Boten hatten viele Haushalte in Bünde nicht beliefert – hunderte Bürger beschweren sich
Abfallkalender landen im Wald

Bünde (WB). Im Bünder Bürgerbüro und bei den Kommunalbetrieben standen die Telefone in den vergangenen Tagen kaum noch still. Der Grund: In zahlreichen Haushalten der Elsestadt wurden die aktuellen Abfallkalender nicht verteilt. Einige landeten sogar im Wald.

Mittwoch, 08.01.2020, 06:08 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 06:10 Uhr
Sauerei: Ein Stapel der Abfallwegweiser wurde wohl von einem Boten in einem Wäldchen an der Bültstraße entsorgt. Foto: Daniel Salmon

Eigentlich hätten die Broschüren (Auflage rund 27.000 Stück) schon vor Weihnachten ausgeliefert worden sein. „Wir hatten ein Unternehmen mit der Verteilung beauftragt. Aber anscheinend haben die Boten viele Straßenzüge nicht bedient“, sagt Silke Nordsiek. Die Auswirkungen bekommt die KBB-Mitarbeiterin nun direkt zu spüren: „Ich sitze seit letzter Woche am Telefon, weil Bürger anrufen und nachfragen.“

500 Anfragen am Donnerstag

Unzählige Anrufe seien laut Nordsiek bei verschiedenen Stellen der Stadtverwaltung eingegangen: „500 Anfragen sollen es allein am vergangenen Donnerstag gewesen sein.“ Am Montag hätten sich vor dem Bürgerbüro zahlreiche Bünder eingefunden, um noch einen Abfallwegweiser zu ergattern. Aber die wenigen gedruckten Exemplare, die noch im Rathaus und bei den Kommunalbetrieben vorrätig waren, seien rasch vergriffen gewesen. „Klar, die Leute sind auf den Plan angewiesen. Ein paar Abfuhrtermine hat man ja im Kopf. Aber auch nur für einige Wochen“, sagt Nordsiek.

Laut Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz könnten sich Bürger, die noch keinen Abfallwegweiser erhalten haben, im Bürgerbüro oder bei den KBB, Südlenger Straße 1, und unter Telefon 05223/9251-122 oder 9251-126 für eine Nachverteilung vormerken lassen. Zudem ist der Abfallkalender im Internet unter www.buende.de/abfallwegweiser abrufbar.

Kalender im Gestrüpp entsorgt

Doch was ist mit den nicht ausgelieferten Broschüren wohl geschehen? Nordsiek: „Die liegen wohl noch beim beauftragten Unternehmen.“ Zudem entdeckte Zeitungsleser Hans-Walter Becker in einem Wäldchen an der Bültstraße einen Packen der Kalender, den ein Bote wohl einfach im Gestrüpp entsorgt hatte – zusammen mit zahlreichen anderen Werbebroschüren verschiedener Supermärkte, die eigentlich in den Briefkästen der Bünder hätten landen sollen.

Laut Silke Nordsiek hatten die KBB erstmalig ein Unternehmen mit der Verteilung der Abfallwegweiser beauftragt. Und es wird wohl auch das einzige Mal bleiben. „Wie wir das 2021 machen werden, müssen wir nun klären.“

Kommentar

Mit diesem Aufschrei der Bürger hätte wohl im Rathaus und bei den Kommunalbetrieben niemand gerechnet. Aber Abfalltonnen gibt’s nun mal in jedem Haushalt. Fehlt der Müllkalender, macht sich schnell Verwirrung breit: Welcher Behälter muss wann an der Straße zur Abholung bereitgestellt werden? Behelfen sich die Jüngeren noch damit, sich alle Infos aus dem Internet zu ziehen, stehen ältere Mitbürger, die nicht online unterwegs sind, schnell vor einem Problem. Für sie ist der Kalender in Papierform wichtig.

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