Polizei stellt Dateien sicher – Prozess vor dem Amtsgericht am 9. Dezember Bünder (59) soll tausende Kinderpornos gehortet haben

Bünde (WB). Die Vorwürfe in der Anklageschrift sind heftig: Ein Bünder (59) soll tausende Videos und Bilder mit jugend-, kinder- und tierpornografischem Material gehortet haben. Der Fall wird am kommenden Montag, 9. Dezember, vor dem Bünder Amtsgericht verhandelt.

Von Daniel Salmon
Bei der Hausdurchsuchung bei dem Angeklagten sollen Polizeibeamte im November vergangenen Jahres zahlreiche Speichermedien – unter anderem Festplatten, CDs und Laptops – mit kinder- und jugendpornografischen Fotos sichergestellt haben.
Bei der Hausdurchsuchung bei dem Angeklagten sollen Polizeibeamte im November vergangenen Jahres zahlreiche Speichermedien – unter anderem Festplatten, CDs und Laptops – mit kinder- und jugendpornografischen Fotos sichergestellt haben. Foto: dpa

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft soll Ende vergangenen Jahres auf den Mann aufmerksam geworden sein. „Es gab Hinweise auf eine IP-Adresse, von der belastendes Material heruntergeladen wurde“, so Amtsgerichtsdirektor Thomas Bröderhausen.

Hausdurchsuchung im November 2018

Im November 2018 klingelten dann Polizeibeamte an der Haustür des bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen 59-Jährigen. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung seien zahlreiche Speichermedien – unter anderem Festplatten, CDs und Laptops – sichergestellt worden. Auf diesen sollen die Ermittler 2000 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt sowie 1200 Dateien mit jugendpornografischem Material gefunden haben. Vier weitere Dateien hätten laut Anklage kinderpornografische Inhalte in Verbindung mit tierpornografischen Darstellungen aufgewiesen. „Hauptsächlich geht es um Videos, aber auch um Bilder“, so Bröderhausen.

Bei Schuldspruch droht Freiheitsstrafe

Die Anklage gegen den Bünder bezieht sich nur auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornos. Somit scheinen der Bielefelder Staatsanwaltschaft keine Hinweise vorzuliegen, dass der Mann das verbotene Material auch weiter verbreitet haben könnte. Wird der 59-jährige Angeklagte in dem Prozess schuldig gesprochen, muss er mit einer Geldstrafe oder einer bis zu dreijährigen Freiheitsstrafe rechnen.

Die für Montag kommender Woche angesetzte Verhandlung ist bereits die dritte in diesem Jahr, bei der es vor dem Bünder Amtsgericht um den Besitz von Kinder- und Jugendpornos in nicht unerheblichem Umfang geht.

Ähnlicher Prozess im Januar

Denn bereits im Januar hatte sich ein damals 23-jähriger Soziologie-Student wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften vor dem Bünder Amtsgericht verantworten müssen. Er hatte auf zwei Computern insgesamt 1700 Fotos und Videos mit Kinder- und Jugendpornos gespeichert, als die Polizei im Januar 2018 in seiner Wohnung auftauchte.

Der junge Mann hatte die ihm zur Last gelegten Vorwürfe vollumfänglich eingeräumt und sich reuig gezeigt. »Ich bin mir der Widerwärtigkeit dieser Tat bewusst. Das war ein großer Fehler«, sagte der Student, der eine achtmonatige Bewährungsstrafe kassierte, damals .

Sex-Dateien aus Sammelwut gespeichert?

Ende April stand dann ein seinerzeit 38-jähriger Mann wegen der gleichen Vorwürfe vor Gericht. Er hatte etwa 3000 Bilder und 300 Videos mit Kinder- und Jugendpornos auf diversen Datenträgern gespeichert. Er erhielt eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe – ausgesetzt zur Bewährung. In einer schriftlichen Stellungnahme hatte er sein Verhalten als „widerwärtig“ und „falsch“ bezeichnet. Die Sex-Dateien will er aus einer Art Sammelwut gehortet haben. Sein Verteidiger hatte dieses Verhalten mit einer „psychologischen Zwangsstörung“ begründet.

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