Politik und Verwaltung reagieren auf Vermüllung von öffentlichen Plätzen in Bünde
Städtischer Ordnungsdienst bekommt mehr Personal

Bünde (WB). Der städtische Ordnungsdienst – das sogenannte Bonus-Team – bekommt mehr Personal. Unter anderem soll durch diese Maßnahme der Vermüllung öffentlicher Plätze in Bünde entgegengewirkt werden.

Dienstag, 08.10.2019, 08:07 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 08:20 Uhr
Derzeit sind dem Außendienst des Bünder Ordnungsamtes – dem sogenannten Bonus-Team – drei Vollzeitstellen zugeordnet. Auch um der zunehmenden Vermüllung öffentlicher Plätze zu begegnen, soll der Ordnungsdienst personell verstärkt werden. Foto: Daniel Salmon

Einen entsprechenden Beschluss haben die Mitglieder des Bünder Hauptausschusses in ihrer jüngsten Sitzung gefasst. Das Votum fiel nach Angaben aus dem Rathaus einstimmig – allerdings hinter verschlossenen Türen. Denn die CDU-Fraktion hatte beantragt, das Thema in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung zu verlegen.

Gemeinsames Ziel von Politik und Verwaltung sei es, mithilfe der personellen Verstärkung »in den Bereichen öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Sauberkeit auf öffentlichen Plätzen und Wegen an die vorherigen Erfolge anzuknüpfen«. Als Ziel gibt die Kommune die Erhaltung und die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Stadt aus. »Außerdem hat leider auch die Vermüllung öffentlicher Plätze in den letzten Jahren zugenommen, so dass das Thema ›Sauberkeit der Stadt‹ wieder an Bedeutung zugenommen hat«, teilt Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz mit.

CDU gab Anschub

Doch wie viele neue Mitarbeiter werden eingestellt? »Die konkrete Aufstockung wird mit dem Stellenplan für das Jahr 2020 beschlossen, die Verwaltung denkt aber zumindest über eine neue Vollzeitstelle nach«, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung.

Die Initiative zur Aufstockung des Bonus-Teams (derzeit drei Vollzeitstellen) war Anfang September von den Bünder Christdemokraten ausgegangen . Bei seiner Gründung – das war im Jahr 2005 – bestand der zentrale Außendienst aus sechs Vollzeitkräften. »Die Arbeit des Teams zeichnete sich als sehr erfolgreich ab. Vandalismusschäden an öffentlichen Einrichtungen konnten deutlich reduziert und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessert werden«, heißt es von Seiten der Stadt. Durch diese Entwicklung und den zwischenzeitlichen Sparzwang sei die Personalstärke des Bonus-Teams in den vergangenen Jahren dann aber auf die aktuelle Stärke reduziert worden.

Gefühl von Unsicherheit bekämpfen

In ihrem an die Stadtverwaltung gerichteten und nun politisch abgesegneten Antrag hatten CDU-Fraktionschef Georg Kruthoff und seine Parteikollegen zwei stark frequentierte Plätze in der Innenstadt im Blick, die von einer Verstärkung des Zentralen Außendienstes profitieren soll: das Bünder Bahnhofsareal, das mithilfe von umfangreichen öffentlichen Investitionen aufgewertet werden soll, und den Marktplatz, der durch den Ausbau, gefolgt von privaten Investitionen im Umfeld, ebenfalls an Aufenthaltsqualität gewonnen habe.

Denn laut Kruthoff seien es gerade diese beiden Bereiche, die »gerne auch als Treffpunkte genutzt« werden und »von denen teilweise nicht nur eine erhebliche Lärmbelästigung ausgeht, sondern auch ein Gefühl von Unsicherheit bei den übrigen Passanten.«

Kommentar

Unabhängig davon, welche Diskussionen hinter verschlossenen Türen es im Vorfeld der Entscheidung gegeben haben mag: Am Ende war man sich fraktionsübergreifend einig, etwas für mehr Sicherheit und Ordnung in der Stadt tun zu wollen. Das ist ein gutes und nicht immer selbstverständliches Signal, da derzeit viele lokalpolitisch »heiße Eisen« – man denke an den Klimaschutz – parteipolitisch und mit Blick auf den Kommunalwahlkampf instrumentalisiert werden. Das Thema öffentliche Sicherheit ist für viele Bürger sehr wichtig. Gut, dass man in Bünde hier über Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen hat. Die einzige Frage, die am Ende bleibt, ist, ob mit nur einer neuen Vollzeitkraft die vielen Aufgaben, die das Bonus-Team zu bewältigen hat, abgedeckt werden können.

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