Regelmäßige Beschwerden im Bünder Rathaus – Leserin berichtet von Zwischenfall Ärger über freilaufende Hunde

Bünde (WB). Die Frage kommt immer wieder auf: Wo in Bünde müssen Hundebesitzer ihre Tiere an die Leine nehmen, wo dürfen sie frei umherlaufen? Leserin Tanja K. (Name geändert) hat jetzt sich mit einer Erfahrung an diese Zeitung gewandt, die sie erschreckt und aufgewühlt hat.

Von Daniel Salmon
Das ist zum Bellen: In Bünde gehen im Rathaus öfters Beschwerden über nicht angeleinte Hunde ein. 2019 wurden laut Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz zehn Verstöße gegen die Leinenpflicht geahndet. Die Besitzer mussten ein Verwarngeld von je 30 Euro zahlen .
Das ist zum Bellen: In Bünde gehen im Rathaus öfters Beschwerden über nicht angeleinte Hunde ein. 2019 wurden laut Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz zehn Verstöße gegen die Leinenpflicht geahndet. Die Besitzer mussten ein Verwarngeld von je 30 Euro zahlen . Foto: dpa

Zugetragen haben soll sich der Vorfall bereits vor mehr als einer Woche. Die Bünderin (Name der Redaktion bekannt), machte mit ihren zwei Kindern und zwei Nichten einen Nachmittagsspaziergang im Bereich Hüffer Weg/Heggeweg. Plötzlich seien dem Quintett zwei größere, nicht angeleinte Hunde im schnellen Tempo entgegengekommen. „Die Halterin ging langsam hinterher“, schildert Tanja K..

Komplexe Regelung

Zwar seien die Vierbeiner an den Spaziergängern vorbeigerannt, trotzdem suchte die Mutter das Gespräch mit der Hundehalterin: „Ich habe die Frau angesprochen, ob ihre große Tiere nicht bessern an die Leine sollten, um die Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten.“ Laut Tanja K. habe sich die Hundehalterin allerdings wenig einsichtig gezeigt. „Sie ging dann weiter und wir blieben da, verängstigt und mit schnell pochenden Herzen.“ Zwar räumt Tanja K. ein, dass sie aufgrund einer negativen Kindheitserfahrung im Umgang mit Hund eher vorsichtig sei. „In Bünde gilt in allen bebauten Gebieten eine Leinenpflicht für Hunde. Ich frage mich warum es Menschen gibt, die sich dem widersetzen und damit eine Ordnungswidrigkeit begehen?“, fragt Tanja K. daher.

Doch wie ist die Regelung an der konkreten Stelle? Die Redaktion hat bei der Stadt nachgehakt. „In dem Bereich ist die Situation etwas komplexer“, erklärt Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz auf Anfrage. Denn an der Ecke Hüffer Weg/Heggeweg – dort befindet sich ein großes Wildgehege – gelte keine Anleinpflicht. Geht man beide Straßen weiter entlang, in Richtung der dortigen Siedlungen, dürfen Vierbeiner dort nicht frei laufen.

Keine generelle Pflicht

Generell gelte in Bünde keine generelle Leinenpflicht. Ausnahmen seien im Landeshundegesetz sowie in der Ordnungsbehördlichen Verordnung der Kommune verankert. „Auf Verkehrsflächen und in Anlagen innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile sind Hunde an der Leine zu führen“, erklärt Greiner-Rietz. Allerdings gibt es in der Elsestadt besondere Gebiete, wo Bello und Co. an die Leine gehören (siehe Infobox).

Kommt es zu Verstößen und die Stadt bekommt Wind davon, droht eine Strafe. „2019 gab es zehn Fälle, die mit einem Verwarnungsgeld von je 30 Euro geahndet wurden“, so die Stadtsprecherin. Des Weiteren seien ebenso viele Hundehalter schriftlich auf die Vorgaben des Landeshundegesetzes NRW hingewiesen worden. Im Wiederholungsfall können auch sie belangt werden.

Laut Doris Greiner-Rietz gehen zum Thema „Hunde“ – egal ob es um die Missachtung der Leinenpflicht oder um den Ärger von nicht weggemachten Kothaufen geht – regelmäßig Beschwerden von Bürgern bei der Ordnungsbehörde ein.

Wo Anleinen, wo nicht?

Eine besondere Anleinpflicht gilt in Bünde auf der Elsedamm-Nordseite (zwischen Osnabrücker Straße und Grabenstraße), auf der Südseite (zwischen Nordring, Kanu-Club und Lübbecker Straße), auf der Radwegverbindung zwischen der Ecke Elsedamm/Sachsenstraße und Werfer Straße, im Steinmeister- und im Dustholzpark, in für die Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen sowie bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Versammlungen mit Menschenansammlungen

„In Naturschutzgebieten besteht eine generelle Anleinpflicht“, so Stadtsprecherin Greiner-Rietz. In Landschaftsschutzgebieten gilt hingegen keine generelle Anleinpflicht für Hunde, aber nur solange sie sich auf Wegen befinden, beaufsichtigt werden und niemanden beeinträchtigen.

In Gebieten ohne besonderen Schutz – also außerhalb der zusammenhängenden Bebauung in Ortsteilen – bestehe keine Anleinpflicht für Hunde: „Zumindest solange sie sich im Einwirkungsbereich – also in Sicht- und Rufweite der Aufsichtsperson befinden und niemanden beeinträchtigen.“

Eine Übersicht darüber, wo in Bünde Hunde frei laufen dürfen oder an die Leine gehören gibt’s auch auf dem Geoportal des des Kreises Herford .

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