„Fridays-for-Future„-Bewegung bleibt aktiv: Umzug und Kundgebung am Freitag „Wir werden nicht locker lassen!“

Bünde (WB). Mit Trillerpfeifen und Megafon vorneweg, zogen auch am Freitagmittag wieder etwa 80 Jugendliche und Erwachsene durch Bünde. Die „Fridays-for-Future“-Bewegung ebbt nicht ab.

Von Bärbel Hillebrenner
Am Freitag waren es zwar nicht so viele Teilnehmer, aber jene, die bei Umzug und Kundgebung dabei waren, machten lautstark auf sich und ihre Forderungen aufmerksam. Neben den Jugendlichen waren auch zahlreiche Erwachsene und Vertreter von Umweltverbänden gekommen. Sogar Ratspolitiker liefen mit.
Am Freitag waren es zwar nicht so viele Teilnehmer, aber jene, die bei Umzug und Kundgebung dabei waren, machten lautstark auf sich und ihre Forderungen aufmerksam. Neben den Jugendlichen waren auch zahlreiche Erwachsene und Vertreter von Umweltverbänden gekommen. Sogar Ratspolitiker liefen mit. Foto: Daniel Salmon

„Mal kommen bis zu 200, mal nur 80 Teilnehmer, so wie heute. Aber wir werden nicht locker lassen und weiter für den Klimaschutz kämpfen“, sagt die 17-jährige Emma, die mit zum Organisationsteam gehört. Die 13 Mitglieder treffen sich regelmäßig, um Aktionen zu besprechen. Das sind nicht nur die Kundgebungen am Freitag, sondern auch mal Vorträge. „Wir haben uns zum Beispiel überwasserstoffbetriebene Autos informiert“, sagt Emma. Auch im Umweltbeirat sind die „Fridays“ aktiv, wie Ayman Zribi (17). „Ich mache das alles noch neben der Schule. Aber das ist okay, wir wollen ja was bewegen“, sagt der Schüler.

Politiker marschieren mit

Über Facebook, Instagram und Whats-App-Gruppen informieren sich die Jugendlichen gegenseitig und rufen ihre Mitstreiter zur Teilnahme an den Protesten auf. „Man weiß nie, wie viele kommen. Neulich in Enger waren es 700“, berichtet Hannah (15), die mit anderen Mitschülern und sogar ihren Eltern mit dem Bus angereist waren. Ja, auch viele Eltern und sogar Großeltern unterstützen die Anliegen und Forderungen: „Bei uns ist es eine Familiensache geworden. Unsere Kinder haben uns zwar motiviert, aber sie brauchten uns nicht zu überzeugen. Wir wissen, es muss noch sehr viel getan werden“, erklärt Daniela Bultmann. In der Familie verzichte man auf Plastik und fahre Rad.

Das machen auch viele andere: „Ich habe kein Busticket mehr, ich nehme jetzt meinen Drahtesel“, sagt Johanna (16). Hannah und Emma achten drauf, dass sie wenig Fleisch essen und wenn, dann nur bio. Wichtig aber ist den Schülern insbesondere das Umdenken in der Politik und in der Gesellschaft insgesamt. „Es reicht nicht, den Klimanotstand auszurufen. Darauf müssen Taten folgen. Und da könnte auch in Bünde noch wesentlich mehr passieren“, sagt Emma. Manchmal würden sich die Jugendlichen nicht ernst genommen fühlen – dennoch aber waren am Freitagmittag auch einige Ratsmitglieder zu der Kundgebung gekommen, die von der Polizei begleitet wurde.

Mit viel Lärm durch die City

Katja Tempelmeier (53) lief am Freitag mit durch die Innenstadt: Sie zeigte der aktuellen Politik die „rote Klimakarte“. Foto: Daniel Salmon Auch andere Gruppierungen hatten sich am Marktplatz eingefunden: der ADFC zum Beispiel und der Naturschutzbund. Mit selbst gemalten Transparenten und Plakaten demonstrierten sie ihre Forderungen. „Alles hängt ja zusammen: Wenn das Klima stimmt, fühlen sich auch die Tiere wohl. Uns geht es auch darum aufzuzeigen, wie viele Arten an Insekten es nicht mehr gibt und welche Arten gefährdet sind“, erklärt Nabu-Kreisvorsitzender Friedhelm Diebrok.

Mit viel Lärm zogen die Protestler vom Markt durch die Innenstadt zum Rathaus, wo sie sich mit kurzen Reden gegenseitig motivierten und auch Passanten erneut auf ihr Anliegen zum Klimaschutz aufmerksam machten. „Leinen statt Plastik“ hieß es bei der Gestaltung von Jutebeuteln – so konnten die Teilnehmer sogar ein handfestes Zeichen mit nach Hause nehmen.

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