosses gemeißelt. „Damit der Turm instabil wird und besser kippt“, erklärt Dr. Marion Kapsa, Chefin der Bünder Bäder GmbH. In sicherer Entfernung hat sie sich mit weiteren Verantwortlichen aufgestellt, verfolgt aus knapp 50 Metern das Geschehen.

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10-Meter-Turm kippt um

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Die Zuschauer machen Handyvideos, als der Putz an der Oberseite des Turmes abplatzt und zu Boden bröckelt. Risse bilden sich, werden immer größer. Der Baggergreifer übt noch einmal leichten Druck aus, kurz darauf kippt der Turm, schlägt eine Sekunde später mit einem dumpfen Krachen auf dem Erdboden auf. „Das war’s“, sagt Marion Kapsa. Die Umstehenden applaudieren. „Der Sprungturm ist nicht nur das optische Wahrzeichen des Bünder Freibades gewesen, sondern gleichzeitig auch mit vielen Erinnerungen in der Bünder Bevölkerung verbunden. Der Abbruch ist aber auch der Beginn von etwas Neuem”, sagt Karsten Klußmann, zuständiger Projektleiter der Bäder GmbH.

Zwar hatte der Turm in den vergangenen Jahrzehnten tausenden Schwimmern beim Sturz in die Tiefe einen wohligen Nervenkitzel beschert. Aber bereits seit 2015 waren die Sprünge aus fünf und zehn Metern Höhe ins Becken tabu. Klußmann: „Der Turm hatte die aktuellen Sicherheitsstandards nicht mehr erfüllt.” Für Schwimmmeisterin Kerstin Lech ist der Abriss ein bewegender Moment: „Da bin ich natürlich auch selbst das eine oder andere Mal runtergesprungen. Aber es nützt ja nix. Er musste weg.“

Während der alte Turm durch einen neuen – allerdings kleineren – ersetzt wird, findet zumindest die alte Beckenrutsche noch Verwendung. „Die wird wieder in Schuss gebracht und findet dann ihren Platz im neuen Bad“, informiert Kerstin Lech.

Umkleide schon weg

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Abrissbagger das alte Eingangsgebäude des Bades dem Erdboden gleichgemacht. Derzeit wird der Innenanstrich des Schwimmerpools entfernt. Wahrscheinlich in der kommenden Woche wird der Beckenkörper dann abgebrochen. Nach Angaben der Bäderbetriebe soll diese Maßnahme wohl im März abgeschlossen sein. Dann soll mit dem Neubau des etwa zehn Millionen Euro teuren Freibades begonnen werden, das im Sommer 2021 den Betrieb aufnehmen soll.

Wie berichtet, können Interessierte die Baufortschritte über die Homepage der Bäder GmbH (www.buender-baeder.de) verfolgen. Per Webcam werden dort alle zehn Minuten frische Fotos von der Baustelle hochgeladen. Ein Zeitrafferfilm fasst die Arbeiten der letzten Wochen in Kürze zusammen.

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