Umbau des Woolworth-Komplexes bereitet Probleme – Filiale schon zu
Betriebssicherheit gefährdet: C&A verlässt Bünde

Bünde (WB). Paukenschlag im Bünder Einzelhandel: Das Modeunternehmen C&A zieht sich überraschend aus der Elsestadt zurück. Die Filiale an der Bahnhofstraße ist bereits geschlossen. Grund für die Entscheidung sind die andauernden Sanierungsarbeiten am Woolworth-Komplex.

Mittwoch, 02.10.2019, 21:54 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 21:56 Uhr
Aushänge im Eingangsbereich der Bünder C&A-Filiale weisen noch auf eine kurzfristige Schließung des Geschäfts hin. Nach der am Mittwoch verschickten Mitteilung des Unternehmens steht aber fest, dass der Laden nie wieder öffnen wird. Foto: Daniel Salmon

Zwar hängen an der Fassade des Ladens noch große Banner mit der Aufschrift »Wir haben weiterhin für Sie geöffnet«. Eine Shopping-Tour wird man hier aber nicht mehr unternehmen können.

C&A sollte Ankermieter bleiben

Wie die Bekleidungs-Kette in einer am Mittwochabend verschickten Pressemitteilung erklärt, könne die Betriebssicherheit des Geschäfts nicht mehr gewährleistet werden. Konkret teilt C&A mit: »Die kurzfristig getroffene Maßnahme war notwendig geworden, nachdem Umbaumaßnahmen im Komplex am Bünder Museumsplatz den weiteren Betrieb unmöglich machten.«

Wie bereits berichtet, hatte die Eigentümerin der Immobilie, die Projektentwicklungsgesellschaft Amandla, Anfang des Jahres mit der aufwendigen Umgestaltung des riesigen Gebäudes im Herzen der Bünder Innenstadt begonnen, dafür nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen . Während die benachbarte Woolworth-Filiale ihren Betrieb für die Dauer der Sanierung, die rund ein Jahr dauern sollte, eingestellt hatte, sollte der C&A-Shop weiterhin geöffnet bleiben. Nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten sollte die Modekette neben Woolworth und dem Drogisten Rossmann einer der Ankermieter in dem dann modernisierten Komplex sein.

Seit 2005 in Bünde

Doch nun kommt es scheinbar anders. »Aufgrund des massiven Umbaus war eine sicherere Fortführung des Geschäftsbetriebes in der Bahnhofstraße 3 leider nicht mehr möglich«, teilt C&A mit. Unter anderem hätten die Baumaßnahmen zu einem massiven Wassereinbruch in die Filiale geführt und sogar die Beteiligung am jüngsten verkaufsoffenen Sonntag verhindert. »Darüber hinaus war ein dauerhafter, sicherer Zugang zur Filiale für Kunden nicht mehr gewährleistet«, heißt es in der Mitteilung der Modekette. In den letzten Monaten sei es wegen der Arbeiten der Bautrupps ferner »wiederholt notwendig gewesen, die Filiale kurzfristig zu schließen, da die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte«.

Laut C&A soll der Umbau nach Angaben von Amandla rund ein weiteres Jahr andauern. Für den Modehändler steht aber fest: »Ein Filialbetrieb während der Umbaumaßnahmen ist unter den gegebenen Umständen weder Kunden noch Mitarbeitern zuzumuten.« Zudem erscheine eine zeitweise Schließung der Filiale über einen so langen Zeitraum »nicht praktikabel«. Daher habe sich C&A dafür entscheiden müssen, »die Filiale in der Bünder Bahnhofstraße dauerhaft zu schließen«.

Seit 2005 war C&A an der Bahnhofstraße ansässig. Erst vor drei Jahren war das Geschäft nach Unternehmensangaben aufwendig renoviert worden. Amandla hatte den Woolworth-Komplex 2016 erworben.

Kommentar

Der Weggang von C&A aus Bünde ist eine bittere Pille, die womöglich auch die Einzelhändler in der Innenstadt spüren dürften. Klar, einige heimische Modehändler verlieren mit der Schließung der Filiale auch einen Konkurrenten. Fest stehen dürfte aber auch, dass C&A eine Magnetwirkung hatte und zahlende Kundschaft in die City lockte, die gerne auch den übrigen Geschäften einen Besuch abstatteten. Der Projektentwickler Amandla muss sich nun Gedanken machen, welchen ähnlich attraktiven Ankermieter er für seinen Immobilie gewinnen möchte. Daniel Salmon

Kommentare

Becker, Hans-Walter  wrote: 03.10.2019 13:41
Es ist schon komisch, die Bünder Bevölkerung wächst, es ist sogar das durchschnittliche Einkommen der Bünder gestiegen. Die neuen Wohnungseigentümer bringen auch Geld mit zum Ausgeben. Lassen sie es auf der hohen Kante? Oder geben sie es woanders aus? Es sind die Falschen zugezogen. Typische Shopping-Liebhaber sind die jungen Familien mit auskömmlichem Einkommen. An denen fehlt es offenbar in Bünde.Warum? Hat die Stadt für Arbeitsplätze gesorgt, die solche Familien anziehen? Und für Wohnungen? Seniorenheime bringen nur für Geldanleger Rendite. Die Bewohner gehen nicht in die Einkaufsmeile mit dicker Patte, das Personal gehört zu den Geringverdienern.
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