Platz für betreuten Vogelschlag in der Bünder Fußgängerzone gefunden
Tauben ziehen über »Karlchen’s« ein

Bünde (WB). Was lange währt, wird endlich gut: Das so genannte Bünder Stadttaubenproblem in der Eschstraße scheint nach mehr als eineinhalb Jahren gelöst zu sein. Im Gebäude, in dem auch Karlchen’s Backstube untergebracht ist, darf ein betreuter Taubenschlag eingerichtet werden.

Dienstag, 05.11.2019, 06:09 Uhr
Bislang tummeln sich zahlreiche Tauben in der Fußgängerzone – sorgen aber auch für Dreck und Verdruss bei den Anliegern. Foto: Daniel Salmon

»Lange haben wir dafür gekämpft, oft erschien es aussichtslos. Doch Aufgeben war niemals eine Option«, sagt Tanja Bültermann vom Verein Stadttaubenhilfe Bünde. Ein Teil des Dachbodens der Immobilie, die Ernst Ferdinand Zimner gehört, darf zu einem Domizil für die Tiere umgebaut werden, das dann von der 33-Jährigen und ihren Mitstreitern betreut wird. Der ehemalige Chef vom »Bäckerjungen« stellt die Fläche für den guten Zweck unentgeltlich zur Verfügung.

Taubenproblem schon länger Thema

Anfang 2018 hatte das Tauben-Problem in der Bünder Fußgängerzone erstmals für Schlagzeilen gesorgt . Damals hatten vermeintliche Tierfreunde offenbar immer wieder Futter ausgestreut. Zahlreiche Tiere hielten sich daher auf den umliegenden Hausdächern auf. Die Folgen: Dreck und Schmutz, die bei Ladeneignern und Anliegern für Verdruss sorgten.

Seinerzeit hatte Bültermann einen Bürgerantrag an die politischen Gremien gestellt und um Unterstützung für die Errichtung eines Stadttaubenschlags geworben. So sollte das Problem in den Griff bekommen werden. Allerdings sahen weder Politiker noch Stadtverwaltung akuten Handlungsbedarf in der Sache . »Den sieht man im Rathaus auch immer noch nicht. Aber man will uns keine Steine in den Weg legen«, sagt Bültermann, die die Sache selbst in die Hand nahm, nach einem passenden Platz für die Tiere suchte – und nun auch fand.

40 Quadramter für Taubenschlag

Auf dem Dachboden der Zimner-Immobilie soll der betreute Taubenschlag entstehen

Auf dem Dachboden der Zimner-Immobilie soll der betreute Taubenschlag entstehen Foto: Daniel Salmon

Denn vor ein paar Wochen traf sie sich mit Ernst Ferdinand Zimner, der Bültermanns Pläne gerne unterstützte. »Er hat uns gerettet. Der Standort ist ideal und schon lange ein Taubenbrennpunkt. Herr Zimner hat sich gleich von unserer Idee überzeugen lassen« Einzige Hürde war zunächst, dass das Gebäude denkmalgeschützt ist. »Aber die untere Denkmalbehörde hat grünes Licht für einen Taubenschlag gegeben. Auflage ist, dass wir den Umbau genau dokumentieren«, sagt die Vogelfreundin.

Etwa 40 Quadratmeter ist die Fläche auf dem Dachboden der markanten Immobilie groß, die jetzt vogelgerecht hergerichtet werden soll. Unterstützt und gesponsert wird das Projekt von der Stiftung der Sparkasse Herford. Eine Tischlerei aus Rödinghausen kümmert sich um den Ausbau. Losgehen sollen die Arbeiten noch in diesem Monat. »Ab Dezember wollen wir die ersten Locktauben einsetzen, um die Vögel in der Eschstraße auf den Taubenschlag aufmerksam zu machen. Das hat bislang in allen anderen Städten auch funktioniert, wo so etwas gemacht wurde«, so Bültermann. Sie geht davon aus, dass der Dachboden über der Bäckereifiliale gut angenommen wird. Auf etwa 200 Tiere schätzt die 33-Jährige die Zahl der Tauben in der Eschstraße. Die bisherigen Nistplätze in der Umgebung sollen verschlossen werden.

Hilfe gern gesehen

»Wir vom Verein werden den Vogelschlag säubern, die Tiere mit Futter versorgen und die gelegten Eier gegen Attrappen austauschen, um die Taubenpopulationen zu kontrollieren und zu reduzieren«, sagt Bültermann. Sie geht davon aus, dass die Tauben dann von der Straße verschwinden werden. »Sie werden dort nicht mehr nach Futter suchen und keinen Dreck mehr hinterlassen. Satte Tauben belästigen niemanden.«

Wer die Ehrenamtler unterstützen will, kann sich per Mail (stadttaubenhilfebuende@gmail.com) oder Telefon (0176/50569244) an Tanja Bültermann wenden.

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