73. Bünder Comedy-Nacht restlos ausverkauft Aus dem Alltag eines Bademeisters

Bünde   (WB). Ein Bademeister, der von seinem Alltag im Job berichtet, eine ziemlich großmäulige Echse und ein ehemaliger Student, der gemerkt hat, dass er langsam zu den „Alten“ gehört, haben gleich zweimal für ein restlos ausverkauftes Universum gesorgt. Bei der 73. Bünder Comedy-Nacht wurde aber auch die Stadt Bünde ein wenig auf die Schippe genommen.

Von Annika Tismer
Bademeister Schaluppke hatte einiges zu berichten.
Bademeister Schaluppke hatte einiges zu berichten. Foto: Annika Tismer

So amüsierte sich Moderator Sascha Korf gleich zu Beginn über das Rondell neben der Bahnunterführung. „Wofür soll das gut sein? Gibt es wirklich Menschen, die abends nichts Besseres zu tun haben, als sich da hin zu setzen und die Pizzeria anzustarren“, fragte er. Seine Spontanität, auf Dinge einzugehen, die ihm gerade eben passierten, begeisterte an diesem Abend noch weitere Male. Zwischen den Auftritten seiner Kollegen fragte sich der Komiker durch das Publikum und hatte zu jedem Wohnort, Beruf oder Namen der Anwesenden einen witzigen Spruch parat.

Einen Bezug zu seinem Auftrittsort stellte auch der einstige Langzeitstudent David Werker her. Während er darüber grübelte, dass er sich früher auf Partys schleichen und heute von Partys wegschleichen müsse, dachte er auch über das Universum anders als noch bei seinem ersten Auftritt hier vor zehn Jahren. „Damals habe ich gedacht: Boah, muss das geil sein, hier abzufeiern. Heute denke ich mir: Boah, muss das teuer sein, hier zu heizen“. Wie seine Gedanken erst sein würden, wenn er noch älter wird, konnte er mit einem Beispiel aus dem Leben seines Vaters beschreiben: „Ich wollte mit ihm in den Urlaub fahren, er hatte in der Zeit aber schon zwei Termine im Kalender stehen: Die gelbe und die braune Tonne“, scherzte er.

Nicht aufgrund seines Alters, sondern vielmehr aufgrund der Stadt war es dagegen Michael Hatzius mit seiner Echse nicht ganz leicht gefallen, im Universum anzukommen. „Aber jetzt bin ich froh, dass ich hier bin...also vielmehr, dass ich es auch gefunden habe“, ulkte er und schob gleich hinterher: „Als ich um 14 Uhr angekommen bin, habe ich mir als erstes einmal alle Sehenswürdigkeiten der Stadt angesehen. Um 14.05 Uhr war ich fertig“. Ein Spaziergang durch Bündes „Brötchenstrich“ habe sein Ankommen in der Stadt abgerundet.

Die einzige Frau in der Runde, Lisa Feller, hatte da ganz andere Sorgen, von denen sie zu berichten wusste. Denn die alleinerziehende Mutter zweier Söhne muss daheim so einiges bewältigen: „Wenn meine beste Freundin mir dann auch noch erzählt, dass ihre Tochter den ganzen Nachmittag über ein Bügelperlenbild gemacht hat, kann ich nur laut lachen“, erklärte sie. Ihre Jungs würden bei einem Nachmittag mit Bügelperlen eher ausprobieren, wie viele davon in ein Nasenloch passen würden.

Von Kindern und Teenagern konnte auch Bademeister Schaluppke einiges berichten. Denn in seinem Job müsse er nicht selten auch den Animateur oder Sonderpädagogen für die Amanda Cheyennes, Summer Kimberlys und Marvin Järome Pätricks spielen. So kämen diese nicht selten mit Wünschen, wie „Ey Chef, mach Zehner“ oder „Bademeister gib WLAN, ich hab‘ kein Handyempfang“ zu ihnen. Doch er wäre nicht Bademeister Schaluppke, wenn er alle diese Sorgen und Probleme nicht auf seine Art, gerne auch mal mit einem kleinen Rap, lösen würde.

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