Nabu stellt neues Halbjahresprogramm vor – zwei Bustouren geplant
Gemeinsam für Mensch und Natur

Bünde  (WB). Turteltauben? Sind im Kreis Herford praktisch ausgestorben. Und wie schaut es mit Lerche, Kiebitz und Rebhuhn aus? „Das waren mal Vogelarten, die in der Region verbreitet waren. Inzwischen gibt es im gesamten Kreis Herford nur noch 200 Lerchenpaare, von den Rebhühnern ist nur noch 5 Prozent des einstigen Bestandes vorhanden und auch Kiebitze sieht man so gut wie gar nicht mehr“, sagt Friedhelm Diebrok, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Herford.

Mittwoch, 05.02.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 10:08 Uhr
Stellten das neue Halbjahresprogramm des Naturschutzbundes vor: Ria Grospitz, Brigitte Weißwange, Sabine Schmitt, Siegfried Thüte, Brigitte Sperber, Nabu-Kreisvorsitzender Friedhelm Diebrok und Regina Meier (von links). Den Auftakt macht eine Lesung über die Turteltaube am 14. Februar. Foto: Hilko Raske

Die Situation der verschwindenden Arten ist eines der Themen, die im neuen Halbjahresprogramm 2020 Niederschlag finden. 2400-mal wird es ist in dieser Woche an die Nabu-Mitglieder im Kreisgebiet verschickt, außerdem liegt es in den Bürgerbüros der Kommunen, im Museum Marta und natürlich in der Nabu-Geschäftsstelle (Engerstraße 151 in Bünde) aus.

Den Auftakt macht am Freitag, 14. Februar, von 19.30 bis 21 Uhr eine Lesung in der Kupferbar im Marta Herford. Unter dem poetischen Titel „Wie wenn sanfte Turteltauben Küsse flüstern aus den Lauben“ trägt Dirk Strehl ausgewählte Texte zum Vogel des Jahres vor. Vogelkundler Klaus Nottmeyer ergänzt mit seinem Fachwissen.

Filme über Wiese und Wald

Der Wiese und dem Wald widmen sich zwei Filme, die im Februar präsentiert werden. So wird am Mittwoch, 19. Februar, ab 19 Uhr in der Werretalhalle Löhne „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ gezeigt (Eintritt frei). Und am Mittwoch, 26. Februar, steht das „Geheime Leben der Bäume“ im Mittelpunkt. Dieser Film bringt den Bestseller von Naturschützer und Förster Peter Wohlleben auf die große Leinwand. Beginn ist um 20 Uhr in den Bünder Lichtspielen (Büli).

Bustouren und Wanderungen

Nicht fehlen im Nabu-Programm dürfen Ausflüge und Wanderungen. So heißt es am 21. März von 14 bis 17 Uhr „Schafe, Schäfer und ein Kaffeetrinken“. Ziel ist die kleine Schäferei von Michael Stücke in Löhne. Er zeigt seine Tiere, die zu vom Aussterben bedrohten Rassen gehören. Zu einem Streifzug durch das Voßholz am Gut Böckel lädt der Nabu für Sonntag, 26. April, 7 bis 9 Uhr ein.

Die faszinierende Senne erleben können Teilnehmer einer Bustour am Sonntag, 3. Mai, von 11.45 bis 18 Uhr. Rund um den Spatzenberg in Löhne geht es am Sonntag, 17. Mai, 7 bis 9 Uhr. Bei dieser naturkundlichen Führung begeben sich die Teilnehmer auf die Suche nach den Vögeln des Waldes und des Feldes.

Zu den Höhepunkten des Programms dürfte die „Kreuzfahrt aufs Land“ am Samstag, 4. Juli, zählen. Zum zweiten Mal nach 2018 organisiert der Nabu eine Genusstour mit dem Bus. Es geht zu drei Höfen im Raum Melle/Osnabrück. Junge Bauernfamilien zeigen, wie sie Kühe, Schweine und Hühner artgerecht halten, ihr Land naturgemäß bewirtschaften und neue Wege der Vermarktung gehen. Für die Bustouren und den Ausflug zum Schäfer ist eine Anmeldung erforderlich: Telefon 05223/904163 oder nabu.herford@ewe.net.

Frühlings-Pflanzenmarkt im April

Zu den Klassikern im Nabu-Programm gehört der Frühlings-Pflanzenmarkt. Er findet am 4. April von 13 bis 17 Uhr im Garten des Nabu-Vorsitzenden (Enger­straße 151 in Bünde) statt. Angeboten werden verschiedene heimische Wildstauden und Laubgehölze, Wild- und Kletterrosen sowie Sämereien. Das Café Gartengucker lädt an diesem Tag zum Plausch ein. Auch die Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ (8. bis 10. Mai) und der botanische Wettbewerb „Plantrace” (13. Juni) sind erneut im Programm.

Die Situation der schwindenden Arten analysiert die Autorin und Landwirtschaftsexpertin Dr. Tanja Busse in ihrem Buch „Das Sterben der Anderen“. Am Donnerstag, 30. April, stellt sie ihr Werk ab 19.30 Uhr im Elsbachhaus (Goebenstraße 3-7 in Herford) vor.

„Unser Motto heißt ‚Gemeinsam für Mensch und Natur‘. Wir würden uns freuen, wenn viele uns auf diesem Weg begleiten würden“, sagt Friedhelm Diebrok. Weitere Infos auch zum neuen Halbjahres-Programm gibt’s auch online.

Kommentare

Thomas Potthoff  wrote: 05.02.2020 21:20
Gemeinsam für Mensch und Natur
Ich bin der Meinung, dass das Artensterben bei bestimmten Tierarten oft nicht mehr zu verhindern ist. Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Wohnungen. Entsprechend werden neue Baugebiete ausgewiesen und somit Erdböden versiegelt. Weiterhin entstehen große Firmenareale, wegen der Arbeitsplätze. Dadurch wird den Tieren ihr Lebensraum genommen. Die Anzahl der heimischen Tiere, welche insbesondere auf offene Wiesen und Felder angewiesen sind geht immens zurück. Ich wüßte kein geeignetes Mittel diesen Trend noch aufzuhalten. Man kann die Familien auch verstehen, welche sich ein Eigenheim bauen und möglichst ebenfalls einen Arbeitsplatz in der Nähe haben wollen. Weiterhin kommt der Ausbau des Straßen - und Wegenetzes hinzu. Die Natur geht dabei irgendwann kaputt. Es nützt dabei auch nicht viel, wenn Ausgleichsflächen entstehen und die Gesamtzahl der unbenauten Flächen für bedrohte Tiere trotzdem immer weniger werden.
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