Bünder DRK-Ortsverein hätte Rettungswagen gerne gekauft – Koch weist auf Interessenkonflikt hin
Bürgermeister kontert Kritik an RTW-Auktion

Bünde (WB/sal) Exakt 12.809 Euro fließen durch die Online-Versteigerung eines ausgedienten Rettungswagens am 3. Oktober in die Bünder Stadtkasse. Vonseiten des heimischen Roten Kreuzes gibt es allerdings heftige Kritik an der Aktion. Die wird von Bürgermeister Wolfgang Koch jedoch gekontert.

Samstag, 05.10.2019, 12:00 Uhr
Die Stadt Bünde hat einen ihrer Rettungswagen online versteigert. Foto: Salmon

Wie der Bünder DRK-Vorsitzende Frank Mäsker in einer Stellungnahme mitteilt, sei auch der Rotkreuz-Ortsverein am Kauf des rund sieben Jahre alten RTW interessiert gewesen – jedoch sei ein direkter Kauf von der Stadt abgelehnt worden. »Das ist sehr bedauerlich, da das Fahrzeug ja wiederum den Bünder Bürgern zu Gute kommt – bei Sanitätswachdiensten oder im Rahmen der Gefahrenabwehr im Kreis Herford.«

DRK wollte bis 10.000 Euro mitbieten

Mäskers Ausführungen nach habe es sogar einen DRK-Vorstandsbeschluss gegeben, so dass er bei der Versteigerung über die Internetseite zoll-auktion.de bis zu einem Gebot von 10.000 Euro habe mitbieten dürfen. »Leider war unser Gebot nicht hoch genug. Wir werden nun unseren jetzigen Rettungswagen, den wir übrigens vor einigen Jahren kostenlos von der Stadt Bünde erhalten haben, für ungefähr dieselbe Summe reparieren müssen«, erklärt Mäsker, der diesen Umstand als »sehr schade« bezeichnet. Nun müsse sich, so der DRK-Leiter, der Bünder Ortsverein in den nächsten Jahren weiterhin nach einem günstigen Kauf umschauen, »da irgendwann der jetzige RTW mal ausgetauscht werden muss.«

Von zwei Fahrzeugen getrennt

Wie Mäsker ausführt, habe der Bünder Rettungsdienst insgesamt zwei neue Fahrzeuge beschafft, sich dafür von zwei älteren Fahrzeugen getrennt. Ein RTW wurde versteigert, der zweite sei dem Kreis Herford zur Verfügung gestellt worden.

Interessenskonflikt

Auf Anfrage äußert sich Bürgermeister Wolfgang Koch zur Kritik des heimischen DRK. Demnach habe er sich »nach Rücksprache mit dem Rettungsdienst und der Rechnungsprüfungsabteilung im Haus« bewusst dazu entschlossen, »den RTW wie üblich versteigern zu lassen«. Das Stadtoberhaupt erklärt weiter: »Als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Herford-Land wollte ich einen Interessenskonflikt und den Anschein vermeiden, dass dem DRK aufgrund meiner Funktion beim DRK ein besonderer Vermögensvorteil zugewendet wird.«

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