Wasser dringt durch Dach ein – Ursache weiter unklar – DB reagiert
Weiter Regenchaos am Bünder Bahnsteig

Bünde (WB). Zugreisende wissen: Wer sich bei Regen am überdachten Bahnsteig zwischen den Gleisen 3 und 4 am Bünder Bahnhof aufhält, bekommt in der Regel nasse Füße. Die Deutsche Bahn hat nun erneut versucht, das Wasserproblem in den Griff zu bekommen – leider vergebens.

Freitag, 06.09.2019, 03:16 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 03:50 Uhr
Auf dem Foto ist das jüngste Regen-Chaos an den Bünder Bahnsteigen zu sehen. Bei einem Unwetter am 29. August war die Unterführung regelrecht geflutet worden. Foto: Zentner

Bereits seit Monaten dokumentieren Internetnutzer ihre Erlebnisse auf den Bahnsteigen in den sozialen Medien. Die Bilder und Videos sind meistens gleich: Bei Unwettern prasseln die Wassermassen von der Dachunterseite sturzbachartig in die Tiefe, überschwemmen regelmäßig die Unterführung zwischen den Bahnsteigen. Dort trockenen Fußes hindurchzukommen, ist kaum möglich.

Zuletzt wurden die Bahnsteige am 29. August regelrecht geflutet. Der Bünder Dietmar Zentner postete einen Beitrag bei Facebook. Mehrere Bilder veranschaulichen das Regenchaos. »Willkommen im neuen Bünder Wasserpark. Der Eintritt ist frei«, kommentiert Zentner die Fotos.

Keine Mängel am Dach festgestellt

Auch WESTFALEN-BLATT-Leser Hans-Walter Becker meldete sich nach der Überschwemmung vor einigen Tagen in der Redaktion. Weil das Wasser auch Tage nach dem Regenguss noch zentimeterhoch in den Fahrstuhlschächten stand, befürchtet er: »Wenn das so weiter geht, wird das bald einen Kurzschluss geben. Da unten ist doch überall Elektronik drin.«

Erst Mitte Juli hatte sich der Bünder Lucio Di Matteo an diese Zeitung und gleichzeitig an die Bahn gewandt, nachdem er und seine Freundin nach einer Zugfahrt mit einer kalten Dusche in Bünde »empfangen« worden waren . Auf Anfrage hatte das Unternehmen seinerzeit erklärt, dass bislang keine Mängel am Bahnsteigdach – es wurde im Zuge einer noch laufenden Sanierungsmaßnahme erst vor kurzer Zeit erneuert – festgestellt werden konnten. »Da es im Nachhinein erneut – bedingt durch Starkregen – zu einem Wassereinbruch kam, haben wir in der letzten Woche eine Kamerabefahrung der Kanäle und Abflüsse durchgeführt. Im Rahmen der Befahrung haben wir einige bauliche Veränderungen vorgenommen«, so eine DB-Sprecherin damals.

Maßnahme scheinbar wirkungslos

Doch auch diese »baulichen Veränderungen« brachten keine Besserung. Das räumte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in einem Telefonat mit dieser Zeitung ein: »Etwas Vergleichbares haben wir noch nicht erlebt. Die Situation in Bünde ist wirklich besonders. Wir haben uns das Dach angeguckt und es ist dicht.« Auch er äußerte sich besorgt, dass auf Dauer die Elektronik der Aufzüge durch in den Fahrstuhlschächten gestautes Wasser beschädigt werden könnte: »Die Gefahr besteht auf jeden Fall.«

Die genaue Ursache der in Richtung Bahnsteig strömenden Wassermassen sei nach wie vor unbekannt. Laut Aussage des DB-Mitarbeiters habe man daher jetzt eine weitere Maßnahme ergriffen. »Wir haben die Öffnungen der Lochbleche an den Fallrohren am Dach vergrößert, damit diese bei Regen mehr Wasser aufnehmen und dieses ableiten können. Weil wir mit Wasserschläuchen aber unmöglich simulieren können, ob die Maßnahme wirkt, müssen nun die nächsten Schauer abwarten, um so sehen, ob dass dann ausreicht.«

Stelle sich kein Erfolg ein, so der DB-Sprecher, müsse die komplette Dachkonstruktion der Bahnsteige wohl noch mal auf den Prüfstand. Und das wird voraussichtlich auch passieren müssen. Denn bei einem erneuten Regenschauer am gestrigen Donnerstag, 5. September, plätscherte das Wasser abermals die Treppen zur Unterführung herunter.

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