Rolli-Fahrer können Bünder Bahnsteig nicht verlassen – Deutsche Bahn kündigt Reparatur an
Pannen-Fahrstuhl steckt schon wieder fest

Bünde (WB). Die Pannenserie der Fahrstühle am Bünder Bahnhof reißt nicht ab: Seit mindestens einer Woche steckt der Lift, der zum Bahnsteig mit den Gleisen 3 und 4 führt, auf halber Höhe im Kabinenschacht fest. Vor allem für bewegungseingeschränkte Menschen ist das ein Riesenproblem.

Samstag, 07.12.2019, 05:00 Uhr
Das rote Lämpchen leuchtet und ein pfeifender Signalton ertönt: Der Aufzug zu den Gleisen 3 und 4 steht mal wieder still. Foto: Salmon

Den – erneuten – Defekt hatte Ulrike Kowalewsky der Bünder Redaktion dieser Zeitung gemeldet. Die Koordinatorin der inklusiven Politikgruppe der Elsestadt arbeitet bei der Volkshochschule des Kreises, fährt mit dem Zug jeden Tag von Bünde nach Herford. „Ich habe am vergangenen Montagmorgen bemerkt, dass der Fahrstuhl schon wieder nicht funktioniert. Außerdem ist ein lautes Pfeifsignal zu hören, das wohl auf das Problem hinweist. Laut einer anderen Bahnfahrerin soll der Lift schon seit dem 29. November nicht mehr funktionieren“, sagt Ulrike Kowalewsky.

Erst Anfang 2019 – im Februar – waren die beiden Aufzüge, die den Passagiertunnel unterhalb der Gleise und die Bahnsteige miteinander verbinden, mit reichlich Verspätung in Betrieb genommen worden. Kurz darauf gab’s erste Probleme mit der Anlage. Mehrfach blieben die Kabinen stecken. Die Feuerwehr rückte aus und befreite die im Lift eingeschlossenen Personen. Und auch in der Folge funktionierten die Aufzüge mehrfach nicht.

Lift zu den Gleisen 3 und 4 wichtig

Dass der Aufzug nun erneut so lange außer Betrieb ist, bringt Ulrike Kowalewsky auf die Palme: „Der Lift zu den Gleisen 3 und 4 ist gerade für Rollstuhlfahrer und mobilitätseingeschränkte Menschen, die aus Herford kommen und hier aussteigen müssen, besonders wichtig.“ Denn weil sie die Treppen zum Fußgängertunnel nicht nutzen können, sind die auf die beiden Aufzüge angewiesen. Kowalewsky: „Sonst kommen sie vom Bahnsteig dort gar nicht weg! Über die Gleise geht das ja schlecht.“

Rolli-Fahrer müssten bis nach Melle weiterreisen

Alternativ müssten Rolli-Fahrer mit dem Zug weiter bis nach Melle fahren und von dort wieder zurück nach Bünde. „Dann kämen sie auf Gleis 2 an, wären nicht auf die Fahrstühle angewiesen und könnten den Bahnhof verlassen. Aber das geht doch so nicht“, empört sich Kowalewsky. Ihr Vorschlag daher: „Die Aufzüge sind so fehlerbelastet, die müsste man eigentlich komplett ausbauen und wieder neue einsetzen.“

Das sagt die Bahn

Doch was sagt die Bahn zu dem neuerlichen Lift-Desaster in Bünde überhaupt? Ein DB-Sprecher erklärt auf Anfrage, dass der Defekt am Aufzug bekannt sei. „Das geht alles über ein Echtzeiterkennungsprogramm. Unsere Mitarbeiter schauen sich das Problem dann vor Ort an.“ Das soll auch in Bünde so gewesen sein. Allerdings habe der Defekt noch nicht behoben werden können. „Wir wollen natürlich, dass der Lift so schnell wie möglich wieder fährt. Wann das klappt, kann ich aber nicht sagen“, so der DB-Sprecher, der sich für die neuerlichen Probleme in Bünde entschuldigt. Er verweist darauf, dass die Aufzüge der Bahn in der Regel recht zuverlässig funktionieren würden.

Für Ulrike Kowalewsky ist das alles nur ein schwacher Trost. Für sie steht ohnehin fest: „Ich benutze die Aufzüge sowieso nicht mehr, auch wenn ich schwere Koffer schleppe. Ich will ja nicht stecken bleiben.“

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