Nächste Fridays-for-Future-Demo am Schulzentrum Nord statt vorm Bünder Rathaus
Klimastreik zieht um

Bünde (WB). Mit verändertem Konzept geht’s am 6. September mit den Bünder Friday-for-Future-Demos weiter. Statt vor dem Rathaus wollen die jungen Klima-Aktivisten dann von 11 bis 14 Uhr am Busbahnhof des Schulzentrums Nord Flagge zeigen. Und das hat seinen Grund.

Mittwoch, 04.09.2019, 05:06 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 17:12 Uhr
Ayman Zribi und Aileen Wichert vom Orga-Team der Bünder Fridays-for-Future-Demos hoffen, beim nächsten Klimastreik am Busbahnhof des Schulzentrums Nord rund 200 Teilnehmer begrüßen zu können. Bisher fanden die Demos vorm Rathaus statt. Foto: Daniel Salmon

»Wenn die Schulen die Schüler nicht zu Demo lassen, bringen wir die Demo zu den Schülern«, sagt Ayman Zribi (16, Co-Organisator der Klimastreiks in der Elsestadt). Damit nimmt er Bezug auf die letzte Friday-for-Future-Aktion , bei der lediglich 60 Teilnehmer erschienen war. Zum Vergleich: Bei der bislang erfolgreichsten Demo Mitte März schrien sich 300 Kinder und Jugendliche in der Bünder City die Kehlen heiser.

Plötzlich Test angesetzt

Nach Ansicht der Organisatoren seien den potenziellen Teilnehmern Anfang Juni von den Schulen Steine in den Weg gelegt worden, damit sie nicht zur Demo gehen. So seien laut Zribi nach Veröffentlichung des Demo-Termins in der Zeitung an einigen Schulen Arbeiten auf den Tag der Aktion verschoben worden oder es wurden Tests angesetzt. Das habe nach Einschätzung des 16-Jährigen viele Schüler dazu veranlasst, nicht zur Demo zu erscheinen.

Wie mehrfach berichtet, brauchen vor allem die minderjährigen Kinder und Jugendlichen aber ohnehin eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten, wenn sie das Schulgelände während der Unterrichtszeit verlassen. »Die Lehrer haben die Aufsichtspflicht. Wir brauchen eine Einverständniserklärung der Eltern, wenn die Kinder das Schulgelände verlassen wollen«, hatte etwa Jens Ransiek, Schulleiter am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, vor einigen Monaten auf Anfrage dieser Zeitung erklärt.

Gespräche für Jugendparlament

Trotz der zuletzt mauen Resonanz wollen sich die jungen Bünder Klimaschützer aber nicht entmutigen lassen. »Wir haben mit unseren Aktionen schließlich schon einiges bewegt und fühlen uns wahrgenommen«, sagt Ayman Zribi. So sei für Dienstag ein Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Koch, Mitarbeitern des städtischen Jugendamtes und Vertretern der im Rat vertretenen Parteien angesetzt gewesen. Das Thema des Treffens: die geplante Einrichtung eines Jugendparlaments in Bünde.

»Außerdem wurden wir schon von den Grünen, der SPD und der FDP eingeladen, haben mit den Lokalpolitikern über unsere Ansichten und Forderungen diskutiert und wie man den Klimaschutz vor Ort voranbringen kann«, sagt Aileen Wichert (14), die an der Erich-Kästner-Gesamtschule mit Gleichgesinnten auch eine Zukunfts-AG auf die Beine gestellt hat. Ayman Zribi verspricht: »Wir bleiben am Ball. Die Friday-for-Future-Demos in Bünde gehen weiter.«

200 Teilnehmer angemeldet

Den neuen Demo-Termin am Schulzentrum-Nord haben die Bünder Klimaaktivisten noch in den Sommerferien beantragt – und er sei auch genehmigt worden. Rund 200 Teilnehmer werden erwartet. »Es wird laut«, verspricht Klimaaktivistin Aileen Wichert. Zudem soll es Vorträge geben und die Schüler können Demo-Plakate vor Ort selbst gestalten. Mit einem Grafikdesigner haben die Organisatoren zudem Banner entworfen, die am Freitag am Busbahnhof in Ennigloh gezeigt werden sollen.

»Die Schüler vom Schulzentrum Mitte, also vom Marktgymnasium, der Realschule Mitte und der Hauptschule, die bei der Demo mitmachen wollen, treffen sich um 10.30 Uhr am Marktplatz und gehen dann gemeinsam nach Ennigloh«, sagt Ayman Zribi.

 

 

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