Nach plötzlicher Schließung: Beschäftigte sollen in anderen Läden unterkommen
Bünder C&A-Filiale zuletzt ohne Heizung und Strom

Bünde (WB). Zur überraschenden Schließung der Bünder C&A-Filiale sind neue Details bekannt geworden. Wie der Modekonzern mitteilte, konnte das Geschäft zuletzt nicht mehr beheizt werden – und Strom gab’s auch nicht.

Montag, 07.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 08:44 Uhr
Diese Schilder hängen immer noch an der Gebäudefassade des derzeit im Umbau befindlichen Bünder Woolworth-Komplexes. Dabei ist längst klar, dass C&A dort nicht mehr aufmacht. Foto: Daniel Salmon

Aber auch anderweitig hätten die millionenschweren Sanierungsarbeiten, die der Immobilieninvestor Amandla derzeit am so genannten Woolworth-Komplex durchführt, Folgen für den Geschäftsbetrieb des Modeladens im Erdgeschoss des Gebäudes gehabt. »Die Baumaßnahmen haben sich auch negativ auf den Umsatz ausgewirkt«, erklärt C&A-Sprecher Jens Völmicke auf Anfrage dieser Zeitung.

Wasser erreichte elektrische Anlagen

Ausschlaggebend für die Kündigung des Mietverhältnisses zum 1. Oktober sei allerdings der bauliche Zustand der Räumlichkeiten gewesen. Wie berichtet, hatte der Bekleidungskonzern für seine Bünder Filiale die Verkehrssicherheit seiner Kunden und Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten können.

Blick in die geschlossene Filiale. Notdürftig wurde versucht, dass Wasser aufzuhalten – aber vergeblich.

Blick in die geschlossene Filiale. Notdürftig wurde versucht, dass Wasser aufzuhalten – aber vergeblich. Foto: Daniel Salmon

»Wir hatten zum Beispiel aufgrund des zurückgebauten Daches mehrere Wassereinbrüche«, so Jens Völmicke. Darüber hinaus sei die komplette Heizungs- und Lüftungsanlage demontiert worden – ein Beheizen der Räume sei somit nicht mehr möglich gewesen. »Im Augenblick darf der Strom nicht eingeschaltet werden, da Wasser aufgrund des Wassereinbruches die elektrischen Anlagen erreicht hat«, teilt der C&A-Sprecher weiter mit. Weil die Modekette davon ausgeht, dass die Arbeiten an dem Gebäudekomplex im Herzen der Bünder Innenstadt noch mindestens ein weiteres Jahr andauern, habe man sich zur kompletten Aufgabe der 2005 eröffneten Filiale an der Bahnhofstraße entschlossen.

Wechsel in andere Filialen

Doch was passiert mit der Belegschaft des ehemaligen Bünder C&A-Ladens? »In der Filiale waren neun festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, für die jetzt individuelle Lösungen gesucht werden«, teilt Jens Völmicke mit. Diese könnten nun möglicherweise in anderen Filialen des Modekonzerns in der Region eingesetzt werden – etwa in Herford oder Bad Oeynhausen.

Zur Frage, ob C&A in absehbarer Zeit möglicherweise an anderer Stelle wieder in die Elsestadt zurückkehrt, äußerte sich der Unternehmenssprecher wie folgt: »Eine Wiedereröffnung der Filiale an einem anderen Standort in der Stadt in der Zukunft wäre grundsätzlich möglich – im Augenblick aber reine Spekulation und nicht geplant.«

Der Projektentwickler Amandla, der das Woolworth-Gebäude Ende 2016 erworben hatte, war noch vor wenigen Monaten davon ausgegangen, dass C&A neben Rossmann und eben Woolworth als Ankermieter die Immobilie künftig mit Leben füllen. Auch Teile der Stadtverwaltung sollen in das dann komplett modernisierte Gebäude ziehen.

Fertigstellung war für Anfang 2019 geplant

Wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden, ist unklar. Amandla selbst ging Mitte Februar 2019 davon aus, dass die wichtigsten Arbeiten Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein sollten. Seinerzeit hieß es aber auch, dass die größeren Abbrucharbeiten an dem Komplex bis Juni beendet sein sollen. Das dürfte aber augenscheinlich nicht der Fall sein. Noch am Freitag waren Bautrupps damit beschäftigt, Teile der alten Betonfassade der Immobilie zu entfernen.

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