Bünder Schülerin spricht mit Frank-Walter Steinmeier über Kinderrechte Zu Gast beim Staatsoberhaupt

Bünde (WB). 30 Jahre Kinderrechte – zu diesem Anlass hat vergangene Woche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen Platz im Schloss Bellevue in Berlin geräumt. Dafür kamen 13 Kinder und Jugendliche bei dem »Kids Takeover« an die Macht. Mit dabei: Finja Cornils, Schülerin von dem Gymnasium am Markt.

Von Sophia Niermann
Die Bünder Markt-Gymnasiastin Finja Cornils (Mitte) gehörte zu der Delegation, die in der vergangenen Woche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender empfangen wurde.
Die Bünder Markt-Gymnasiastin Finja Cornils (Mitte) gehörte zu der Delegation, die in der vergangenen Woche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender empfangen wurde. Foto: Unicef

Am 20. November 1989 hatten die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention verabschiedet. Diese garantiert allen Kindern das Recht auf Überleben, Entwicklung und Schutz. Und vor allem: Das Recht darauf, ernst genommen und beteiligt zu werden. Genau deshalb gab es nun den »Kids Takeover« unter dem Motto »Mitmischen: Kinderrechte – Demokratie – Zukunft«, organisiert von Unicef. Hierzu hatte Bundespräsident Steinmeier – zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender – Kinder und Jugendliche eingeladen.

Hohes soziales Engagement

Doch wie ist es überhaupt möglich, so eine besondere Einladung zu bekommen? Diese Frage konnte nun Finja Cornils vom Bünder Gymnasium am Markt (GaM) während einer Sitzung der Unicef-AG der Schule beantworten. Denn: Die 14-Jährige war eine der 13 Jugendlichen, die das deutsche Staatsoberhaupt persönlich kennenlernen durften. »Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben, was in meinem Postfach lag«, so Finja Cornils.

Die Einladung erhielt sie allerdings nicht ohne Grund: Die Gymnasiastin zeigt seit drei Jahren ein sehr hohes soziales Engagement. Finja Cornils ist nämlich überdurchschnittlich aktiv bei Unicef, beziehungsweise in der Unicef AG des GaM, engagiert sie sich für Amnesty International und ist darüber hinaus Gruppensprecherin beim Bünder Jugendrotkreuz. Und das alles macht sie voller Leidenschaft neben der Schule und ihrem Hobby, dem Tischtennis. »Wenn man einmal was macht, macht man alles – mir macht es Spaß, anderen Menschen zu helfen«, sagt die Schülerin.

Workshop zur Vorbereitung

Um perfekt auf das Treffen mit dem Bundespräsidenten vorbereitet zu sein, nahm Finja Cornils mit den anderen zwölf Gästen an zwei Workshops teil, bei denen unter anderem ein Interviewcoaching stattfand.

Dann folgte der Tag, an dem sie vor dem Eingang vom Schloss Bellevue stand, umzingelt von Reportern und Kameras. »Ich war am Anfang schon sehr aufgeregt. Aber als der Bundespräsident mit uns gesprochen hat, war er von der ersten Sekunde an sympathisch und hat uns die Nervosität genommen«, beschreibt die Schülerin das Treffen mit Steinmeier. Er habe sich sogar eine Stunde mehr als geplant für seine Gäste Zeit genommen. Auch Unicef-Deutschland-Schirmherrin Elke Büdenbender, war sehr interessiert an den Anliegen der jungen Menschen. Ihrer Ansicht nach vertraten die Gäste kein Land, sondern eine Generation.

Mobbing an Schulen

»Frank-Walter Steinmeier und seine Frau haben die derzeitige Situation in Deutschland besser eingeschätzt, als sie ist«, findet Finja Cornils fest. Besonders die Chancengleichheit und die Bildungsgerechtigkeit hätten die 13 Schüler kritisiert. In ihrem Alltag sei deutlich zu erkennen, dass Herkunft und sozialer Status eine viel zu große Rolle für den Bildungsweg spiele. Aber Finja Cornils griff noch weitere wichtige Themen auf: Sie sprach Mobbing an Schulen und auch die Mobilität in Dörfern an. »Ich fahre jeden Tag Bus und komme zu wichtigen Unterrichtsstunden zu spät, weil ich oftmals meinen Anschlussbus verpasse und eine Stunde warten muss«, so die Schülerin, die bis vor drei Jahren nicht einmal wusste, was Unicef überhaupt ist.

Jedes Kind hat Rechte

»Bis ich in die Unicef-AG kam. Und bis heute gibt es viele Kinder, die nicht um ihre Rechte Bescheid wissen«, erklärt Finja Cornils. Umso wichtiger sei es, sich einzusetzen und zu engagieren, genau wie die Mitglieder der Unicef-AG am GaM es tun. Vom Unicef-Kartenverkauf über Theaterveranstaltungen bis hin zu Sponsorenläufen – sowohl mit kleinen als auch großen Aktionen zeigen die 14 Schüler der Unicef-AG unter der Leitung von Gudrun Ledendecker, Marleen Brinkmann und Yesim Gök, dass jedes Kind Rechte hat.

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