Death Comedy: »Der Tod« spricht mit der Zeit Klartext
Ein Sensenmann mit Humor

Bünde (WB). Für das Sterben und den Tod hat der Sensenmann viele Synonyme parat: Abkratzen, »die Radieschen von unten anschauen« oder auch »in den Holzpyjama schlüpfen«. Wann genau die Zeit gekommen ist, weiß keiner. Doch bei einem sind sich alle einig: Von der Zeit ist stets zu wenig vorhanden.

Montag, 04.11.2019, 16:55 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 16:58 Uhr
»Der Tod« hat sich Verstärkung geholt: Praktikantin Exitussi. Exitussi darf nicht reden, denn sie muss in ihrer Ausbildung die ewige Ruhe sehr wörtlich nehmen. Foto: Sophia Niermann

Genau deshalb spricht der Erfinder der »Death Comedy«, der »Tod«, in seinem neuen Programm mit der Zeit Klartext – und hat am vergangenen Freitag das Publikum im ausverkauften Universum in seinen Bann gezogen.

Verhüllt in dunkler Kutte und goldener Sense betritt »der Tod« die Bühne – aber keine dunkle, erschreckende, sondern eine unverkennbar engelsgleiche Stimme ertönt: »Für mich ist jetzt Schluss mit der Schweberei, ab jetzt wird nur noch gegangen – das nennt man dann auch The Walking Dead«, begrüßt er das Publikum. Gemeinsam mit den Universum-Gästen versuchte er herauszufinden, ob die Ewigkeit denn immer erstrebenswert sei. Warum? Ganz einfach – heutzutage hat selbst eine Eintagsfliege ein entspannteres Leben, ihr fehlt nämlich die Zeit für Stress, Selfies oder auch Altersarmut.

In seinem neuen Programm wirft »der Tod« einen kritischen Blick auf politische Themen, die heutzutage die Welt beschäftigen und kommt zum Entschluss: »Als Tod muss ich mein Land auch mal loben.« Zum Beispiel deshalb: Rund 116.000 Menschen sterben in Deutschland an ihrem Tabakkonsum, 74.000 aufgrund von Alkohol. Die Zahl der Cannabistoten liegt bei null. Und was ist hierzulande erlaubt und was nicht?

Auch der Tod geht mit der Zeit – und betrachtet skeptisch die heutige Medienlandschaft. Und hier tut sich einiges. Netflix, oder auch »Deadflix«, macht dem Fernsehen Konkurrenz. »Für alle jungen Menschen hier im Publikum: Das Fernsehen ist der Uropa von Netflix«, bemerkt der Comedian nebenbei und fügt für seine Freunde, die leidenschaftlichen TV-Redakteure, hinzu: »Das Fernsehen ist das Mammut der Medienlandschaft oder auch der Dinosaurier des Showgeschäfts.« Mit seiner ironischen Art und Weise und seinem ganz eigenen dunklen Humor bringt »der Tod« das Publikum zum Lachen. So auch beim Einblick seiner Fanpost beziehungsweise E-Mail-Anfragen: Ein junger Mann befindet sich in einem Zwiespalt – er hat seinen Opa sehr gerne, aber der neue Mercedes kommt Anfang nächsten Jahres auf den Markt, somit könnte er das Erbe seines Opas gut gebrauchen. Er fragt den Tod, ob es denn dafür bereits einen Termin gäbe. »Der Tod« regelt die Sache schnell und schickt die E-Mail einfach an den Opa des Mannes. »Somit hatte sich die Erbschaft dann auch erledigt«, hält der Sensenmann fest.

Fazit: »Der Tod« hat mit seinem außergewöhnlich ironischen Humor genau ins Schwarze getroffen – und bringt das Publikum im Universum stets zum Lachen. Während seiner Show blickt er nicht nur auf kritische Themen der Gesellschaft, sondern überzeugt auch mit Abwechslung und stimmungsvollen Gesangseinlagen. Ganz nach dem Motto: Sensenmänner haben Charme

Fazit: »Der Tod« hat mit seinem außergewöhnlich ironischen Humor genau ins Schwarze getroffen – und bringt das Publikum im Universum stets zum Lachen. Während seiner Show blickt der Tod nicht nur auf kritische Themen der Gesellschaft, sondern überzeugt auch mit Abwechslung und stimmungsvollen Gesangseinlagen. Ganz nach dem Motto: Sensenmänner haben Charme.

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