Sozialausschuss-Politiker stimmen für Zuwendung in Höhe von 4750 Euro
Wegen Finanz-Engpass: Stadt hilft Tafel

Bünde (WB). Damit dürfte der finanzielle Engpass bei der „Tafel“ ausgemerzt sein: Die Mitglieder des Bünder Sozialausschuss haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dem Verein mit einem Geldbetrag in Höhe von 4750 Euro unter die Arme zu greifen.

Donnerstag, 06.02.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 06:10 Uhr
Mehrere hundert Personen in Bünde profitieren bei der Tafel-Nebenstelle von der günstigen Abgabe von Lebensmitteln. Foto: dpa

In der Elsestadt sind wöchentlich einige Hundert Menschen auf das Angebot der Bünder Nebenstelle der Meller Tafel angewiesen. Seit mittlerweile 14 Jahren gibt es das Angebot vor Ort. Immer montags zwischen 13 und 17 Uhr kommen die Bedürftigen zur Ausgabestelle am DRK-Haus an der Sachsenstraße, um sich für kleines Geld Lebensmittel abholen zu können. Einen Einkauf in einem „normalen” Supermarkt können sie sich nicht leisten.

Hohe Ausgaben

„Allein am Montag kamen 120 Personen zu uns. Und dahinter stehen ja noch deren Familien”, informierte CDU-Mitglied Doris Dirker in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses. Die Ratsfrau selbst ist im Vorstand der Tafel aktiv, gehört zu den 30 Ehrenamtlern allein in Bünde, die sich um die gesamte Organisation rund um die Lebensmittelausgabe kümmern.

Allerdings: Auch wenn es sich bei den ausgegebenen Waren zumeist um Spenden von Lebensmittelmärkten handelt, muss die Tafel trotzdem hohe Unterhaltungskosten für Fuhrpark, Logistik, Lagerung, Gebäudemiete und Co. stemmen. Hart traf es den Verein daher, als Ende des vergangenen Jahres allein 7000 Euro für die Instandsetzung eines Staplers fällig wurden. Weitere 2500 Euro musste die Tafel in die Reparatur einer Elektroanlage stecken.

Zuletzt 2012 unterstützt

Wie berichtet , hatte sich Tafel-Vorsitzende Ulrike Margraf daraufhin hilfesuchend an die Stadt Bünde gewandt. „Aus Mitgliedsbeiträgen, dem Eigenanteil der Kunden und den regelmäßigen Spenden kann das nicht finanziert werden”, hatte sie in einem Schreiben an den Ersten Beigeordneten Günther Berg erklärt. Um das Tafel-Angebot auch in Bünde weiterhin aufrecht erhalten zu können, hatte Margraf um finanzielle Unterstützung gebeten. Die möglich Höhe hatte sie allerdings offen gelassen. Zuletzt hatte die Stadt dem Verein im Jahr 2012 eine Summe von 1500 Euro zukommen lassen.

Fraktionsübergreifend sprachen sich Ausschussmitglieder aus, der Tafel zu helfen. „Die Tafel macht hervorragende Arbeit in Bünde“, führte SPD-Politiker Ulf Dreier aus. Er erklärte aber auch: „Es ist eigentlich ein Skandal, dass wir solche Einrichtungen in Deutschland haben müssen, um Menschen, die bedürftig sind, zu versorgen – und das in einem so reichen Land.“ Dreiers Ansicht nach sei hier auch die Bundesregierung gefordert. Sein Parteikollege Kai Unzicker meinte: „Wenn die Tafel Sonderausgaben hat, finden wir das richtig, das zu unterstützen.“ Diesem Ansinnen konnten auch die Vertreter der übrigen Parteien folgen, sprachen sich für eine Finanzspritze in Höhe der Hälfte der im Antrag genannten Kosten aus.

Albsmeiter gegen Antrag

Lediglich der parteilose Ratsherr Carsten Albsmeier führte Bedenken ins Feld. „Mir fehlt die Auflistung der Kosten. Der Trägerverein sitzt in Melle, bekommt der von der Stadt dort auch Zuschüsse. 2012 hatte es noch eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben gegeben“, monierte der Lokalpolitiker. Doris Dirker führte daraufhin aus, dass eine Kostenaufstellung für 2018 sehr wohl vorliege. Demnach würden allein an Fahrzeugkosten 18.000 Euro (Sprit, Versicherung, Reparaturkosten) anfallen, zudem gebe es hohe Entsorgungskosten für die Abfälle (Pappen, Plastikgebinde etc.). „Das sind rund 3000 Euro pro Jahr“, so die Christdemokratin.

Bei der abschließenden Abstimmung enthielt sich Tafel-Mitglied Dirker. Bis auf Carsten Albsmeier votierten alle übrigen Ausschussteilnehmer für die Zuwendung. Diese muss die Kämmerei nun noch in den Haushaltsplanentwurf für 2020 einpflegen, den der Stadtrat am heutigen Donnerstagabend beschließen soll.

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