Grüne wollen neue Anlage auf Parkplatz an der Pauluskirche installieren Zu wenige Rad-Stellplätze in der City

Bünde (WB). Mit dem Fahrrad zum Einkaufen in die City: Das ist vorbildlich. Aber wo stellt man das Zweirad ab? Bünde braucht mehr Fahrrad-Parkplätze direkt in Innenstadtnähe, meinen die Grünen. Sie wollen eine zusätzliche Fläche auf dem Parkplatz an der Pauluskirche für diesen Zweck bereitstellen.

Von Kathrin Weege
Wenn es nach den Grünen geht, sollen zwei Autostellplätze an der Pauluskirche bald für Fahrräder bereitstehen. Die SPD hält diesen Ort wegen der vielen Autos, die nach Parkplätzen suchen, für nicht ganz ungefährlich für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, wenn sie durch die Reihen radeln.
Wenn es nach den Grünen geht, sollen zwei Autostellplätze an der Pauluskirche bald für Fahrräder bereitstehen. Die SPD hält diesen Ort wegen der vielen Autos, die nach Parkplätzen suchen, für nicht ganz ungefährlich für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, wenn sie durch die Reihen radeln. Foto: Kathrin Weege

Zwar gibt es eine überdachte Abstellanlage im Bereich des Tönnies-Wellensiek-Platzes. Diese ist aber stark ausgelastet – überbelastet sogar aus Sicht der Grünen. Sie beantragen daher eine Erweiterung, die in Richtung Bibliothek rechts neben der vorhandenen Anlage an der Eschstraße erfolgen könnte.

Fraktionen sind sich einig

»Ein zweiter Rad-Parkplatz könnte in der Nähe der öffentlichen Toilette auf dem Parkplatz an der Pauluskirche eingerichtet werden. Dafür würden zwei Stellplätze für Autos wegfallen«, sagte Uwe Mausch von den Grünen. Die neuen Stellplätze sollten wie die in der Fußgängerzone mit Bügelständern ausgestattet werden.

Dass Bünde mehr Radstellflächen braucht, dem konnten sich alle Fraktionen in der Sitzung des Verkehrsausschusses anschließen. Wolfgang Pohl (SPD) sah die Auswahl des Standortes allerdings kritisch: »Dann läuft der Radverkehr über den stark befahrenen Parkplatz – zwischen dem ›Suchverkehr‹.« Er sorgte sich um die Sicherheit der Fahrradfahrer.

»Umwidmung von Autoparkflächen ist nicht sinnvoll«

Außerdem, meinte er, erwarte doch kein Radler Stellflächen auf einem Autoparkplatz. »Dass wir Flächen schaffen sollten, ist richtig. Den Standort sollte aber die Verwaltung prüfen«, ergänzte er. »Wir sind uns doch alle einig: Wir brauchen zusätzliche Stellplätze. Der Pauluskirchenparkplatz ist immer schon proppenvoll und es gibt dort viel Kurverei. Eine Umwidmung von Autoparkflächen ist da nicht sinnvoll. Im Grünen wären Radabstellflächen viel besser platziert«, so Guido Ransiek (FDP).

Zwei Autoparkplätze seien nun nicht besonders viel, konterte Dr. Elmar Holstiege von den Grünen. Martin Schuster (CDU) schlug vor, den Antrag weiter zu fassen. Die Stadt solle prüfen, wo in Innenstadtnähe sich ein solcher Parkplatz anbiete. Dr. Andreas Siepenkothen, Technischer Beigeordneter, entgegnete, dass diese komplette Aufstellung sehr aufwändig sei. Auf Vorschlag der Ausschussvorsitzenden Eva Dorothee Steuer wurde der Antrag so umformuliert, dass die Verwaltung prüfen solle, wo im Bereich der Fußgängerzone der Eschstraße Radstellflächen installiert werden könnten. Diesem Vorschlag folgten alle Fraktionen.

Bestandsaufnahme im September

Die Grünen hatten bereits im September eine Bestandsaufnahme bei den Rad-Parkplätzen gemacht. Das Ergebnis bewerteten sie damals durchaus positiv. So gebe es am Bahnhof 60 öffentliche Stellplätze – allerdings ohne Radstation – und an der Bahnhofstraße bis zur Else-Brücke 20 Plätze.

Von der Else-Brücke an über Bahnhofstraße, Eschstraße bis zum Tönnies-Wellensiek-Platz und vor der Stadtbibliothek seien es sogar 78 Stellplätze. Davon sind zwei Stellen mit 28 Plätzen überdacht. Die dritte überdachte Anlage am Kino und bei Woolworth ist momentan wegen der Baustelle demontiert.

Vor der Stadtbibliothek sind zudem zwei uralte Ständer zu finden. »Hier ist eine Modernisierung notwendig, da viele Besucher mit dem Fahrrad kommen«, meinten die Grünen-Politiker im Sommer.

Kommentar

Recht haben sie, die Grünen! Wenn die Bürger der Umwelt zuliebe kürzere Strecken mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen sollen und ja auch wollen, dann müssen ausreichend Parkplätze für die Zweiräder zur Verfügung stehen.

Dass viele Bünder schon mit dem Fahrrad zum Einkauf in die Innenstadt fahren, zeigen die vorhandenen, bereits ausgelasteten Stellanlagen. Daher ist es richtig, sich um zusätzliche Radparkplätze zu bemühen.

Die Kritik von Wolfgang Pohl (SPD) ist aber gerechtfertigt. Der Standort Pauluskirche liegt zwar zentral. Zu Stoßzeiten – und die gibt es täglich – kurven so viele Fahrzeuge auf der Suche nach einem Parkplatz umher, dass schon Fußgänger gut aufpassen müssen, dass sie nicht »unter die Räder« kommen. Ein verkehrstechnisch etwas ruhigerer Standort ist daher wünschenswert. (Kathrin Weege)

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