BSG-Spitze spricht von „unüberbrückbaren Differenzen“ – Ex-König startet Online-Petition und übt Kritik
Streit um Schützenthron: Das sagt der Vorstand

Bünde (WB). Ist Thomas Rosenkötter noch amtierender König der Bünder Schützengesellschaft (BSG) von 1838? Der Vorstand des Vereins hat dazu jedenfalls eine klare Meinung – und hat sich zudem Unterstützung beim Westfälischen Schützenbund (WSB) geholt.

Samstag, 07.12.2019, 01:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 05:03 Uhr
Bei den Bünder Schützen ist es zum Streit um den Königsthron gekommen. Foto: Karl-Hendrik Tittel/Archiv

Wie berichtet, sollen mehrere Hofpaare des diesjährigen Schützenthrons abgedankt haben. Gerüchte, dass er selbst die Brocken auch hingeschmissen habe, hatte Rosenkötter gegenüber dieser Zeitung Mitte November dementiert. „Ich habe mehrfach dem Vorstand gegenüber erklärt, dass ich nicht zurückgetreten bin, dieses nicht beabsichtige und auch weiterhin der BSG als Schützenkönig zur Verfügung stehen würde.“

Mit einer Stellungnahme, die dieser Zeitung vorliegt, will der Schützenvorstand nun seine Sicht der Dinge darstellen. Demzufolge seien veröffentlichte Sachverhalte der Angelegenheit „in entscheidenden Teilen falsch“ oder „unvollständig dargestellt“ worden. „An dieser Stelle ist ausdrücklich zu betonen, dass der Ursprung der Ereignisse ausschließlich im privaten Bereich einzelner Schützenmitglieder zu finden ist“, heißt es in der Stellungnahme, in der deshalb auch nicht auf Einzelheiten zur Sache eingegangen werden soll.

Falsche Behauptung

Auf jeden Fall falsch sei aber die Behauptung, dass die BSG das bisher amtierende Königspaar Thomas und Ina Rosenkötter des Amtes enthoben oder „rausgeschmissen“ habe. Richtig sei vielmehr, „dass es innerhalb der Hofgemeinschaft zu unüberbrückbaren Differenzen“ gekommen sei, die die Auflösung dieser Gemeinschaft zur Folge gehabt haben. Und im Zuge dessen soll Rosenkötter dem Vereinsvorsitzenden Joachim Brand am 14. Oktober seinen Rücktritt als König erklärt haben. „Eine Woche danach hat das Königspaar dann seine Insignien vollumfänglich und freiwillig dem Vorstand übergeben und damit seinen Rücktritt erneut dokumentiert“, heißt es in der Stellungnahme des BSG-Spitze weiter.

Anstatt des Königs habe der geschäftsführende Vorstand die Termine im aktuellen Schützenjahr wahrnehmen wollen. Doch dann habe die BSG Anfang November „das Angebot des Zweitplatzierten des Königsschießens, Carsten Stellmacher“ erhalten, dass er zusammen mit seiner Ehefrau Wibke für das restliche Thronjahr das Königspaar stellen möchte. In einer erweiterten Vorstandssitzung sei dieses Angebot angenommen worden.

Situation im Nachhinein anders bewertet?

„Im Nachhinein bewertet Thomas Rosenkötter seine Situation anders und schildert den Ablauf der Ereignisse in der Öffentlichkeit falsch mit dem Aufruf um Unterstützung“, so der Vereinsvorstand, der sich daher gezwungen sah, den Vizepräsidenten Finanzen und Recht des WSB in der Sache einzuschalten, um die Vereinsinteressen zu vertreten. Allerdings sollen die Appelle des WSB-Vertreters an Rosenkötter mangels „Gesprächsbereitschaft“ keine Früchte getragen haben.

Die BSG-Spitze bedauere es ferner ausdrücklich, „dass aufgrund persönlicher Interessen einzelner Personen Sachverhalte öffentlich werden, die eher als Kinderkram mit Komödienqualität aufzufassen“ seien. Weiterhin teilen die BSG-Verantwortlichen mit, „dass selbstverständlich alle Veranstaltungen des Schützenjahres 2019/20 planmäßig stattfinden werden“.

Online-Petition gestartet

Über sein Facebook-Profil hatte Thomas Rosenkötter bereits am 29. November seine Sicht der Dinge dargestellt. Demzufolge sei er am 5. November gegen seinen „ausdrücklichen Willen“ durch Carsten Stellmacher ersetzt worden. „Die Hofpaare, die sich zuvor beim Vorsitzenden, Joachim Brand, schriftlich per Whatsapp abgemeldet haben und zurückgetreten sind, wurden wieder eingesetzt“, behauptet der Ex-König.

Zudem dementiert Rosenkötter, gegenüber Brand seinen Rücktritt erklärt zu haben. Die Rückgabe der Königsinsignien soll – so zumindest die Auffassung von Rosenkötter – „unter Vortäuschung falscher Tatsachen und durch eine Täuschungshandlung“ erfolgt sein.

Weil nach seiner Behauptung die Satzung BSG „in keinem Punkt oder Paragrafen eine Absetzung oder Austausch des proklamierten und somit amtierenden Schützenkönigs“ vorsehe, will er den Beschluss des erweiterten Vorstandes anfechten. Mit einer Petition im Internet sucht Rosenkötter Unterstützer, damit er eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu dem Thema einberufen kann. Bis Freitagabend hatte er 19 Unterschriften gesammelt. 50 benötigt er nach eigener Aussage.

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