Ärger über Hygienemängel – Bünder Kommunalbetriebe kündigen Vertrag mit Putzfirma
Teurer, dafür sauber: Stadt reinigt nun Grundschulen selbst

Bünde (WB). Schlecht gereinigte Toiletten, Nachlässigkeiten bei der allgemeinen Sauberkeit: Weil die Arbeit eines Reinigungsunternehmens an einigen Bünder Grundschulen zu wünschen übrig ließ, haben die Kommunalbetriebe die Reißleine gezogen. Mit eigenem Personal halten sie die Gebäude nun in Schuss – dadurch sind aber auch die Kosten gestiegen.

Mittwoch, 05.02.2020, 04:24 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 05:00 Uhr
Mit den Leistungen einer Putzfirma, die mehrere Bünder Grundschulen reinigte, waren weder die Gebäudenutzer noch die städtischen Kommunalbetriebe zufrieden. Der Vertrag mit dem Unternehmen wurde daher fristlos gekündigt. Foto: dpa

Bereits in der letzten Sitzung des Bünder Schulausschusses war das Thema kurz angeschnitten worden. Aufgefallen waren die erheblichen Mängel den Verantwortlichen bereits im Jahr 2018. Betroffen waren von der Hygiene-Misere nach Aussage von Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz die Grundschulen in Bünde-Mitte, Bustedt, Ennigloh, Holsen und Südlengerheide.

Grundlegende Mängel

Laut KBB war mit dem ursprünglich beauftragten Unternehmen eine „zufriedenstellende Zusammenarbeit nicht mehr möglich“. „Das bedeutet, dass trotz Aufzeigen von Mängeln und Mitteilungen über die unzureichende Ausführung der Unterhaltsreinigung keine Verbesserung der Situation vor Ort eingetreten ist“, erklärt die Stadtsprecherin auf Anfrage. Die Versäumnisse des beauftragten Dienstleisters hätten hauptsächlich darin gelegen, dass eine Unterhaltsreinigung unzureichend oder mangelhaft ausgeführt wurde. „Festgestellt wurden diese Mängel durch die Nutzer der Objekte, die Hausmeister und durch Mitarbeiter der Kommunalbetriebe Bünde“, sagt Greiner-Rietz.

Die Leitung einer betroffenen Grundschule, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, wird noch konkreter. „Das ging schon um ganz grundlegende hygienische Mängel. Vor allem was die Sanitäranlagen betraf.“ Zudem sollen die Angestellten der Reinigungsfirma teils schon nach einer Stunde mit der Arbeit in dem Gebäude fertig gewesen sein, was aus Sicht der Leitung kaum zu schaffen war – wenn man es denn ordentlich macht. „Im Reinigungsplan steht zudem genau drin, was gemacht werden muss: was nass oder trocken gereinigt wird, dass die Türen abzuputzen sind und die Tische natürlich auch. Das alles war teilweise nach einem Zeitraum von vier Wochen noch nicht erfolgt.“ Die Leitung stellt klar: „Das muss hier jeden Tag alles ordentlich geputzt sein, sonst bekommen wir ja noch Epidemien.“

Fristlose Kündigung

Das sah man letztlich bei den Kommunalbetrieben ganz ähnlich. Laut Stadtsprecherin Greiner-Rietz sei der Vertrag mit der betreffenden Reinigungsfirma aufgrund der Vorkommnisse fristlos gekündigt worden. Sie betont aber auch. „Die Unterhaltsreinigung durch Eigenreinigungskräfte ausführen zu lassen hat zu einem Kostenanstieg geführt.“ Wie hoch diese Mehrkosten genau ausfallen, dazu macht die Stadtangestellte aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben. Fest stehe aber: „Die Qualität der Reinigung ist durch diese Maßnahme allerdings erheblich verbessert worden.“ Dieses Einschätzung kann auch die Schulleitung bestätigen: „Momentan läuft es wirklich super.“

Wie Doris Greiner-Rietz ausführt, seien in den weiterführenden Schulen der Stadt neben eigenem Personal der Kommunalbetriebe derzeit auch externe Reinigungsunternehmen tätig. Bei diesen Einrichtungen sei es aber bislang nicht zu solchen gravierenden hygienischen Mängeln bei der Reinigung gekommen, wie die Stadtsprecherin auf Anfrage weiter ausführt.

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