Beigeordneter will SPD-Vorschläge zur Zukunft des Standorts unterstützen – kommunale Angebote bündeln
Cordes-Areal: Bücherei, VHS, Jugendzentrum?

Bünde (WB). Nach Jahren des Stillstands kommt Bewegung in die Debatte um die Zukunft des Cordes-Geländes. Die Bünder SPD möchte das Grundstück in bester Lage für die Stadt sichern und dort verschiedene kommunale Angebote bündeln. Der Technische Beigeordnete scheint nicht abgeneigt.

Sonntag, 01.09.2019, 08:24 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 09:00 Uhr
Mittlerweile sind die Reste des ehemaligen Cordes-Gebäudes komplett abgeräumt. DIe SPD könnte sich verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für das Areal vorstellen. Foto: Daniel Salmon (Archiv)

Auf einer offenen Versammlung des Ortsvereins und des Stadtverbands im Restaurant »Zur Klinke« stellte die SPD-Spitze ihre Überlegungen der Öffentlichkeit vor – wobei die Stadtverbandsvorsitzende Susanne Rutenkröger betonte, dass es sich noch nicht um ein vollständiges Konzept handle.

Nicht nur gewerbliche Nutzung vorstellbar

Das Cordes-Gelände – etwa 9000 Quadratmeter zwischen Wasserbreite, Gerhart-Hauptmann-Straße und Bahntrasse – »besticht durch seine gute und zentrale Lage«, so Rutenkröger. Da die Stadt bereits Eigentümer sei, könne man sich auch eine andere als die bislang angestrebte gewerbliche Nutzung vorstellen. Die SPD schlägt vor, hier die Stadtbücherei mitsamt dem Stadtarchiv und das Jugendzentrum »Atlantis«, die beide über kurz oder lang einen neuen Standort brauchen, anzusiedeln.

Eventuell könnten weitere Nutzungsmöglichkeiten für ein Mehrgenerationenhaus, eine Altentagesstätte oder die Volkshochschule entstehen. Teile der Flächen sind zudem für die Freilegung des Gewinghauser Bachs und eine Entspannung der kritischen Verkehrsführung vorgesehen. Rutenkröger fasste zusammen: »Hier können wir selbst flexible und optimale Bedingungen schaffen.« Das Areal erfahre so mehr Aufwertung, als es eine »Wellblechhütte« je könne.

Fördermittel möglich

Mit ihren Vorschlägen trifft die SPD durchaus auf Gegenliebe. Entsprechende Anträge der Ratsfraktion sind nach Angaben der Vorsitzenden Andrea Kieper bereits in Arbeit. Als weitere Ideen wurden eine Bushaltestelle, Fahrradwege – auch durch die Bahnunterführung – und die Einbeziehung der Jugend für die konkreten Planungen angeregt.

Andreas Siepenkothen, Technischer Beigeordneter der Stadt Bünde, der an der Versammlung teilnahm, signalisierte seine Unterstützung für die Pläne. Die Möglichkeit zur Ausführung sei durchaus da. Eventuell könne man Fördermittel beantragen, etwa durch eine Fortschreibung des ISEK. Siepenkothen: »Wir werden in Gespräche mit der Bezirksregierung gehen.«

»Etwas fürs Auge« hinkriegen

Schwierigkeiten könnte die Zweiteilung des Geländes in eine nördliche und eine südliche Hälfte bereiten, da zwischen beiden Flächen ein Höhenunterschied von zwei Metern besteht. Die nördliche Fläche zur Bahnlinie hin, der sogenannte Otterkamp, könnte sich als ungeeignet erweisen, zumal deren Entwicklung schon 2004 gefördert wurde und man sich bei einer Neugestaltung nicht »förderschädlich« verhalten dürfe, gab Siepenkothen zu bedenken: »Aber vorne haben wir ja auch noch 5000 Quadratmeter.« Er zeigte sich zuversichtlich, dass man dort städtebaulich »etwas fürs Auge« hinkriege.

Die SPD schielt bei dem Thema offenbar auch auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Allein könnte sie ihre Planungen nicht durch den Rat bekommen. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ulrich Althoff verwies aber auf das Beispiel des Freibads: »Wenn die Bevölkerung mitarbeitet, ist es möglich, Mehrheiten zu beschaffen.«

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