Ehemalige Porzellanmanufaktur Severin wird umgebaut – 50 Zimmer geplant Neues Hotel im Industriedenkmal

Bünde  (WB). Zwei Jahre ist es her, dass die Recyclingbörse aus dem Gebäude der ehemaligen Porzellanmanufaktur Severin (Wasserbreite 39-41) ausgezogen ist. Seitdem steht das Baudenkmal aus dem Jahr 1901 leer. Das soll sich nun ändern. Geplant ist, das Gebäude zu einem Hotel umzubauen.

Von Hilko Raske
Die ehemalige Porzellanmanufaktur Severin soll in ein Hotel umgebaut werden. In dem Gebäude war 25 Jahre lang – bis 2017 – die Recyclingbörse untergebracht.
Die ehemalige Porzellanmanufaktur Severin soll in ein Hotel umgebaut werden. In dem Gebäude war 25 Jahre lang – bis 2017 – die Recyclingbörse untergebracht. Foto: Hilko Raske

Die Immobilie habe einen neuen Besitzer, bestätigte Doris Greiner-Rietz, Sprecherin der Stadt Bünde, auf Anfrage dieser Zeitung. Dieser beabsichtige, das Denkmal in ein Hotel umzuwandeln. »Ein entsprechender Bauantrag liegt vor«, so Greiner-Rietz. Um den besonderen Charakter des Gebäudes zu wahren, erfolge die Bauplanung in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Nach dem derzeitigen Stand sei vorgesehen, 50 Hotelzimmer zu schaffen. »Details zum Umbau können wir aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch nicht erläutern«, sagt die Pressesprecherin der Stadt. Wann der Umbau beginnen solle, sei noch unklar.

Recyclingbörse war 25 Jahre lang Mieter

25 Jahre lang – bis Mitte 2017 – war die Recyclingbörse in dem markanten Ziegelbau untergebracht. Doch war allem die Tatsache, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, führte zur Kündigung des Mietvertrags. »Der Denkmalcharakter ist unser Problem. Die Brandschutzauflagen lassen sich in diesem Gebäude nur schwer umsetzen«, begründete Claudio Vendramin vom Vorstand des Trägervereins »Arbeitskreis Recycling« damals die Entscheidung. Schon als man die ehemalige Manufaktur 1993 bezogen habe, sei klar gewesen, dass die Situation mit Blick auf den Brandschutz kompliziert sei. »Und mit den Jahren sind die gesetzlichen Vorgaben immer anspruchsvoller geworden.« Die Umsetzung sei Aufgabe des Bauherrn – »und das waren wir, als wir damals eingezogen sind.« Das sei aber nur ein Grund, weshalb man den Mietvertrag aufgekündigt habe. »Der Zugang ist nicht barrierefrei – um in unsere Räumlichkeiten zu gelangen, muss man relativ steile Treppen bewältigen.« Hinzu sei die sehr unbefriedigende Parkplatzsituation auf dem Innenhof gekommen. »Wir haben acht Stellplätze. Wenn die alle belegt sind, ist es schwierig, wieder auf die Wasserbreite zu gelangen – das führt regelmäßig zu Staus.«

Aus den genannten Gründen zog die Recyclingbörse im Sommer 2017 von der Wasserbreite an die Franz-Werfel-Straße, wo der Verein eine etwa 1300 Quadratmeter große Halle angemietet hat.

Erbaut im Jahr 1901

Die Porzellanmanufaktur Severin ist 1995 unter Denkmalschutz gestellt worden. Das Fabrikgebäude ist im wesentlichen in zwei Bauabschnitten entstanden. Der Bauantrag erfolgte im Jahr 1900. Das Hauptgebäude mit Ausrichtung zur Wasserbreite wurde dann 1901 errichtet. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Ziegelsteinbau mit umlaufenden Fensterbankgesimsen. Erweiterungen an den Hauptbau erfolgten zwischen 1901 und 1911. Der Anbau ist dabei wesentlich schlichter gehalten als das Hauptgebäude.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7008709?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F