Kooperationspartner der Realschule Nord spenden 4000 Euro
Unterstützung für FSJ-Stelle

Bünde   (WB). Tamara Wehrmann (19) absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Realschule Bünde-Nord. Sie arbeitet gerne mit Kindern zusammen, möchte Erzieherin werden und fühlt sich an der Realschule wohl. Es hätte allerdings nicht viel gefehlt, und sie hätte einige Monate vor der Zeit ihre soziale Tätigkeit abbrechen müssen.

Freitag, 08.11.2019, 14:04 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 14:10 Uhr
Spenden für die FSJ-Stelle: Manuela Gross (Förderverein Realschule Nord), FSJ-lerin Tamara Wehrmann, Doris Kiel-Hartfiel (Inner Wheel Club Herford), Daniela Vogelsang (Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, vorne von links) sowie Dirk Bartz (Firma Hettich) und Schulleiter Guido Broziewski Blomenkamp. Damit ist die Finanzierung der FSJ-Stelle vorerst gesichefrt. Foto: Hilko Raske

Der Grund: eine Finanzierungslücke. Wie es dazu kommen konnte, klingt für Außenstehende im ersten Moment ein wenig kompliziert und ziemlich bürokratisch. »Durch den Beschluss des Stadtrates vor etwa vier Jahren, dass unsere Schule dreizügig geführt werden soll, ist unsere Schülerzahl inzwischen auf knapp unter 500 – konkret 496 –gerutscht. Weil wir die 500er-Grenze um vier Schüler unterschreiten, stehen uns seit dem vergangenen Schuljahr etwa 5000 Euro weniger an Landesmittel zur Verfügung«, erklärt Schulleiter Guido Broziewski Blomenkamp. Solche langfristigen Auswirkungen hätten die Ratsmitglieder bei ihrer Entscheidung leider nicht im Blick behalten.

Übermittagsbetreuung

Die FSJ-Stelle sei für die Realschule Nord in vielerlei Hinsicht absolut notwendig, betont der Rektor. Unter anderem helfe Tamara Wehrmann derzeit in der freiwilligen Übermittagsbetreuung für die Jahrgänge 5, 6 und 7, die man anbiete, obwohl man Halbtagsschule sei. Kinder könnten in einer geschützten Ruhezone lernen und beispielsweise Nachhilfe erhalten. Gerade Mädchen und Jungen aus bildungsfernen Schichten erhielten dort zudem die nötige Unterstützung durch zwei Erzieherinnen und eben durch die FSJ-lerin. »Wir finanzieren die Betreuung durch eine sogenannte Kapitalisierung einer halben Lehrerstelle (Geld statt Stelle) und haben seit sieben Jahren einen Kooperationsvertrag mit der AWO Bielefeld geschlossen«, informiert Broziewski Blomenkamp weiter. Die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel deckten allerdings seit 2015 nicht mal mehr die Personalkosten dafür ab. Man habe deshalb Elternbeiträge in Höhe von 15 bis 30 Euro pro Monat einführen müssen.

Im vergangenen Jahr habe die AWO Bielefeld das Defizit der Realschule Nord durch Umlagerung von Geldern des Markgymnasiums beziehungsweise der Realschule Bünde-Mitte, die ebenfalls Kooperationsverträge mit der AWO hätten, ausgleichen können. »Im aktuellen Schuljahr funktioniert das aber nicht mehr«, so der Schulleiter.

Briefe an Kooperationspartner

Was tut man in so einer Situation? Auf Schulfesten noch mehr selbst gebackene Kekse zum Kauf anbieten? Guido Broziewski Blomenkamp wählte einen anderen Weg. Er schrieb alle Kooperationspartner der Schule an. Und siehe da – vier erklärten sich bereit, die FSJ-Stelle finanziell zu unterstützen. So kamen vom Förderverein der Realschule Nord 2000 Euro. Außerdem spendeten die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford (1000 Euro), die Firma Hettich (500 Euro) und der Inner Wheel Club Herford (500). »Damit ist die Stelle in diesem Jahr gesichert«, freut sich der Schulleiter. Und Tamara Wehrmann fällt ein Stein vom Herzen – sie kann jetzt ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Realschule regulär nach zwölf Monaten abschließen.

Aber wie geht es im nächsten Schuljahr weiter? Für diesen Zeitraum kann Broziewski Blomenkamp Entwarnung geben. »Da erreichen wir eine Schülerzahl von 522 – und damit sind wir über der 500er-Grenze.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7048836?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Arminia stoppt die Talfahrt
Jubelnde Arminen: Die Torschützen Prietl und Doan freuen sich.
Nachrichten-Ticker