Hartmut Korth (77) gibt »Er + Sie Ledermoden« aus gesundheitlichen Gründen auf
Nach 45 Jahren ist Schluss

Bünde  (WB). Als Hartmut Korth 1975 das Fachgeschäft »Er + Sie Ledermoden« in der Bahnhofstraße 78 eröffnete, betrug die Verkaufsfläche etwa 28 Quadratmeter. Heute wird die Ware auf 400 Quadratmetern präsentiert. Damit ist aber spätestens Ende Januar Schluss. Der Grund: Geschäftsaufgabe.

Donnerstag, 07.11.2019, 04:30 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 05:00 Uhr
Seit 45 Jahren gibt es »Er + Sie Ledermoden« in der Bahnhofstraße. Aus gesundheitlichen Gründen schließt Hartmut Korth das Fachgeschäft im kommenden Januar. Foto: Hilko Raske

Schon seit vielen Jahren sucht der Kaufmann, der in diesem Monat 78 Jahre alt wird, einen Nachfolger. Bislang vergebens. Nun zieht er – nicht unbedingt freiwillig – die Konsequenzen daraus. »Wir feiern im Januar noch unser 45-jähriges Bestehen – und dann ist Schicht«, sagt Korth. Dabei ist es nicht so sehr das Alter an sich, das Korth in den Ruhestand gehen lässt. »Ich würde gerne weitermachen. Aber meine Gesundheit lässt es einfach nicht mehr zu. Mich quält die Arthrose«, so Korth. Deshalb werde man bis Ende Januar noch einen Abverkauf durchführen. Und danach? »Es gibt im Grunde genommen zwei Optionen: Entweder wir vermieten das Ladenlokal. Dann bleiben wir in diesem Haus wohnen. Findet sich niemand, der das Geschäft langfristig mietet, soll das Haus verkauft werden.«

Vorsitzender der LG Bahnhofstraße

Ein Abschied, der Korth sicherlich nicht leichtfallen wird. Immerhin hat er als langjähriger Vorsitzender der Leistungsgemeinschaft (LG) Bahnhofstraße – einem Vorläufer der Handel Bünde GbR – dazu beitragen, dass die Einkaufsstraße durch viele Aktionen belebt wurde. »1975, als wir das Geschäft gerade eröffnet hatten, spielte ich noch Fußball in Ennigloh. Donnerstags trafen sich die Spieler immer in der Gaststätte Sieker. Zur gleichen Zeit fand dort auch die Versammlung der Kaufleute aus der Bahnhofstraße statt. Die sagten mir, dass auch ich bei ihnen mitmachen soll. Aus diesem Zusammenschluss entwickelte sich dann die LG Bahnhofstraße«, erinnert er sich. Damals sei die Bahnhofstraße noch eine richtige Einkaufsmeile gewesen. Dazu hätten sicherlich die Aktionen der Leistungsgemeinschaft beigetragen. »Vor dem Rathaus haben wir beispielsweise einen vierwöchigen Weihnachtsmarkt organisiert, außerdem für die entsprechende Festbeleuchtung in der Bahnhofstraße gesorgt.« In Eigenregie veranstaltete Korth zudem den Jahrmarkt am Tabakspeicher. »Den hatte Anfang der 1990er Jahre der damalige Stadtdirektor Kurt Buddemeier ins Leben gerufen.« Von 1994 bis 2003 übernahm Korth die Organisation des Marktes. Daneben veranstaltete er Modenschauen im Bahnhofsviertel, wirkte beim »Weihnachtsmarkt im Scheunenviertel« und einem Weinfest im Viertel mit.

2007 legte Korth den Vorsitz der LG nieder. Wenn er heute durch die Bahnhofstraße geht, ist er bestenfalls enttäuscht von ihrem Erscheinungsbild. »Die Zahl der Leerstände ist erschreckend – eine Entwicklung, von der neuerdings auch die Eschstraße nicht ausgenommen ist.« Die Bahnhofstraße selber sei durch die Verwaltung, aber auch die Handel Bünde GbR vernachlässigt worden, so sein Vorwurf. Eine Entwicklung, die er außerordentlich bedauere.

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