Verkehrsentwicklungsplan wird fortgeschrieben – Umweltbeirat tritt für Radfahrer ein
Nach 30 Jahren sind neue Ideen gefragt

Bünde (WB).Es ist ein ziemlich sperriger Begriff: Verkehrsentwicklungsplan, kurz VEP. Dahinter verbirgt sich allerdings ein zentrales Thema unserer Zeit, nämlich die Mobilität in all ihren Facetten. Kurz gesagt, ist der VEP ein Leitbild für die Entwicklung im Bereich Verkehr.

Montag, 06.01.2020, 10:00 Uhr
Der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Bünde wird fortgeschrieben. Der städtische Umweltbeirat fordert, dass dabei die Bedürfnisse von Radfahrern besonders berücksichtigt werden sollen. Vor allem die Sicherheit für Radfahrer im Straßenverkehr solle deutlich erhöht werden. Foto: dpa

Auch die Stadt Bünde verfügt über einen derartigen Plan. Während aber üblicherweise der Planungszeitraum 10 bis 20 Jahre beträgt, ist der Bünder VEP deutlich älter. „Er stammt aus dem Jahr 1990“, informiert Doris Greiner-Rietz, Sprecherin der Stadtverwaltung. Also aus einer Zeit, als E-Mobilität noch in die Kategorie Science Fiction fiel und den Begriff Klimawandel praktisch niemand kannte.

Im Rathaus hat man erkannt, dass eine Fortschreibung des VEPs dringend notwendig ist. Damit wolle man schon in diesem Januar beginnen, sagte Annette Kühn, Mobilitätsbeauftragte der Stadt Bünde, nun vor Mitgliedern des Umweltbeirates. Zwar stand das Klimaschutzkonzept im Mittelpunkt der Diskussion – aber gerade die Verkehrsplanung sei hier ein wichtiger Baustein, so die Ansicht des Umweltbeirates.

Besonders der Aspekt einer fahrradfreundlichen Stadt liegt den Mitgliedern des Beirates am Herzen. So wollte Bernd Schüngel wissen, ob es denn überhaupt Visionen gebe, wie man Fahrräder im städtischen Verkehr bevorzugen könne. „Hat die Stadt überhaupt Konzepte für weitere Fahrradstraßen?“, fragt Schüngel.

Und auch die Umsteigemöglichkeiten auf den öffentlichen Personennahverkehr sollten die Bedürfnisse von Radfahrern berücksichtigen. „Wenn wir wollen, dass Radfahrer sich in der Stadt wohlfühlen, müssen wir etwas ändern“, betonte Klaudia Plooij. Es gebe für Radfahrer im Straßenverkehr oftmals schwierige Situation.

„Radfahrer fürchten um ihre Sicherheit“

Als Beispiele nannte sie den Kreuzungsbereich am Autohaus Becker-Tiemann, aber auch die Gerhart-Hauptmann-Straße. Dass Radfahrer im Bünder Straßenverkehr gefährlich lebten, habe er selbst festgestellt, erklärte Dr. Elmar Holstiege. „Wir haben hier so wenige Radfahrer, weil man um seine Sicherheit fürchten muss.“

All diese Aspekte würden in eine Bestandsaufnahme einfließen, sagt Annette Kühn. Nach etwa zwei Jahren solle die Fortschreibung des VEPs dann abgeschlossen sein. „Dabei geht es unter anderem darum herauszufinden, wo Mängel existieren und wo nicht.“ Der VEP gebe dann Handlungsempfehlungen. „Er zeigt, in welcher Stadt man auch mit Blick auf die Mobilität leben möchte. Wenn der Kfz-Verkehr eingeschränkt werden soll, muss dies von der Politik mitgetragen und beschlossen werden.“

Bürger sollen beteiligt werden

Beteiligt an der Fortschreibung des VEPs werde nach Auskunft von Doris Greiner-Rietz die Arbeitsgruppe Mobilität (Interessenverbände, Vertreter der Politik/Beiräte, Vertreter der Verwaltung), der Verkehrsausschuss und der Stadtrat. „Die Stadt Bünde sieht die Notwendigkeit einer offenen und breit angelegten Bürgerbeteiligung. Im Rahmen von Workshops besteht für die Beteiligten die Gelegenheit, ihre Einschätzungen zur Bestandssituation darzustellen und bei der Entwicklung geeigneter Lösungen mitzuwirken. Es sind zwei Workshops vorgesehen“, informiert die städtische Pressesprecherin.

Am Ende würden in einer Informationsveranstaltung die Ergebnisse vorgestellt. Diese Veranstaltungen seien öffentlich und somit für jeden zugänglich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7171571?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Laschet für neue Konzepte in der Corona-Pandemie
«Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch», sagt Armin Laschet.
Nachrichten-Ticker