»Abgewrackt« ist das dritte Buch der Autorin Madelaine Kaufmann
Von einem Mann, der sich selbst hasst und sucht

Spenge/Bünde (WB). Seit ihrer Jugendzeit schreibt Madelaine Kaufmann Romane, Erzählungen und Gedichte. In den vergangenen Jahren hat die gebürtige Bünderin, die seit einigen Monaten in Spenge wohnt, einen Roman und einen Gedichtband veröffentlicht. Nun ist das dritte Buch der 33-Jährigen erschienen.

Dienstag, 03.09.2019, 15:04 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 12:54 Uhr
Schreibt seit ihrer Jugendzeit: Madelaine Kaufmanns Herz schlägt für de Schriftstellerei – nun ist mit »Abgewrackt« das dritte Buch der 33-Jährigen erschienen. Es handelt von einer Selbstfindungsreise ohne Happy End.

»Abgewrackt« heißt es und unterscheidet sich inhaltlich und stilistisch deutlich von ihrer bisherigen Arbeit. »Ich habe mich selbst privat und beruflich weiterentwickelt. Zuerst hatte ich sogar Sorge, gar keine Bücher mehr schreiben zu können, aber dann habe ich angefangen, anders zu arbeiten«, betont Madelaine Kaufmann.

Das Buch sei klartextiger, schärfer, vielleicht auch grenzwertiger. Das wird dem Leser schon im Vorwort des Werkes angekündigt: »Das berühmte Happy End gibt es hier nicht, auch kein paradiesisches ›Friede, Freude, Eierkuchen‹ mit zuckerübergossenem Versöhnungsszenario.«

In »Abgewrackt« geht es um Immanuel Steiner, einen jungen Mann, der mit seinem Leben unzufrieden ist. Er raucht und trinkt zu viel, hat Sex mit Frauen und Männern, mag seinen Job nicht und fühlt sich unverstanden und nicht dazugehörig. Seine Kontakte sind meist oberflächlich, wenn überhaupt. Oft ist er lieber alleine. Dann beginnt Immanuel damit, sein Leben zu analysieren, und blickt dabei in seine Vergangenheit zurück: Sitzungen mit überforderten Therapeuten, Gewaltfantasien gegen sich und andere, auffällige Verhaltensweisen, Suizidfantasien.

Viele psychologische Aspekte beleuchtet

Der Protagonist lernt auf seiner Selbstfindungsreise auch andere Menschen kennen, von denen er sich angezogen fühlt und die ebenso abgewrackt sind wie er. Der Sadist Scarpia ist einer von ihnen, und mit ihm lebt Immanuel seinen Selbsthass aus. »Im Laufe des Buches verändert sich Immanuels Leben«, kündigt die Autorin an. Es sei die Geschichte eines jungen Mannes, der sich entwickelt.

Erwartungsgemäß finden auch mehrere psychologische Aspekte Einzug in ihr 172 Seiten starkes Drittlingswerk, schließlich ist sie nebenberuflich als psychologische Beraterin aktiv. Hauptberuflich arbeitet sie mit Autisten in einem Wohnheim in der Region. »Schreiben gehört für mich zum Leben dazu, ich schreibe ständig an irgendetwas, sei es ein Roman, ein Blog oder Texte, die ich dann zusammenfüge«, sagt Kaufmann, die Kulturwissenschaften mit dem Fachschwerpunkt Philosophie studiert hat.

Auf Bestellung gedruckt

Genau wie ihren Roman »Felix Esch« und den Gedichtband »WortSinfonie« vor drei Jahren hat die 33-Jährige ihr neuestes Werk über einen Hamburger Publikationsdienstleister herausgegeben.

Die Plattform »Books on Demand« (sinngemäß: »Bücher nach Bedarf oder Bestellung«) bietet Autoren ohne Buchvertrag die Möglichkeit, ihre Werke als Selbstpublikation zu veröffentlichen. Anstatt eine feste Auflage vorzufinanzieren und zu produzieren, werden die Bücher erst auf Bestellung gedruckt. Zu dieser Form der Selbstveröffentlichung entschloss sich Kaufmann, als sie feststellte, dass »der Buchmarkt überfüllt ist und die meisten Verlage eingesandte Manuskripte ablehnen«.

Auch sie hat diese Erfahrungen, die täglich eine Vielzahl junger Autoren machen, geteilt, sich davon aber nicht entmutigen lassen. Ein weiterer Vorteil von »Books on Demand«: »Die Bücher erhalten eine ISBN-Nummer und sind somit sowohl in Buchhandlungen als auch im Internet bestellbar«, sagt die Autorin .

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