Susanne Rutenkröger (58) will für die SPD Bürgermeisterin in Bünde werden Die Anpackerin

Bünde (WB). Ihr Vater Siegfried Hagemann war ab 1990 sieben Jahre lang Bürgermeister in Bünde – damals noch ehrenamtlich. Jetzt will Susanne Rutenkröger bei den nächsten Kommunalwahlen für die SPD den Chefsessel im Rathaus erobern. »Ich bin bereit dafür«, sagt sie.

Von Daniel Salmon
Susanne Rutenkröger will für die SPD als Kandidatin um das Bünder Bürgermeisteramt kandidieren. Am Freitagabend hat sie auf der Delegiertenkonferenz des SPD-Stadtverbandes ihre Absichten öffentlich gemacht.
Susanne Rutenkröger will für die SPD als Kandidatin um das Bünder Bürgermeisteramt kandidieren. Am Freitagabend hat sie auf der Delegiertenkonferenz des SPD-Stadtverbandes ihre Absichten öffentlich gemacht. Foto: Daniel Salmon

Auf der Delegiertenkonferenz des SPD-Stadtverbandes im Kurhaus Bültermann gab die 58-Jährige ihre Absichten am Freitagabend bekannt. Ende März kommenden Jahres will sie sich auf der Nominierungsversammlung ihrer Partei dann endgültig aufstellen lassen. Die Kommunalwahlen in NRW finden rund sechs Monate später, am 13. September 2020, statt.

Mit Familie und Arbeitgeber abgestimmt

Nach Martin Schuster (CDU) ist Rutenkrüger die zweite Lokalpolitikerin, die ihre Ambitionen auf den Posten des Bünder Stadtoberhauptes bekräftigt hat. Die Kandidatur des Christdemokraten ist aber schon seit mehr als einem Jahr fix.

Ihre Entscheidung, für die Genossen in den Wahlkampf ziehen zu wollen, hat die gelernte Bankkauffrau bereits mit Familie und Arbeitgeber abgestimmt. Im Vorfeld habe es zudem Gespräche mit der SPD-Führungsriege in der Elsestadt gegeben, in denen man sich für Rutenkröger als Kandidatin ausgesprochen habe. Und auch aus den Ortsverbänden gab‘s Rückendeckung. »Viele haben gesagt: Dich können wir uns gut als Bürgermeisterin vorstellen. Das hat mich zusätzlich motiviert«, erklärt die gebürtige Bünderin, die schon als junges Mädchen dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt bei einem Bielefeld-Besuch die Hand geschüttelt hat.

Familie der Politik verbunden

Durch ihre Familie sei sie der Politik schon immer verbunden gewesen. Als eines ihrer großen Vorbilder nennt sie dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering (»Der ist so bodenständig«). Sich selbst bezeichnet die Mutter eines erwachsenen Sohnes als »Anpackerin«, die sich auch nicht zu schade dafür ist, mal im Bürgerbüro der Sozialdemokraten den Staubsauger anzuschmeißen oder die Fenster zu putzen.

Doch mit welchen Themen will Susanne Rutenkröger bei den Wählern punkten? Was sind ihre Ziele für die Zukunft der Stadt? »Bei vielen Projekten in Bünde fehlt es an Drive und Dynamik«, sagt die Holserin. Als Beispiele nennt sie die Zukunft des Cordes-Geländes und die Planungen für die ehemaligen Britensiedlungen. Da könne einiges schneller gehen.

Bürgernähe praktizieren

Ganz allgemein will Rutenkröger die Entwicklung der Kommune in geordnetere Bahnen lenken, mehr Bürgernähe praktizieren: »Man muss die Menschen mehr mitnehmen, gerade was Politik angeht.« Auch die Themen Bildung und soziale Gerechtigkeit hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. »Es gibt viel zu tun. Ich will der Stadtverwaltung ein Gesicht geben«, zeigt sich die SPD-Frau kampfeslustig.

Dass sie derzeit nicht – wie etwa CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Schuster – im Bünder Stadtrat vertreten ist, sieht Rutenkröger nicht als Nachteil im Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Wolfgang Koch. »Ich bin Sachkundige Bürgerin, beispielsweise im Planungsausschuss und somit bin ich bei der Fraktionsarbeit in alle Themen mit eingebunden.«

Zur Person

Susanne Rutenkröger ist Bünderin durch und durch. 1961 in der Elsestadt geboren, war sie knapp zwei Jahrzehnte später eine der letzten Abiturientinnen des Städtischen Neusprachlichen Mädchengymnasiums – das heutige Gymnasium am Markt. Von 1981 bis 1983 absolvierte sie eine Ausbildung bei der Deutschen Bank. Dort ist sie bis heute beschäftigt, arbeitet als Spezialberaterin für Baufinanzierung in Herford.

1995 trat Susanne Rutenkröger der SPD bei. Seit 2009 ist sie im Vorstand des Holsen-Ahler Ortsvereins der Sozialdemokraten aktiv, vertritt die Partei seither zudem als Sachkundige Bürgerin im Bünder Sportausschuss. Später arbeitete sie in gleicher Funktion im Wirtschaftsförderungs- und im Planungsausschuss mit. Stadtverbandsvorsitzende der Genossen wurde die 58-Jährige dann 2013, zwei Jahre später zudem Vize-Vorsitzende der SPD im Kreis Herford. Ehrenamtlich aktiv ist Rutenkröger beim VfL Holsen, beim Förderverein »Wir für Lukas« der Philippus-Kirchengemeinde, beim Verein »Mahlzeit«, in der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft sowie beim Krankenhausverein Bünde/Enger.

Sie ist Mutter eines Sohnes und lebt mit ihrem Mann Dietrich im Stadtteil Holsen.

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